Salesforce AIforce: Neue KI-Schicht verbindet Daten und Assistenten
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 20:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Softwarekonzern Salesforce hat auf seiner Konferenz Dreamforce eine neue Technologie namens AIforce präsentiert. Dabei handelt es sich um eine Live-Schnittstellenebene, die darauf ausgelegt ist, Daten, strukturierte Arbeitsabläufe und Kontrollmechanismen aus dem Salesforce-Ökosystem direkt in unterschiedliche Oberflächen für künstliche Intelligenz einzubinden.
Zum Start umfasst das Angebot mehrere spezialisierte Werkzeuge: Neben Slackforce und Agentforce Coworker gehört dazu Claudeforce, das sich mit 37 vorgefertigten Vertriebsfähigkeiten zunächst in einer Betaphase befindet.
Wie Salesforce in Berichten vom 16. September 2026 darlegte, soll die neue Schicht eine Brücke zwischen den bestehenden Unternehmensdaten und modernen KI-Assistenten schlagen, ohne dass Abstriche bei der Datenverwaltung oder Unternehmensrichtlinien gemacht werden müssen. Zugleich verwies der Konzern auf das Ausmaß seines bestehenden Entwickler- und Anwender-Netzwerks.
Die sogenannte Trailblazer-Community umfasst demnach mittlerweile 12 Millionen Anwendungen, verzeichnet 9,6 Milliarden API-Aufrufe pro Tag und zählt 151 Millionen vergebene Trailhead-Badges. Zudem seien auf der Plattform bereits 156 Millionen Zeilen an KI-generiertem Programmcode entstanden.
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Partnerschaft mit NVIDIA für spezialisiertes CRM-Modell
Flankierend zur neuen Schnittstellenebene kündigte Salesforce eine enge Zusammenarbeit mit dem Chiphersteller NVIDIA an. Gemeinsam präsentierten die Unternehmen ein neues Modell für logische Schlussfolgerungen im Kundenbeziehungsmanagement namens Koa, das speziell für das Agentforce-System entwickelt wurde. Das Modell baut auf NVIDIAs Architektur Nemotron 3 Super auf und greift auf 27 Jahre CRM-Wissen zurück.
Die Entwickler betonten, dass für das Training von Koa keinerlei vertrauliche Kundendaten verwendet worden seien. Stattdessen basiert das Training auf einem synthetischen Datensatz, der aus fast 30 Jahren Branchenerfahrung abgeleitet wurde und Szenarien aus mehr als 14 Wirtschaftszweigen abbildet.
In internen Vergleichstests erreichte Koa demnach ein Leistungsniveau, das führenden Allzweckmodellen ebenbürtig oder überlegen ist. Nach Konzernangaben arbeitet das System insbesondere bei der Weiterleitung von Kundendienstfällen sowie bei Aktualisierungen von Verkaufschancen mit dreimal weniger Fehlern.
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Pilotprojekte und geplanter Zeitplan
Das spezialisierte Modell wird gegenwärtig bereits in Praxistests erprobt. Zu den ersten Pilotanwendern zählen unter anderem die Baxter Credit Union, das Beratungsunternehmen 1-800Accountant, Engine, der Rennsportveranstalter Formula 1, die Universitätsklinik UChicago Medicine sowie der Softwareanbieter Xero.
Die Unternehmen nutzen die Lösung, um Abläufe in Vertrieb und Service durch zielgerichtete logische Schlussfolgerungen zu beschleunigen. Nach Abschluss der laufenden Testphasen soll das Modell einem breiteren Kundenkreis zur Verfügung stehen. Salesforce und NVIDIA planen die allgemeine Verfügbarkeit von Koa für den Winter 2026 auf dem US-Markt.
