Schizophrenie: Altes Diuretikum verbessert ArbeitsgedÀchtnis signifikant
17.06.2026 - 16:50:08 | boerse-global.de
Erste Studiendaten liefern Hinweise â doch der Durchbruch steht noch aus.
Herkömmliche Antipsychotika helfen oft kaum gegen GedĂ€chtnis- oder Aufmerksamkeitsstörungen bei Schizophrenie. Forscher setzen deshalb auf Wirkstoff-Repurposing: Sie testen bereits zugelassene Medikamente fĂŒr neue Anwendungen.
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Der NRG1-ERBB4-Signalweg als Ziel
Im Fokus steht Spironolacton â ein Diuretikum, das seit Jahrzehnten gegen Herzerkrankungen eingesetzt wird. Wissenschaftler des LMU Klinikums und weiterer bayerischer UniversitĂ€tsklinika sowie US-Partner prĂŒften den Wirkstoff in der randomisierten, placebokontrollierten Studie SPIRO-TREAT.
Die Idee: Spironolacton greift in den NRG1-ERBB4-Signalweg ein. Dieser Pfad spielt eine wichtige Rolle bei der neuronalen Kommunikation. Eine Beeinflussung könnte kognitive Symptome verbessern.
Ergebnisse: ArbeitsgedÀchtnis verbessert sich
90 Patienten erhielten ĂŒber drei Wochen entweder ein Placebo oder 100 mg beziehungsweise 200 mg Spironolacton. Der primĂ€re Endpunkt â eine signifikante Ăberlegenheit in den vorab festgelegten Analysen â wurde laut der am 16. Juni 2026 im Fachjournal Communications Medicine veröffentlichten Daten nicht erreicht.
Doch Post-hoc-SensitivitÀtsanalysen lieferten interessante Hinweise: Die ArbeitsgedÀchtnisleistung verbesserte sich unter Spironolacton signifikant. Auch bei Aufmerksamkeit und allgemeiner GedÀchtnisleistung zeigten sich positive Tendenzen. Die VertrÀglichkeit des PrÀparats bewerteten die Forscher als gut.
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Die Studienautoren bezeichnen die Befunde als vorlĂ€ufig. GröĂere Patientengruppen mĂŒssen die Ergebnisse bestĂ€tigen.
Breitere Forschung zu kognitiven Störungen
Die Suche nach neuen Therapien fĂŒr kognitive BeeintrĂ€chtigungen lĂ€uft parallel auf mehreren Gleisen:
- Diagnostik: Mitte Juni 2026 stellten Alzheimer-Forscher eine automatisierte Plattform fĂŒr Bluttests vor. Sie validiert Biomarker wie p-Tau217 und könnte eine nicht-invasive Alternative zur herkömmlichen Diagnostik bieten.
- Wirkstoffentwicklung: Eine Phase-4-Studie zu einem Acetylcholinesterase-Hemmer bei Alzheimer-Demenz startete im Juni 2026. Rund 150 Patienten nehmen teil, die VertrĂ€glichkeit unter Praxisbedingungen wird bis FrĂŒhjahr 2027 untersucht.
- PrÀventionsforschung: Analysen von Gesundheitsdaten zwischen 2012 und 2024 legen nahe: Glucosamin könnte bei Patienten mit leichten kognitiven EinschrÀnkungen das Demenzrisiko erhöhen.
Ob Spironolacton den Weg in die klinische Praxis findet, bleibt offen. Die bayerischen Forscher betonen: Erst umfangreichere Studien können den therapeutischen Nutzen endgĂŒltig klĂ€ren.
