RTX 5090: Taiwan-Händler erzwingen Bundles über 7.000 Euro
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 00:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Kauf einer RTX 5090 wird für Verbraucher zunehmend zum Hindernislauf: Händler in Taiwan verkaufen die begehrte High-End-Grafikkarte nur noch in teuren Hardware-Bündeln – mit Preisen von über 7.000 Euro. Auch deutsche Käufer dürften die Auswirkungen bald spüren.
Die Lage auf dem Grafikkartenmarkt bleibt angespannt. Seit dem gestrigen Freitag verlangen taiwanische Händler für die GeForce RTX 5090 den Kauf umfangreicher Zusatzpakete. Standalone-Verkäufe der Flaggschiff-GPU sind dort offenbar komplett eingestellt. Die Pflicht-Bundles erreichen dabei Summen, die deutlich über der unverbindlichen Preisempfehlung liegen.
Zwangspakete mit Mainboards und Netzteilen
Ein taiwanischer Händler listet die Gigabyte Aorus Master 32G ausschließlich in einem Paket mit acht Mainboards und einem 1000-Watt-Netzteil – Gesamtpreis: rund 6.900 Euro. Rechnet man die Komponenten heraus, ergibt sich ein effektiver Kartenpreis von etwa 5.500 Euro. Das entspricht fast dem Doppelten der offiziellen UVP.
Auch andere Hersteller ziehen nach. Für ein MSI Gaming Trio OC Bundle werden rund 7.800 Euro aufgerufen – inklusive fünf Mainboards und einem Ryzen 9 9950X3D-Prozessor. ASUS koppelt die ProArt-OC-Variante gleich mit vier Radeon RX 9060 XT-Karten zu einem Paketpreis von etwa 7.100 Euro.
Die Praktiken sind die Folge extremer Preisschwankungen in anderen Regionen. In China liegt der Mindestpreis für eine RTX 5090 Berichten zufolge inzwischen bei umgerechnet rund 4.200 Euro. Sogar bestellte Ware ist nicht sicher: Ein Käufer einer ASUS ROG Astral RTX 5090 erlebte, wie sein Auftrag nach einer Preiserhöhung des Herstellers von etwa 4.200 auf 4.700 Euro einfach storniert wurde.
Hersteller nutzen Knappheit für Kulanzlösungen
Während die Verfügbarkeit im Handel restriktiv bleibt, nutzen einige Hersteller die neue Hardware offenbar zur Lösung langwieriger Supportfälle. Anfang der Woche genehmigte Zotac USA ein Hardware-Upgrade für einen Nutzer, dessen RTX 4090 nach vier fehlgeschlagenen Reparaturversuchen (RMA) weiterhin unter Systemabstürzen und Grafikfehlern litt. Der Kunde erhielt eine RTX 5090 als Ersatz – allerdings mit nur 30 Tagen Garantie statt der üblichen drei Jahre.
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Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die angespannte Lage im Reparaturbereich. Branchenberichte vom gestrigen Freitag zeigen: Für ältere High-End-Karten erhalten Verbraucher mitunter Reparaturangebote, die den ursprünglichen Kaufpreis der Hardware übersteigen.
Preisdruck erfasst die gesamte Branche
Die Entwicklung bei der RTX 5090 ist Teil eines breiteren Trends steigender Komponentenkosten. Analysten beobachten, dass Konzerne wie Apple, Samsung und Microsoft ihre Preise an die erhöhten Chipfertigungskosten anpassen. Microsoft etwa hat die Preise für Xbox-Konsolen Berichten zufolge um umgerechnet 90 bis 135 Euro angehoben.
Selbst Nischenhardware verzeichnet dramatische Preissprünge im Zweitmarkt: Nach der Veröffentlichung eines Tools zur Freischaltung verborgener VRAM-Kapazitäten auf NVIDIAs CMP 170HX-Mining-Karten schnellten die Preise auf Resale-Plattformen über Nacht von rund 90 auf über 1.100 Euro.
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Komplettsysteme als Ausweg?
Trotz der hohen Einstiegshürden für Einzelkomponenten gibt es Lichtblicke: Am vergangenen Donnerstag bot ein Skytech-Gaming-Desktop mit RTX 5090 und Ryzen 7 9800X3D über Newegg mit einem Rabatt von rund 450 Euro. Das deutet darauf hin, dass Systemintegratoren derzeit offenbar stabileren Zugang zu Lagerbeständen haben als Einzelkäufer – ein möglicher Ausweg für alle, die nicht auf ein Schnäppchen bei der Einzelkarte hoffen wollen.
