Schaeffler, Roboter-Kosten

Schaeffler senkt Roboter-Kosten um 25%: Wellgetriebe revolutioniert Herstellung

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 08:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schaeffler senkt mit neuen Wellgetrieben die Herstellungskosten humanoider Roboter um 25 Prozent und treibt Partnerschaften sowie Metaversum-Ausbau voran.

Schaeffler präsentiert Robotik-Innovationen und senkt Kosten humanoider Systeme
Präzisionsgefertigtes Wellgetriebe für humanoide Roboter auf einer Werkbank in einer Fertigungshalle. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat eine neue technologische Entwicklung im Bereich der Robotik vorgestellt, die die wirtschaftliche Tragfähigkeit humanoider Systeme signifikant verbessern könnte.

Durch die Konstruktion spezieller Wellgetriebe, auch Strain-Wave-Getriebe genannt, strebt das Unternehmen eine Senkung der Herstellungskosten für humanoide Roboter um etwa 25 Prozent an. Diese Innovation ist eng mit neuen Fertigungsmethoden verknüpft, die am Standort Hirschaid etabliert wurden.

Neue Fertigungsverfahren am Standort Hirschaid

Die technologische Basis für die Kostensenkung bildet ein am oberfränkischen Standort Hirschaid entwickeltes Produktionsverfahren. Die dortigen Mitarbeiter verbinden mit der kostengünstigen Fertigung der Wellgetriebe die Hoffnung auf eine langfristige Standortsicherung durch ein zukunftsweisendes Produktsegment.

Hirschaid soll sich nach den Plänen des Unternehmens zu einer zentralen Fertigungslinie für Komponenten humanoider Roboter entwickeln. Die dort produzierten Getriebe sind essenzielle Bauteile, die präzise Bewegungsabläufe in den Gelenken der Roboter ermöglichen.

Strategische Partnerschaften und Training im „Humanoid Gym“

Parallel zur Hardware-Entwicklung intensiviert Schaeffler die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. Der AEON-Humanoid des Unternehmens Hexagon Robotics hat vor Kurzem mit dem Training im sogenannten „Humanoid Gym“ von Schaeffler in Deutschland begonnen.

Bei diesem Prozess kommt das Verfahren des Imitation Learning zum Einsatz, bei dem die Roboter durch die Nachahmung menschlicher Bewegungsabläufe lernen. Schaeffler liefert für diese Modelle die notwendige Aktuatorik.

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Arnaud Robert von Hexagon und Jochen Schröder von Schaeffler gaben dazu bekannt, dass das Training der AEON-Roboter darauf abzielt, in den kommenden Jahren mindestens 1.000 dieser Einheiten in den Einsatz zu bringen. Innerhalb des Schaeffler-Konzerns ist der operative Start der AEON-Humanoiden bereits für die nächsten sechs Monate vorgesehen.

Großaufträge und Kooperationen mit Startups

Ein weiterer Meilenstein in der Robotik-Strategie ist die Kooperation mit dem britischen Startup Humanoid. Das junge Unternehmen, das nach einer Series-A-Finanzierungsrunde über 152 Millionen US-Dollar mit insgesamt 1,35 Milliarden US-Dollar bewertet wird, hat mit Schaeffler eine umfangreiche kommerzielle Vereinbarung unterzeichnet.

Diese sieht die Bereitstellung von tausenden Robotern vor, wobei ein erster Beta-Rollout für das Jahr 2026 geplant ist. Bis zum Jahr 2032 sollen über 1.000 Roboter im Rahmen eines „Robot-as-a-Service“-Modells bereitgestellt werden. Flankiert wird diese Vereinbarung durch einen fünfjährigen Liefervertrag über insgesamt eine Million Aktuatoren, die Schaeffler bis 2032 an das Startup liefern soll.

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Digitalisierung und industrielles Metaversum

Für die Entwicklung und das Training der Robotersysteme nutzt Schaeffler verstärkt digitale Infrastrukturen. Das Unternehmen wurde jüngst mit dem Deutschen Innovationspreis für sein industrielles Metaversum ausgezeichnet. Diese digitale Umgebung ermöglicht nicht nur die Erstellung digitaler Zwillinge, sondern dient auch als virtuelle Trainingsplattform für humanoide Roboter.

Aktuell wird das Metaversum in zehn Zentren eingesetzt. Bis zum Jahr 2030 plant Schaeffler den Ausbau dieser Technologie auf 50 Prozent seiner weltweiten Werke.

Neben den Aktivitäten in der Robotik treibt das Unternehmen zudem Lösungen für andere Industriesektoren voran. Auf der kommenden Messe WindEnergy Hamburg präsentiert der Konzern unter anderem X-life Wälzlager und spezielle Generatorlager der G-Serie.

Zudem verwies das Unternehmen auf einen im Jahr 2025 in Betrieb genommenen Teststand für Rotorlager im dänischen Lindø, der für Systeme mit einer Leistung von über 20 Megawatt ausgelegt ist. Auf einer Robotik-Messe in Peking zeigte Schaeffler zudem gemeinsam mit Infineon aktuelle technologische Anwendungen.

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