Schach, Intelligenz

Schach und Intelligenz: Studie belegt Kompensation durch Training

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Deutsche Schachbund meldet knapp 100.000 Mitglieder, getrieben von Kindern und Jugendlichen. Studien zeigen besondere Vorteile fĂĽr leistungsschwache SchĂĽler.

Deutscher Schachbund: Historischer Mitgliederzuwachs durch junge Spieler
Eine Nahaufnahme einer Schachfigur auf einem Spielbrett vor einem unscharfen Hintergrund aus FachbĂĽchern und Diagrammen. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Der Deutsche Schachbund verzeichnet einen historischen Mitgliederzuwachs. Knapp 100.000 Spieler sind aktuell in rund 2.300 Vereinen organisiert. Besonders Kinder und Jugendliche treiben das Wachstum.

„Das ist maßgeblich auf den verstärkten Zulauf bei Kindern und Jugendlichen zurückzuführen“, sagt DSB-Präsident Paul Meyer-Dunker. Den Grundstein legte die Netflix-Serie „Das Damengambit“ – doch der Trend setzt sich nun in der Breitenarbeit fort.

Fördern Schachspieler die Intelligenz?

Die Wissenschaft ist sich uneins: Fördert Schach die Intelligenz – oder braucht man Intelligenz, um gut Schach zu spielen? Eine Studie der Universität Sheffield unter Nemanja Vaci liefert Antworten.

Demnach kann intensives Training anfänglich eine geringere kognitive Grundausstattung kompensieren. Langfristig haben jedoch Spieler mit höherer Intelligenz die Nase vorn – besonders beim Erreichen von Spitzenleistungen.

Schwächere Schüler profitieren besonders

Die Universität Trier untersuchte die Auswirkungen auf die Schulbildung. Ergebnis: Vor allem leistungsschwache Kinder profitieren vom Schachspielen. Trotzdem fehlt bislang der eindeutige Beleg für einen allgemeinen Intelligenz-Boost.

Einen sogenannten Transfer-Effekt – also eine Steigerung der Intelligenz in anderen Lebensbereichen – konnten Forscher nicht nachweisen.

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Die Universität Trier belegt: Vor allem leistungsschwache Kinder profitieren vom Schachspielen. Mit dem richtigen Trainingsplan können Sie diese Erkenntnis nutzen – ohne teure Kurse. Jetzt kostenlosen Übungsplan anfordern

Elfjährige schreibt Schachgeschichte

Dass auch im jungen Alter Außergewöhnliches möglich ist, zeigte Mitte Juli: Die elfjährige Bodhana Sivanandan besiegte einen Großmeister mit einer Elo-Zahl von über 2600. Damit brach sie einen jahrzehntealten Rekord.

Der Verband plant zudem, den Frauenanteil zu erhöhen. Der liegt aktuell bei rund 10 Prozent. Mit einem Etat von 2,4 Millionen Euro will der DSB gezielt gegensteuern.

Schach hinter Gittern

Die Weltschachorganisation FIDE setzt auf soziale Integration. Das Programm „Chess for Freedom“ unterstützt die Rehabilitation von Gefangenen. Für die interkontinentale Meisterschaft 2026 ist die Anmeldung bereits offen – nachdem zuvor 50 Länder teilnahmen.

FĂĽhrungswechsel beim Weltverband

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Auf institutioneller Ebene gibt es Bewegung: Nach EU-Sanktionen setzte FIDE-Präsident Arkadi Dworkowitsch im Juli seine Befugnisse aus. Die kommissarische Leitung übernahm Viswanathan Anand.

Der Schachgipfel in Dresden mit über 1.000 Teilnehmern und strengen Sicherheitsvorkehrungen gegen Betrug zeigt: Der Sport ist in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Eine neue Netflix-Dokumentation über die Kontroversen zwischen Magnus Carlsen und Hans Niemann hält das Interesse zusätzlich wach.

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