Samsung gründet RX-Sparte: 13,5 Milliarden Euro für Roboter-Offensive
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Samsung, staatliche Behörden und Netzbetreiber starten eine konzertierte Aktion, um Südkorea zur führenden Robotik-Nation zu machen. Die asiatische Technologie-Macht will mit massiven Investitionen und neuen Strategien den Anschluss an die Weltspitze schaffen – und setzt dabei auf humanoide Roboter, autonome Häfen und spezialisierte Hardware.
Samsung gründet Robotik-Sparte und plant Milliarden-Fabrik
Der Elektronikriese Samsung Electronics hat am 21. Juli 2026 die neue Sparte RX (Robot Experience) ins Leben gerufen. Die Einheit berichtet direkt an CEO TM Roh und konzentriert sich auf die Entwicklung humanoider Roboter und physischer KI. An der Spitze steht Lee Dongkun, ein ehemaliger Manager von Hyundai Motor. Geplant sind Forschungszentren in den USA, China und Japan.
Die strukturelle Neuaufstellung folgt einer Ankündigung vom 3. Juli: Damals investierte Samsung 19 Billionen Won (umgerechnet rund 13,5 Milliarden Euro) in die Stadt Gumi. Die südkoreanische Industriestadt hat daraufhin eine „Robot Task Force" gegründet, um Samsungs Pläne für eine Roboter-Datenfabrik und die Massenproduktion humanoider Roboter zu unterstützen. Gumi beherbergt bereits mehr als 50 Robotik-Unternehmen und strebt die Auszeichnung als „Fortgeschrittener strategischer Industriekomplex für Robotik" an.
Parallel dazu hat Samsung Electro-Mechanics in Vietnam die Pilotproduktion von Kameramodulen für humanoide Roboter gestartet. Der Kunde: ein strategischer Partner aus den USA. Die Massenfertigung soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen. Auch LG Innotek ist im Geschäft: Der Zulieferer führt Gespräche mit Figure AI über Roboterkamera-Module und entwickelt Vision-Sensorik für den Atlas-Roboter von Boston Dynamics.
Nationale Hafenstrategie: 30 Prozent mehr Produktivität bis 2035
Die südkoreanische Regierung hat am 23. Juli 2026 eine umfassende Physical-AI-Hafenstrategie vorgestellt. Das Ministerium für Ozeane und Fischerei will gemeinsam mit dem Ministerium für Wissenschaft und ICT die Produktivität der Häfen bis 2035 um 30 Prozent steigern. Ziel ist ein Anteil von zehn Prozent am globalen Hafenausrüstungsmarkt.
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Der Jinhae New Port soll bis 2032 als Vorzeigestandort dienen, der Hafen von Gwangyang als Testfeld für autonome Kräne und fahrerlose Transportsysteme (AGVs). Das ist ein klares Signal an die globale Schifffahrtsindustrie: Südkorea will nicht länger nur Schiffe bauen, sondern die Häfen der Zukunft betreiben.
Um die Fertigungsindustrie fit für die KI-Ära zu machen, haben das Ministerium für KMU und Startups sowie das Ministerium für Design und Statistik am 23. Juli ein spezielles Klassifikationssystem für intelligente Fertigungstechnologie eingeführt. Es umfasst vier Hauptgruppen und 34 Unterkategorien und unterstützt die Initiative Manufacturing AI 2030.
Netzbetreiber unter Druck: Investitionen für die KI-Infrastruktur
Vizepremierminister Paik Kyunghun hat am 23. Juli die Chefs von SK Telecom, KT und LG Uplus zu einem dringenden Gespräch getroffen. Seine Botschaft: Die Netzbetreiber müssen massiv in die Infrastruktur investieren. Konkret geht es um die Unterstützung von KI-Rechenzentren, autonomem Fahren und physischer KI.
Ein öffentlich-privates Konsultationsgremium soll im August gegründet werden, um Investitionen globaler Technologiekonzerne wie NVIDIA, Broadcom und OpenAI nach Südkorea zu locken. Das ist ein klares Signal: Ohne leistungsfähige Netze bleibt die Robotik-Offensive Stückwerk.
Spezial-Displays für Roboter-Gesichter
Auf der Messe K-Display 2026 haben Samsung Display und LG Display am 23. Juli neue OLED-Panels für humanoide Roboter präsentiert. Samsung zeigte ein 6,9 Zoll großes gebogenes OLED mit Eye-Tracking-Funktion. LG Display stellte ein P-OLED-Panel vor, das in extremen Temperaturbereichen von minus 30 bis plus 85 Grad Celsius funktioniert.
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Auf der Konsumentenseite kündigte Samsung am 22. Juli seine Intelligent Eyewear AI an – eine Smart-Brille, die in Zusammenarbeit mit Google und Qualcomm entstanden ist. Sie nutzt Gemini-KI für Navigation und Übersetzung. Die Designs stammen von Gentle Monster und Warby Parker. Der Marktstart ist für Ende 2026 geplant.
Roboter im Bergbau und im Museum
Die praktische Anwendung der Robotik erreichte diese Woche neue Meilensteine. Am 23. Juli gab Mariana Minerals den Einsatz des Boston-Dynamics-Spot-Roboters im Kupferbergwerk Copper One in Utah bekannt. Der Roboter ist in die MarianaOS-Plattform integriert und übernimmt automatische Anlageninspektionen und Patrouillen. Das Unternehmen verspricht sich erhebliche Kosteneinsparungen beim Abbau und der Verarbeitung.
Im öffentlichen Sektor hat das Seoul Robot & AI Museum seinen Spot-Roboter aktualisiert. Seit dem 23. Juli verarbeitet er koreanische Sprachbefehle lokal auf dem Gerät – ohne Cloud-Anbindung. Das Seoul Museum of History startete am 22. Juli ein Pilotprojekt mit erweiterter Realität (AR): Besucher können historische 3D-Rekonstruktionen der Stadt durch spezielle Brillen betrachten.
Standardisierung der KI-Trainingsdaten
Auch die technischen Grundlagen der Branche werden vereinheitlicht. Bei einem Treffen der Internationalen Fernmeldeunion (ITU-T) in Genf vom 14. bis 22. Juli wurde ein Vorschlag von SK Telecom zur Standardisierung der Robot Data Factory (RDF) angenommen. Ziel ist ein einheitliches Format für KI-Trainingsdaten von Robotern. SK Telecom arbeitet zudem mit SK Hynix an einer digitalen Zwillingsplattform für KI-Anwendungen in der Fertigung.
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