Salzersatz, Kaliumangereichertes

Salzersatz: Kaliumangereichertes Salz könnte jährlich 2,96 Millionen Leben retten

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 13:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Modellstudie beziffert den möglichen Gesundheitsgewinn und weist zugleich auf Kaliumrisiken für Menschen mit Nierenerkrankungen hin.
Ein minimalistischer Holztisch mit einer kleinen Keramikschale, die grobes, weißes Speisesalz enthält, in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Eine umfassende Modellierungsstudie des George Institute for Global Health liefert neue globale Schätzungen zum gesundheitlichen Nutzen von Salzersatzprodukten.

Den im Fachjournal Nature Health veröffentlichten Modellrechnungen zufolge, die Daten von 4,6 Milliarden Erwachsenen in 193 Ländern einbeziehen, könnte der vollständige Ersatz von herkömmlichem Natriumchlorid durch kaliumangereichertem Salz (75 Prozent Natriumchlorid und 25 Prozent Kaliumchlorid) jährlich 2,96 Millionen (95%-UI 2,81–3,12) Todesfälle verhindern.

Zudem ließen sich damit pro Jahr 10,17 Millionen (95%-UI 9,59–10,70) neue Krankheitsfälle sowie 69,43 Millionen (95%-UI 65,61–72,92) behinderungsbereinigte Lebensjahre (DALYs) infolge von Herz-Kreislauf- und chronischen Nierenerkrankungen abwenden. Dies entspräche einer Reduktion von 14,6 Prozent bei den Todesfällen, 13,1 Prozent bei den Neuerkrankungen und 16,5 Prozent bei den DALYs.

Szenarien fĂĽr Haushalte und Lebensmittelindustrie

Das Institut untersuchte fünf unterschiedliche Szenarien für die Einführung von kaliumangereichertem Salz. Würde der Salzersatz ausschließlich beim sogenannten diskretionären Salz – also dem klassischen Haushalts- und Nachsalzsalz – erfolgen, könnten weltweit jährlich 1,85 Millionen (95%-UI 1,74–1,97) Todesfälle und 6,19 Millionen Neuerkrankungen vermieden werden.

Ein alleiniger Austausch des nicht-diskretionären Salzes in verarbeiteten Lebensmitteln sowie in Restaurants könnte 1,56 Millionen (95%-UI 1,46–1,67) Todesfälle und 5,46 Millionen Fälle verhindern. Nach Angaben des Forschers Bruce Neal stammen in Europa und Nordamerika mehr als 70 Prozent der gesamten Salzaufnahme aus Fertigprodukten und Restaurantmahlzeiten.

Wird der Ersatz auf spezifische Patientengruppen beschränkt, fallen die Effekte geringer aus: Bei einer Beschränkung auf die weltweit 659 Millionen Menschen mit diagnostiziertem Bluthochdruck errechnete das Modell 0,59 Millionen (95%-UI 0,55–0,63) verhinderte Todesfälle und 1,72 Millionen Fälle.

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Bei den 524 Millionen behandelten Hypertonikern läge der Nutzen bei 0,48 Millionen (95%-UI 0,45–0,52) vermiedenen Todesfällen und 1,41 Millionen Fällen.

Länderergebnisse und Abwägung von Risiken

Die länderspezifische Aufschlüsselung der Modellierung zeigt erhebliche Unterschiede. Den Berechnungen zufolge entfiele der größte Effekt auf China mit jährlich 1.082.666 verhinderten Todesfällen und 3.614.123 vermiedenen Neuerkrankungen, gefolgt von Indien mit 399.884 Todesfällen und 1.528.494 Fällen.

Für die USA projizierten die Forscher 104.787 verhinderte Todesfälle und 491.905 Fälle. In Mexiko könnten jährlich 30.464 Todesfälle (138.546 Fälle), in Nigeria 18.069 (59.348 Fälle), im Vereinigten Königreich 12.951 (59.988 Fälle), in Südafrika 6.761 (22.955 Fälle) und in Australien 2.076 Todesfälle (15.674 Fälle) abgewendet werden.

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Ein zentraler Aspekt der Analyse betrifft potenzielle Risiken für Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion. Eine erhöhte Kaliumaufnahme birgt bei fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung sowie bei bestimmten Begleitmedikamenten die Gefahr einer Hyperkaliämie.

Für diese Patientengruppe beziffert das George Institute for Global Health die Zahl der zusätzlichen Todesfälle durch Hyperkaliämie auf 0,10 Millionen (95%-UI 0,09–0,11). Dem stünden jedoch 0,75 Millionen (95%-UI 0,71–0,80) verhinderte Todesfälle durch die blutdrucksenkende Wirkung gegenüber.

Bereits im Jahr 2025 sprach die Weltgesundheitsorganisation eine Empfehlung für kaliumangereichertes Salz aus, formulierte darin jedoch Ausnahmen für Personen mit Nierenerkrankungen sowie für Schwangere und Kinder. Fachleute weisen darauf hin, dass die Überwachung von Risikogruppen bei breiteren Ernährungsstrategien berücksichtigt werden muss.

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