SAP, KI-Assistenten

SAP plant 50 KI-Assistenten und 400 Agenten bis Ende 2026

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 04:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SAP will KI aus Pilotprojekten in produktive Abläufe überführen, plant neue Assistenten und Agenten, kämpft aber mit Kosten und Umsetzungsrisiken.

SAP richtet KI-Strategie auf messbaren Geschäftsnutzen aus
Ein minimalistisches, modernes Architekturgebäude mit klaren Linien und hellem Tageslicht in einem Innovationszentrum. Illustration mit AI erstellt.

Der Softwarekonzern SAP hat auf der Fachveranstaltung SAP Now Delhi seine Strategie präsentiert, um künstliche Intelligenz (KI) in Unternehmen verantwortungsvoll, relevant und verlässlich zu etablieren. Im Zentrum der Vorstellung stand der Übergang von einer Phase des Experimentierens hin zum produktiven Einsatz der Technologie. Die Strategie des Unternehmens ruht dabei auf den drei Säulen Verantwortung, Relevanz und Zuverlässigkeit.

Fokus auf End-to-End-Prozesse und Wertschöpfung

Manish Prasad, Präsident von SAP für den indischen Subkontinent, erläuterte im Rahmen der Veranstaltung, dass Kunden derzeit lediglich 60 bis 70 Prozent der verfügbaren Plattform-Fähigkeiten ausschöpfen würden.

Um die Effizienz zu steigern, konzentriere sich SAP künftig auf vier zentrale End-to-End-Prozesse: den Beschaffungsprozess (Procure-to-pay), die Personalverwaltung (Hire-to-retire), die Produktentwicklung und -fertigung (Design-to-operate) sowie die Finanzberichterstattung (Report-to-report).

Ergänzend dazu betonte Ravinder Amar, Vice President Enterprise Business bei SAP India, einen strategischen Wandel von einer „Cloud-First“- hin zu einer „Value-First“-Ausrichtung. Anstelle von isolierten Pilotprojekten stehe nun der messbare Return on Investment (ROI) im Vordergrund.

Als Beispiel für Effizienzsteigerungen durch KI-Unterstützung nannte Amar das Tool „Joule for Consultants“. Dieses ermögliche für funktionale Berater Effizienzgewinne von 15 bis 20 Prozent, während technische Berater eine Steigerung von 10 bis 20 Prozent erzielen könnten.

Infrastruktur und regionale Bedeutung des indischen Marktes

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Die Bedeutung des Standorts Indien wurde durch die Ankündigung eines neuen Innovation Campus in Devanahalli (Bengaluru) unterstrichen. Dieser Schritt sei aufgrund von Überkapazitäten am bestehenden Standort Whitefield notwendig geworden. Laut Angaben von SAP umfasst der Sektor für professionelle Dienstleistungen in Indien rund 55 Lakh Beschäftigte und trägt zwischen 6 und 7 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.

In der praktischen Anwendung zeigten sich bereits erste Ergebnisse der KI-Integration. Ein namentlich nicht genannter Kunde nutze die SAP Business AI bereits für die Bearbeitung von mehr als 15.000 Ausschreibungsanfragen (RFPs) pro Jahr.

Technisch setzt SAP dabei auf die Business Data Cloud sowie die Übernahme von Dremio, um sowohl SAP- als auch Nicht-SAP-Daten effektiv verarbeiten zu können. Für die zweite Jahreshälfte 2026 plane der Konzern zudem die Einführung von 50 KI-Assistenten, über 400 KI-Agenten und einer neuen Business-KI-Plattform.

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Wirtschaftliche Kennzahlen und operative Risiken

Trotz der technologischen Expansion steht SAP vor wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen. Zwar verzeichnete das Unternehmen im zweiten Quartal 2026 einen Anstieg des aktuellen Cloud-Backlogs um 27 Prozent, jedoch belasten hohe Kosten für Forschung und Entwicklung im KI-Bereich sowie steigende Ausgaben für Fachkräfte die Margen.

Zudem wurden Rückschläge in der operativen Umsetzung bekannt. So brach das Unternehmen Zeiss eine über sechs Jahre laufende Migration in die SAP-Cloud ab, was Kosten von mehr als 232 Millionen US-Dollar verursachte. Auch intern steht das Management vor Aufgaben: Das Vertrauen der Belegschaft in den Vorstand lag im Mai bei 54 Prozent, nachdem dieser Wert in der Vergangenheit bei 80 Prozent gelegen hatte.

Weltweit nutzen derzeit mehr als 90 Prozent der Fortune-500-Unternehmen SAP-Lösungen. Der Konzern beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter in 81 Ländern. Mit Blick auf die Zukunft wies das Unternehmen darauf hin, dass die Unterstützung für ältere Systeme (Legacy-Support) im Jahr 2027 enden wird.

Als wesentliche Risiken für die kommenden Jahre gelten neben der Umsetzung komplexer Projekte auch regulatorische Compliance-Anforderungen und der Wettbewerb durch große Cloud-Infrastruktur-Anbieter (Hyperscaler).

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