Schlafmangel, Stunden

Schlafmangel: Zwei Stunden REM-Verlust senkt Leistung um 60%

Veröffentlicht: 03.06.2026 um 11:28 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studie zeigt: Kognitives Training verbessert Multitasking bei über 60-Jährigen, nicht bei jungen Erwachsenen.

Schlafmangel: Zwei Stunden REM-Verlust senkt Leistung um 60% Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
Schlafmangel: Zwei Stunden REM-Verlust senkt Leistung um 60% Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Studie der Université de Montréal zeigt: Spezielles N-Back-Training verbessert bei über 60-Jährigen die Fähigkeit, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen. Das ist relevant für die Sicherheit beim Autofahren. Bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren blieb dieser Effekt aus.

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Die Forscher vermuten: Ältere Gehirne nutzen neuronale Kompensationsmechanismen, um die kognitive Belastung besser zu bewältigen. Entscheidend ist jedoch die Vielfalt der Herausforderungen. Ein einseitiges Training reicht nicht aus, um die Gehirngesundheit langfristig zu fördern.

Kreatin gegen Schlafmangel

Neben dem Training rücken biochemische Faktoren in den Fokus. Eine Studie des Forschungszentrums Jülich belegte: Hochdosiertes Kreatin verbessert bei akutem Schlafmangel den Gehirnstoffwechsel. Die Wirkung zeigte sich bereits drei Stunden nach der Einnahme, das Maximum nach vier Stunden.

Ein Durchbruch gelang in der Pharmakologie: Am 26. September 2024 erteilte die FDA die Zulassung für Cobenfy (Xanomelin-Trospium). Es ist das erste Antipsychotikum seit Jahrzehnten, das nicht über eine Blockade von Dopamin-D2-Rezeptoren wirkt, sondern das cholinerge System moduliert. Klinische Studien zeigten eine signifikante Verbesserung der Symptome – ohne die üblichen Nebenwirkungen wie starke Gewichtszunahme oder motorische Störungen.

Forscher der Texas A&M University entwickelten zudem ein Nasenspray mit extrazellulären Vesikeln. In Tierversuchen reduzierte es altersbedingte Neuroinflammation und verbesserte das Gedächtnis über mehrere Monate. Ein US-Patent ist bereits angemeldet.

Stress und Schlafmangel – die Gedächtnis-Killer

Externe Belastungen haben messbare Folgen für das Gehirn. Eine Studie der Universität Hamburg, veröffentlicht in Science Advances am 1. Juni 2026, untersuchte die Auswirkungen von akutem Stress auf die Gedächtnisintegration im Hippocampus. Ergebnis: Gestresste Personen haben Schwierigkeiten, logische Verknüpfungen zwischen zusammenhängenden Informationen herzustellen.

Noch drastischer wirkt sich Schlafmangel aus. Forschungsergebnisse aus dem Frühjahr 2026 belegen: Bereits der Verlust von zwei Stunden REM-Schlaf senkt die kognitive Leistungsfähigkeit um bis zu 60 Prozent. Der wirtschaftliche Schaden in fünf führenden Industrienationen wird auf bis zu 680 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt.

Demenzrisiko: Früherkennung ist möglich

Die Identifikation von Risikofaktoren beginnt bereits in jungen Jahren. Eine am 2. Juni 2026 veröffentlichte Analyse der Universität Leipzig nutzte den LIBRA-Demenzrisiko-Index. Basis waren NAKO-Daten von 150.000 Teilnehmern. Ergebnis: Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen korrelieren bereits bei 20- bis 39-Jährigen mit schlechterer kognitiver Leistung. Bei älteren Probanden dominieren kardiovaskuläre Risiken.

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Überraschende Ergebnisse lieferte eine chinesische Beobachtungsstudie zur Ernährung. Bei 800 Teilnehmern zwischen 55 und 90 Jahren war eine Omega-3-Supplementierung über fünf Jahre mit beschleunigtem kognitiven Abbau assoziiert. Die Forscher betonten: Die Studie beweist keine Kausalität, rät aber zur Vorsicht bei der Supplementierung.

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