Rundfunkbeitrag, Drittanbieter

Rundfunkbeitrag: Drittanbieter verlangt 39,99 Euro für kostenlose Formulare

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 22:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kostenpflichtige Scheinformulare, falsche Bankmitarbeiter und manipulierte SMS setzen Verbraucher verschiedenen Betrugsversuchen aus.
Eine verlassene, leere Telefonzelle in einer dunklen Straße bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Kriminelle versuchen derzeit verstärkt, mit gefälschten Nachrichten im Namen des Rundfunkbeitrags oder unter dem Deckmantel von Bankmitarbeitern an sensible Finanzdaten von Bürgern zu gelangen. Ermittlungsbehörden und Verbraucherschützer schlagen Alarm angesichts der Kombination aus behördenähnlichen Webseiten, betrügerischen Anrufen und digitalen Phishing-Methoden.

Kostenfalle bei Formularen für den Rundfunkbeitrag

Verbraucherzentralen verzeichnen gegenwärtig zahlreiche Beschwerden über das Portal „dein-rundfunkbeitrag.de“. Die Seite stellt Online-Formulare für den Beitragsservice bereit und verlangt für die Weiterleitung der Angaben eine Gebühr von 39,99 Euro. Der entsprechende Kostenhinweis ist dabei lediglich im Kleingedruckten platziert.

Hinter dem Angebot steht laut Impressum die Digitaler Post Service - FZCO mit Sitz in Dubai. Die Seite wird Suchenden prominent über Google-Anzeigen präsentiert, die laut Angaben des Google-Anzeigen-Centers von der SSS-Software Special Service GmbH geschaltet wurden.

Der offizielle Beitragsservice weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Serviceleistungen wie das An- und Abmelden einer Wohnung auf der regulären Plattform www.rundfunkbeitrag.de grundsätzlich kostenlos sind.

Betrüger erbeuten Bargeld und Schmuck

Parallel zu irreführenden Webangeboten setzen Kriminelle auf direkte Kontaktaufnahmen durch angebliche Finanzangestellte. Wie das Polizeipräsidium Ludwigsburg mitteilte, fiel eine 77-jährige Frau aus Böblingen am 26. Oktober 2026 einer solchen Masche zum Opfer. Gegen 10 Uhr hatte sich ein Anrufer als Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank ausgegeben und angebliche Unstimmigkeiten bei einer Kreditauszahlung behauptet.

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Die weitere Abstimmung erfolgte über einen Messengerdienst mit einer angeblichen Bankmitarbeiterin, die eine Überprüfung vorhandener Vermögenswerte verlangte. Gegen 20:15 Uhr übergab die Seniorin schließlich mehrere Tausend Euro Bargeld sowie Goldschmuck an einen Abholer.

Der genaue Wert des Schmucks wurde nicht beziffert, die polizeilichen Ermittlungen dauern an. Am 30. Oktober 2026 warnte das Polizeipräsidium Ludwigsburg erneut eindringlich davor, nach telefonischen Aufforderungen Bargeld oder Wertgegenstände an Unbekannte auszuhändigen.

Sicherheitsbehörden warnen vor Cybernetzwerken

Auch auf technischer Ebene verschärft sich die Bedrohungslage. Das Hessische Landeskriminalamt veröffentlichte eine dringende Sicherheitswarnung vor professionell agierenden Netzwerken, die mit manipulierten SMS-Nachrichten und gefälschten Oberflächen für das Online-Banking arbeiten.

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Nach Angaben des Sicherheitsunternehmens Avast nutzen Kriminelle Datenbestände aus früheren Vorfällen, um private E-Mail-Konten und Bankzugänge anzugreifen. Alexander Vukcevic, Director CyberSafety Technology bei Avast, erklärte, dass automatisierte, KI-gestützte Werkzeuge Datenbanken ununterbrochen durchforsten, um eine Vielzahl von Opfern zeitgleich zu attackieren.

Das IT-Unternehmen Ingos berichtete zudem über den Einsatz geklonter Stimmen bei Täuschungsversuchen. Experten empfehlen Verbrauchern, verdächtige Aufforderungen stets kritisch zu hinterfragen, Adressen von Finanzinstituten manuell im Browser einzugeben und bei unklaren Forderungen direkt über offizielle Kanäle Rücksprache zu halten.

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