Schlafmangel, Minuten

Schlafmangel: Schon 90 Minuten weniger stören den Stoffwechsel

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 12:17 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studie belegt: Bereits 90 Minuten weniger Schlaf führen zu Gewichtszunahme und erhöhen das Diabetesrisiko.

Schlafmangel-Studie: 90 Minuten weniger stören den Stoffwechsel
Nahaufnahme einer Person, die auf einem Kissen schläft, mit angedeuteten Gehirnwellen oder Datenvisualisierungen, die über dem Kopf schweben. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Studie der Columbia University. 95 Erwachsene reduzierten ihre Nachtruhe über sechs Wochen um 90 Minuten – mit Folgen: Sie nahmen im Schnitt knapp ein halbes Kilo zu, der Taillenumfang wuchs.

Die Forscher beobachteten zudem einen Anstieg des appetitregulierenden Hormons Ghrelin. Die Probanden saßen länger. Besonders bei Frauen mit erhöhtem Risiko stieg die Insulinresistenz. Schlafmangel gilt damit als eigenständiger Risikofaktor für Übergewicht und Typ-2-Diabetes.

Warum Stille beim Lernen entscheidend ist

Ein Team der Universität Freiburg untersuchte, wie Umgebungsgeräusche die Gedächtnisbildung stören. Die in iScience veröffentlichte Studie zeigt: Zufällig abgespielte Töne verkürzen die Tiefschlafphase und reduzieren langsame Hirnwellen. Die 20 Probanden erinnerten sich anschließend schlechter an gelernte Inhalte.

Die Kontinuität des Tiefschlafs ohne externe Störungen ist demnach eine Grundvoraussetzung, um Informationen ins Langzeitgedächtnis zu überführen.

Hormonelle Steuerung im Tiefschlaf

Forscher aus Berkeley lieferten im Juli neue Erkenntnisse zur hormonellen Steuerung. In Mäuseversuchen wiesen sie nach: Spezifische Nervenzellen im Hypothalamus steuern während der Non-REM-Phase die Ausschüttung von Wachstumshormonen. GHRH-Neuronen treiben die Freisetzung an, Somatostatin-Neuronen bremsen sie. Im Tiefschlaf lässt die Hemmung nach – das unterstützt Muskelaufbau und Regeneration.

Neue Hoffnung bei Schlafapnoe

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Für Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe zeichnen sich medikamentöse Alternativen ab. Die Phase-3-Studie „SynAIRgy“ testete das Kombinationspräparat AD109 (Aroxybutynin und Atomoxetin) an 646 Erwachsenen über sechs Monate.

Das Medikament stabilisiert die Rachenmuskulatur. Der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) sank um 44,1 Prozent – in der Placebogruppe nur um 17,6 Prozent. Die Sauerstoffwerte verbesserten sich. Allerdings berichteten 70,8 Prozent der Teilnehmer über Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit oder Übelkeit. Jeder fünfte brach die Behandlung ab. Ein Zulassungsantrag bei der FDA ist eingereicht, der Markteintritt wird für das erste Quartal 2027 angestrebt.

Früherkennung per Smartphone

Eine App könnte künftig Alzheimer frühzeitig erkennen. Eine im Juni in npj Digital Medicine vorgestellte Studie belegte die Wirksamkeit. In einer Langzeitstudie mit 202 Teilnehmern zwischen 52 und 85 Jahren identifizierte die Anwendung kognitive Verschlechterungen im Hippocampus – und korrelierte mit langjährigen klinischen Beobachtungen.

Kreatin als Hoffnungsträger?

Im Bereich der Prävention untersuchen Fachleute den Einsatz von Kreatin. Studien mit Probanden unter Schlafentzug deuten darauf hin, dass die Supplementierung kognitive Verschlechterungen abmildern kann. Bei einer Pilotstudie mit Alzheimer-Patienten führten tägliche Gaben von 20 Gramm über acht Wochen zu moderaten Verbesserungen in kognitiven Tests. Einheitliche Dosierungsempfehlungen stehen noch aus.

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Was bei akutem Schlafmangel hilft

Experten empfehlen verhaltensbasierte Strategien: Komplexe Kohlenhydrate zum Frühstück, kurze Bewegungseinheiten und natürliches Morgenlicht verbessern die geistige Leistung. Ein kurzes Nickerchen von 15 bis 20 Minuten – kombiniert mit einem Espresso davor – gilt als effektive Maßnahme gegen Tagesschläfrigkeit.

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