Wegen Coronakrise geschlossener Laden

RWI-PrÀsident Christoph Schmidt: Schulen und GeschÀfte bald wieder öffnen

Veröffentlicht am: 14.04.2020 um 08:57 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Der PrĂ€sident des Wirtschaftsforschungsinstituts RWI schlĂ€gt eine baldige Öffnung von LadengeschĂ€ften und Schulen unter Auflagen vor.

Wegen Coronakrise geschlossener Laden, Illustration mit AI erstellt.
Wegen Coronakrise geschlossener Laden, Illustration mit AI erstellt.
Christoph Schmidt, der PrĂ€sident des RWI – Leibniz-Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung erklĂ€rt in der Dienstagsausgabe der „Rheinischen Post“, dass die Entwicklung einer am Ausmaß möglicher Risiken orientierten Strategie fĂŒr eine stufenweise RĂŒckkehr zu den gewohnten AlltagsablĂ€ufen von außerordentlich großer Bedeutung sei. Dieses Ziel werde man nicht in einem einzigen Schritt „von einem Tag auf den anderen“ umsetzen können, betonte Schmidt.

Möglicherweise könnten zum Beispiel Schulen und LĂ€den bereits recht kurzfristig wieder eröffnen. Dagegen werden Massenveranstaltungen nach EinschĂ€tzung des RWI-PrĂ€sidenten vermutlich noch fĂŒr lĂ€ngere Zeit verboten bleiben.

Einen völligen Stillstand könne die Volkswirtschaft nicht sehr lange durchhalten. Es sei ganz sicher, dass der aktuelle Lockdown der Wirtschaft „nicht unbegrenzt“ aufrechterhalten werden könne, ohne dass ein immenser ökonomischer Schaden entstehe, der dann wiederum auf die einzelnen Menschen durchschlagen wĂŒrde. Von hoher PrioritĂ€t sei daher, dass die politischen EntscheidungstrĂ€ger „umgehend“ einen ersten Stufenplan fĂŒr die allmĂ€hliche Beendigung der coronabedingten EinschrĂ€nkungen vorlege, um den Unternehmen eine Perspektive aufzuzeigen.

Der PrĂ€sident des RWI spricht sich klar dagegen aus, in Zukunft ausschließlich Ă€ltere Personen einer Isolation zu unterwerfen. Mehr als 60 Prozent aller auf den Coronavirus zurĂŒckzufĂŒhrenden TodesfĂ€lle in Deutschland entfielen auf Menschen im Alter von ĂŒber 80 Jahren. Dies verdeutliche, so Schmidt, dass es sich bei den Senioren um eine Risikogruppe handele, die geschĂŒtzt werden mĂŒsse. Er betrachte diese Aufgabe jedoch nicht als Handlungsalternative zu sonstigen denkbaren Maßnahmen. Der Schutz der Ă€lteren BĂŒrger sei vielmehr ein unerlĂ€ssliches Element einer Gesamtstrategie, die sich an den gegebenen Risiken orientiere.

Eine Verstaatlichung von Wirtschaftsunternehmen wie beispielsweise von TUI oder der Lufthansa ist fĂŒr Schmidt nur als ultima ratio vorstellbar. Verstaatlichungen seien fĂŒr ihn nur als „absolute Notmaßnahme“ akzeptabel. Im Ă€ußersten Fall könne man eine Verstaatlichung vielleicht nicht ausschließen, meint der PrĂ€sident des RWI. Notwendig sei dann jedoch, dass sich der Staat nach BewĂ€ltigung der Coronakrise so schnell wie irgend möglich von seinen Unternehmensbeteiligungen auch wieder trenne.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, A. Camus

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