Salzersatz: 40 Prozent weniger Bluthochdruck bei älteren Erwachsenen
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 11:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gesunde Ernährungsmuster stehen seit Langem im Fokus der Präventionsforschung. Eine im Fachjournal Nature Communications erschienene Untersuchung des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) aus dem Jahr 2026 liefert neue Einblicke in die molekularen Mechanismen: Demnach sind zehn verschiedene gesunde Ernährungsstile – darunter DASH, die mediterrane und die nordische Diät sowie pflanzenbasierte Kostformen – ausnahmslos mit einem verlangsamten biologischen Altern verbunden.
Die Untersuchung stützt sich auf Datensätze von rund 7.500 Frauen und Männern, darunter 6.470 Teilnehmende der Bonner Rheinland-Studie sowie 1.034 Personen aus der EPIC-Potsdam-Kohorte.
Epigenetische Uhren und gemeinsame Signalwege
Zur Bestimmung des biologischen Alters analysierte das DZNE die DNA-Methylierung an rund 850.000 Stellen im Erbgut mithilfe von drei epigenetischen Uhren. Dabei zeigte sich eine beachtliche Überschneidung auf zellulärer Ebene: Über 70 Prozent der durch die Kostformen beeinflussten Signalwege sind bei allen zehn untersuchten Diäten gemeinsam.
Gleichzeitig offenbarten sich spezifische Ausprägungen einzelner Ernährungskonzepte. Während sich das DASH-Muster als herzspezifisch erwies, war die MIND-Diät kognitionsspezifisch ausgerichtet. Sowohl die DASH-Ernährung als auch die nordische Diät zeigten dabei konsistente Effekte über alle drei herangezogenen Alternsmaße hinweg.
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Am stärksten ausgeprägt war der verlangsamende Effekt auf das biologische Altern bei Rauchern. Die DZNE-Studie ordnet die Resultate jedoch differenziert ein: Die beobachteten Effekte seien messbar, aber nicht riesig. Zudem erreichten im untersuchten Teilnehmerkreis lediglich 18 Personen im gesündesten Viertel aller zehn Ernährungsscores einen Spitzenwert.
Kardiovaskuläre Entlastung durch gezielten Salzersatz
Neben umfassenden Ernährungsumstellungen können auch gezielte Anpassungen im Alltag kardiovaskuläre Risikofaktoren mindern, wie die im Fachjournal JACC veröffentlichte DECIDE-Salt-Studie darlegt. Die Untersuchung begleitete 611 Teilnehmer im Alter von mindestens 55 Jahren über einen Zeitraum von zwei Jahren in 48 Pflegeeinrichtungen in China.
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Der Einsatz von Salzersatz anstelle von normalem Salz senkte das Bluthochdruck-Risiko bei den älteren Erwachsenen um 40 Prozent. Die Inzidenz belief sich auf 11,7 gegenüber 24,3 Fällen pro 100 Personenjahre in der Vergleichsgruppe.
Ein erhöhtes Hypotonie-Risiko trat durch die umstellung nicht auf. Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass sowohl breit angelegte gesunde Ernährungsmuster als auch gezielte Substitutionen messbare physiologische Schutzwirkungen entfalten können.
