RĂŒcksichtsloses, Fahren

RĂŒcksichtsloses Fahren meist schuld an E-Scooter-UnfĂ€llen

Veröffentlicht: 28.03.2025 um 04:30 Uhr, dpa.de

Wer seine Hand vom Lenker des E-Scooters nimmt oder mit anderen durch die Gegend dĂŒst, erhöht sein Unfallrisiko einer schwedischen Untersuchung zufolge betrĂ€chtlich. Ein Trend ĂŒberrascht die Forscher.

  • Mehr als die HĂ€lfte aller E-Scooter-UnfĂ€lle registrierte die Polizei in großen StĂ€dten. (Symbolbild) - Bild: Christian Charisius/dpa
    Mehr als die HĂ€lfte aller E-Scooter-UnfĂ€lle registrierte die Polizei in großen StĂ€dten. (Symbolbild) - Bild: Christian Charisius/dpa
  • Wer eine Hand vom Lenker nimmt, erhöt sein Unfallrisiko betrĂ€chtlich. (Illustration) - Bild: Marcus Brandt/dpa
    Wer eine Hand vom Lenker nimmt, erhöt sein Unfallrisiko betrÀchtlich. (Illustration) - Bild: Marcus Brandt/dpa
Mehr als die HĂ€lfte aller E-Scooter-UnfĂ€lle registrierte die Polizei in großen StĂ€dten. (Symbolbild) - Bild: Christian Charisius/dpa Wer eine Hand vom Lenker nimmt, erhöt sein Unfallrisiko betrĂ€chtlich. (Illustration) - Bild: Marcus Brandt/dpa

UnfĂ€lle mit E-Scootern werden einer Studie zufolge meistens vom unvorsichtigen Verhalten der beteiligten Fahrer verursacht. Wie Forscher der Chalmers University of Technology in Göteborg in einer neuen Studie berichten, zĂ€hlen das einhĂ€ndige Fahren, Fahrten in der Gruppe sowie Touren mit dem Smartphone in der Hand zu den grĂ¶ĂŸten Risikofaktoren. 

Die Wissenschaftler zeigten sich außerdem ĂŒberrascht ĂŒber Fahrer, die absichtlich UnfĂ€lle oder gefĂ€hrliche Situationen verursachten. Dieses PhĂ€nomen lasse sich ganz spezifisch bei E-Scootern beobachten, heißt es in der Studie, fĂŒr die Daten von fast 7.000 Fahrten mit Leih-Scootern in Göteborg ausgewertet wurden. Wer den Roller nicht selbst besitze, mache sich vermutlich weniger Gedanken ĂŒber die Unfallfolgen.

E-Scooter haben in den vergangenen Jahren zahlreiche GroßstĂ€dte in Europa erobert und sich als alternatives Verkehrsmittel gerade fĂŒr kurze Strecken etabliert. Der anfĂ€ngliche Boom ging mit viel Kritik an der Sicherheit und Unklarheiten ĂŒber die Rahmenbedingungen einher, wo und wie die elektrischen Tretroller gefahren werden dĂŒrfen. 

Riskante VergnĂŒgungsfahrten

Man mĂŒsse verstehen, dass E-Scooter nicht nur den MobilitĂ€tsbedarf in StĂ€dten decken, sondern auch einfach zum VergnĂŒgen gefahren werden, erklĂ€rte einer der Autoren der Studie, Marco Dozza. «Leider ist klar, dass Freizeitfahrten in einigen FĂ€llen zu gefĂ€hrlichen Verhaltensweisen fĂŒhren, die das Unfallrisiko erhöhen.» Bei E-Scooter-Fahrern komme es deutlich hĂ€ufiger zu seltsamen und gefĂ€hrlichen Fahrweisen als bei anderen Verkehrsteilnehmern. 

Die Studie macht aber auch klar, dass die ĂŒberwiegende Mehrheit der Scooter-Fahrer kein riskantes Verhalten an den Tag legt. Finanziert worden ist die Untersuchung von der schwedischen Verkehrsbehörde.

Mehr E-Scooter - mehr UnfÀlle

Mittlerweile sausen in Deutschland neben den Rollern verschiedener Leihfirmen auch immer mehr private E-Scooter durch die Straßen: Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gab es 2023 rund 780.000 der versicherungspflichtigen Fahrzeuge im Land, was einem Anstieg um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Die Zahl der Leih-Scooter stieg um neun Prozent auf 210.000.

Die grĂ¶ĂŸere Zahl an Fahrzeugen bedeutet auch mehr VerkehrsunfĂ€lle: Laut dem Statistischen Bundesamt stieg die Zahl der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Verletzten von 8.443 in 2022 auf 9.439 in 2023. Generell ist das aber weiterhin nur ein geringer Anteil am gesamten Unfallgeschehen.

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