RĂŒckenschmerz-Therapie, TodesfĂ€lle

RĂŒckenschmerz-Therapie: 2.200 TodesfĂ€lle jĂ€hrlich durch NSAR

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 16:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Langzeiteinnahme von Schmerzmitteln kann zu Magenblutungen fĂŒhren. Experte Dr. Sabarini erlĂ€utert Gefahren und sanftere Behandlungsoptionen.

RĂŒckenschmerz-Therapie: NSAR-Risiken und sichere Alternativen im Überblick
Ein Arzt im weißen Kittel berĂ€t einen Patienten in einer modernen Klinik und bespricht die Anwendung von Medikamenten. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Behandlung von chronischen RĂŒckenschmerzen stellt Mediziner und Patienten vor komplexe Herausforderungen. WĂ€hrend die kurzfristige UnterdrĂŒckung von Schmerzsignalen oft im Vordergrund steht, warnen Experten vor den weitreichenden gesundheitlichen Folgen einer unsachgemĂ€ĂŸen oder dauerhaften Medikation. Dr. Munther Sabarini von der Avicenna Klinik in Berlin hat dazu eine detaillierte Analyse der gĂ€ngigen Wirkstoffe und deren Anwendungspotenziale vorgelegt. Im Zentrum der Betrachtung stehen dabei sowohl frei verkĂ€ufliche PrĂ€parate als auch verschreibungspflichtige Arzneimittel sowie alternative BehandlungsansĂ€tze.

Gefahrenpotenzial nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR)

Ein wesentlicher Bestandteil der Schmerztherapie ist der Einsatz von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Zu dieser Gruppe gehören weit verbreitete Wirkstoffe wie Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen. Diese Medikamente sind zwar effektiv bei der Linderung akuter SchmerzzustĂ€nde, bergen jedoch bei einer lĂ€ngerfristigen Anwendung erhebliche Risiken fĂŒr das Verdauungssystem.

Nach EinschĂ€tzung von Dr. Munther Sabarini können diese Wirkstoffe die Entstehung von MagengeschwĂŒren begĂŒnstigen. In schwerwiegenden FĂ€llen drohen Komplikationen wie Magenblutungen, Perforationen oder Ulcera. Die statistische Relevanz dieser Nebenwirkungen ist beachtlich: In Deutschland sterben jĂ€hrlich etwa 2.200 Menschen an den Folgen von Magenblutungen, die unmittelbar auf eine dauerhafte Anwendung von NSAR zurĂŒckzufĂŒhren sind. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit einer strengen Indikationsstellung bei der Langzeittherapie.

Bewertung gÀngiger Wirkstoffe und Alternativen

Neben den klassischen NSAR werden in der Praxis hÀufig weitere Wirkstoffe eingesetzt, deren Nutzen-Risiko-Profil differenziert bewertet werden muss. WÀhrend AcetylsalicylsÀure nur eingeschrÀnkt empfohlen wird, gilt der Einsatz von Paracetamol in der Fachwelt als umstritten.

Als Alternative zur oralen Einnahme bieten sich topische Anwendungen in Form von Salben an. Diese haben den Vorteil, dass sie den Magen-Darm-Trakt weitgehend schonen. Allerdings können sie lokale Hautreaktionen hervorrufen. Bei Schmerzen, die auf entzĂŒndliche Prozesse zurĂŒckzufĂŒhren sind, rĂ€t Dr. Sabarini zudem zum Einsatz von KĂŒhlpacks als physikalische Therapiemaßnahme. Im Bereich der pflanzlichen Alternativen wird zudem die Teufelskralle genannt, die sowohl als Salbe als auch in Form von Tee zur Linderung beitragen kann.

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Schmerzmittel können bei lĂ€ngerer Anwendung gefĂ€hrliche Nebenwirkungen haben – bis hin zu Magenblutungen, an denen in Deutschland jĂ€hrlich etwa 2.200 Menschen sterben. Wer seinen RĂŒcken nachhaltig entlasten will, sollte die Risiken kennen und sanfte Alternativen nutzen. Jetzt kostenlosen Ratgeber sichern

Risiken verschreibungspflichtiger PrÀparate

Bei besonders starken oder chronifizierten SchmerzzustĂ€nden greifen Mediziner oft auf verschreibungspflichtige PrĂ€parate zurĂŒck. Hierzu zĂ€hlen Wirkstoffe wie Novalgin sowie Opioide und Muskelrelaxanzien. Dr. Munther Sabarini warnt in diesem Zusammenhang ausdrĂŒcklich vor dem AbhĂ€ngigkeitspotenzial dieser Medikamentengruppen.

Besonders Opioide, zu denen auch Morphin zĂ€hlt, unterliegen aufgrund ihrer starken Wirkung und der Suchtgefahr einer strengen Rezeptpflicht. Auch Muskelrelaxanzien, die zur Entspannung der Muskulatur eingesetzt werden, bergen bei unsachgemĂ€ĂŸem Gebrauch die Gefahr einer psychischen oder physischen AbhĂ€ngigkeit.

Die Bedeutung einer fundierten Diagnose

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Opioide und Muskelrelaxanzien machen abhĂ€ngig – und Schmerzmittel beheben nicht die Ursache Ihrer RĂŒckenschmerzen. Erfahren Sie, wie Sie mit der richtigen Diagnose und natĂŒrlichen Methoden langfristig schmerzfrei leben können. Leitfaden fĂŒr nachhaltige Schmerzfreiheit anfordern

Ein zentraler Aspekt der aktuellen Empfehlungen ist die Unterscheidung zwischen SymptombekĂ€mpfung und Ursachenforschung. Dr. Munther Sabarini betont, dass Schmerzmittel lediglich die Symptome lindern, jedoch nicht die zugrunde liegende Ursache der RĂŒckenschmerzen beheben können.

Bei anhaltenden Beschwerden sei es daher unerlĂ€sslich, eine genaue Diagnose durch einen Facharzt einzuholen. Nur durch eine gezielte Untersuchung können die tatsĂ€chlichen Auslöser der Schmerzen identifiziert und eine nachhaltige Behandlungsstrategie entwickelt werden, die ĂŒber die reine Medikation hinausgeht. Das Ziel einer modernen Schmerztherapie sollte es sein, die LebensqualitĂ€t der Patienten dauerhaft zu verbessern, ohne sie den schwerwiegenden Nebenwirkungen einer unkontrollierten Langzeitmedikation auszusetzen.

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