Rumpftraining, Sekunden

Rumpftraining: 10 Sekunden reichen für maximale Stabilität

15.06.2026 - 00:37:32 | boerse-global.de

Schwache Gesäßmuskeln gelten als häufige Ursache für Rücken- und Kniebeschwerden. Kurze, intensive Übungen und alternative Therapien zeigen Erfolge.

Starke Gesäßmuskeln: Schlüssel zur Rückengesundheit
Rumpftraining - Eine Person führt eine Hüftbrücke auf dem Boden aus, um die Gesäßmuskulatur zu stärken und den Rücken zu entlasten. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Kräftigung der unteren Körperpartien und der Körpermitte spielt eine entscheidende Rolle bei der Prävention von Rückenbeschwerden. Besonders die Gesäßmuskulatur hat eine Funktion, die weit über die Ästhetik hinausgeht. Aktuelle Erkenntnisse aus Sportwissenschaft und Orthopädie zeigen: Eine zu schwache Gesäßmuskulatur ist häufig die Ursache für diverse orthopädische Probleme.

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Wenn die Gesäßmuskeln schlapp machen

Oft sind die Kniegelenke direkt von den negativen Folgen betroffen. Die muskuläre Instabilität wirkt sich aber auch auf die Statik der Wirbelsäule aus. Experten betonen: Klassische Übungen wie Kniebeugen allein reichen oft nicht aus, um die nötige Stabilität im Beckenbereich zu gewährleisten. Nötig ist eine gezielte Aktivierung der verschiedenen Anteile des Gesäßmuskels, um Fehlbelastungen in angrenzenden Gelenken und im unteren Rücken zu vermeiden.

Für Personen ab 55 Jahren empfehlen Präventionsexperten spezifische Abendroutinen. Der Osteopath Sascha Bade rät zu einer zehnminütigen Sequenz aus fünf Übungen, um die Wirbelsäule zu mobilisieren und zu stützen. Dazu gehören die Beckenkippung, der Katzenbuckel, das Heranziehen der Knie zur Brust sowie die diagonale Streckung. Besonders wichtig für die Gesäßmuskulatur: die Hüftbrücke, die zur Stabilisierung des gesamten Rumpfes beiträgt.

Kurz und knackig: 10 Sekunden reichen

Bei der Kräftigung der Rumpfmuskulatur revidieren Experten bisherige Ansätze zur Belastungsdauer. Professor Dr. Stuart McGill erklärte im Juni 2026: Extrem lange Haltezeiten bei Übungen wie dem Unterarmstütz sind nicht nötig – und können sogar kontraproduktiv wirken.

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Eine Haltedauer von 10 Sekunden pro Durchgang reicht aus, sofern die Übung mit maximaler muskulärer Anspannung durchgeführt wird. Ein Halten über 30 bis 60 Sekunden hinaus bietet laut McGill keinen zusätzlichen Nutzen für die Stabilität. Stattdessen steigt das Risiko, durch ein Abkippen in das Hohlkreuz den Rücken unnötig zu belasten. Empfohlen wird ein Schema von fünf Wiederholungen à 10 Sekunden.

Wenn das Pferd den Rücken heilt

Neben klassischem Krafttraining zeigen auch alternative Methoden Erfolge bei chronischen Rückenschmerzen. Eine Studie der Universität Ostfinnland, veröffentlicht im Fachjournal Frontiers in Veterinary Science (2023), untersuchte die Auswirkungen pferdegestützter Therapie. Über 12 Wochen nahmen 22 Probanden mit chronischen Schmerzen im unteren Rücken an Sitzungen teil – von initial 10 bis auf 30 Minuten gesteigert.

Die Ergebnisse: eine signifikante Reduktion der Schmerzintensität und eine Verbesserung der Alltagsfähigkeiten. Nach einem halben Jahr suchten nur zwei der Teilnehmer erneut medizinische Hilfe wegen Rückenschmerzen.

Bewegung als Stimmungsmacher

Zur physischen Entlastung kommt der ganzheitliche Nutzen von Bewegung. Eine Untersuchung im British Journal of Sports Medicine zeigt: Aerobe Aktivitäten wie Laufen, Schwimmen oder Tanzen können bei leichten bis mittelschweren Depressionen und Angstzuständen wirksam sein. Tanzen kombiniert körperliche Belastung mit einer Herzfrequenz von über 140 Schlägen pro Minute mit sozialen und rhythmischen Elementen.

Bereits fünf Minuten einfache Armbewegungen können laut der Psychologin Julia Christensen vom Max-Planck-Institut in Leipzig die Stimmung und Arbeitsmotivation messbar verbessern. Wichtig: Solche Bewegungsformen gelten als wertvolle Zusatztherapie – klinische Depressionen heilen sie allein jedoch nicht.

de | wissenschaft | 69541136 |