Schilddrüse, Mariendistel-Extrakt

Schilddrüse: Mariendistel-Extrakt kann den Hormontransporter MCT8 hemmen

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 13:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Geringe Jodgehalte in Böden erschweren die Versorgung; Endokrinologen warnen vor ungeprüften Präparaten und eigenmächtigen Änderungen der Schilddrüsentherapie.

Jodversorgung in Deutschland bleibt unzureichend: BfR und Fachgesellschaft warnen
Ein weites, unbestelltes Ackerfeld unter einem bewölkten Himmel, das die geologischen Gegebenheiten der Böden symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Die Versorgung der Bevölkerung mit dem lebenswichtigen Spurenelement Jod bleibt in Deutschland eine gesundheitspolitische Herausforderung. Nach aktualisierten Fachinformationen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist die Jodversorgung hierzulande weiterhin nicht optimal.

Das Spurenelement ist für den menschlichen Organismus essenziell, da es für die Bildung von Schilddrüsenhormonen zwingend benötigt wird. Gleichzeitig mahnen Fachgesellschaften zur Vorsicht beim unkritischen Griff zu freiverkäuflichen Nahrungsergänzungsmitteln.

Geringe Jodgehalte in heimischen Böden erfordern bewusste Ernährung

Die Ursache für die unzureichende Zufuhr liegt vor allem in den geologischen Gegebenheiten. Wie das BfR in seinen Fragen und Antworten zur Thematik hervorhebt, weisen die Böden in Deutschland von Natur aus nur geringe Jodgehalte auf. Folglich enthalten auch landwirtschaftliche Erzeugnisse und die daraus hergestellten Lebensmittel nur wenig Jod. Um den Bedarf des Körpers zu decken, ist daher eine gezielte Aufnahme über die Nahrung erforderlich.

Über die Hintergründe und Details dieser Empfehlungen informiert das Institut in einer Aktualisierung seiner Ausführungen. Wie ein Branchenbericht des Fachportals food-monitor.de vom 14. Oktober 2026 anmerkt, ist der Volltext dieser überarbeiteten FAQ allerdings nur für Abonnenten hinter einer Bezahlschranke zugänglich.

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Risiken durch unregulierte Nahrungsergänzungsmittel

Während die Basisversorgung über die Ernährung sichergestellt werden sollte, warnen Endokrinologen vor vermeintlich schnellen Lösungen aus dem Handel. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V. warnt ausdrücklich vor frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmitteln, denen eine regulierende oder stärkende Wirkung auf die Schilddrüsenhormone zugeschrieben wird. Für diese Präparate fehle bislang jeglicher wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweis.

Besondere Vorsicht gilt für Menschen mit Vorerkrankungen des Organs. Nach Angaben der Fachgesellschaft stellt die Autoimmunthyreoiditis die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion im Erwachsenenalter dar. Bei Betroffenen können unsachgemäß eingenommene Substanzen den Krankheitsverlauf verkomplizieren oder bestehende Therapien stören.

Wechselwirkungen und Risiken pflanzlicher Extrakte

Ein zentrales Problem stellen unbedachte Wechselwirkungen dar. Nach Erkenntnissen der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e.V. weisen Untersuchungen darauf hin, dass Silychristin, ein Bestandteil aus Mariendistelextrakten, den Schilddrüsenhormon-Transporter MCT8 hemmen kann.

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Eine solche Blockade kann dazu führen, dass Schilddrüsenhormone nicht mehr ordnungsgemäß transportiert werden, wodurch sich die Symptome einer Unterfunktion verstärken können.

Zudem belegt die Fachgesellschaft anhand einer Studie den Einfluss weiterer Stoffe: Demnach sind erhöhte Konzentrationen von Cholin mit einem niedrigen Schilddrüsenhormonstatus, einem erhöhten Thyreoidea-stimulierenden Hormon (TSH) und einem gesteigerten Herz-Kreislauf-Risiko assoziiert.

Vor diesem Hintergrund warnt die Fachgesellschaft Patienten mit einer diagnostizierten Schilddrüsenerkrankung eindringlich davor, verordnete Medikamente eigenmächtig anzupassen. Arzneimittel wie L-Thyroxin dürfen keinesfalls ohne ärztliche Rücksprache eigenständig abgesetzt oder in ihrer Dosierung verändert werden. Ein therapeutischer Ersatz durch Nahrungsergänzungsmittel sei medizinisch unbegründet und potenziell gesundheitsgefährdend.

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