Schlaganfallrisiko, Nachlassende

Schlaganfallrisiko: Nachlassende Kognition zwischen 60 und 69 als Warnsignal

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 11:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Langzeitstudie verbindet nachlassende Kognition im Alter von 60 bis 69 Jahren mit einem höheren Risiko für den ersten Schlaganfall.
Ein minimalistischer, heller Untersuchungsraum in einer medizinischen Einrichtung ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Eine verringerte kognitive Leistungsfähigkeit bei Erwachsenen zwischen 60 und 69 Jahren weist auf ein erhöhtes Risiko für einen erstmaligen Schlaganfall Jahre später hin. Dies zeigt eine Längsschnitt-Kohortenstudie, die im Journal of the American Heart Association veröffentlicht wurde.

Die Forscher analysierten dabei Bereiche wie die globale Kognition, das episodische Gedächtnis und die Wahrnehmungsgeschwindigkeit. Ein kognitiver Leistungsabfall kann demnach bereits frühzeitig als Warnindikator für spätere vaskuläre Ereignisse dienen.

Warnzeichen und Risikofaktoren im Fokus

Wissenschaftler untersuchen zunehmend die Zusammenhänge von kognitiven Fähigkeiten sowie der Schlafqualität mit dem individuellen Schlaganfallrisiko. Bei bestimmten Altersgruppen zeichnen sich frühe Warnzeichen besonders deutlich ab. Das Phänomen betrifft eine hohe Zahl von Menschen: In Deutschland ereignen sich jährlich rund 270.000 Schlaganfälle – rechnerisch kommt es etwa alle zwei Minuten zu einem solchen Vorfall.

Als wichtigster beeinflussbarer Risikofaktor gilt Bluthochdruck. Daneben erhöhen Diabetes, erhöhte Blutfette, Rauchen sowie Bewegungsmangel die Gefahr eines Gefäßverschlusses oder einer Hirnblutung erheblich.

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Die Erkrankung betrifft zudem nicht nur ältere Generationen: Jährlich erleiden in Deutschland auch rund 300 Kinder einen Schlaganfall, wobei Fachleute von einer höheren Dunkelziffer ausgehen. Eine frühzeitige Rehabilitation auf einer spezialisierten Schlaganfalleinheit sowie eine lückenlose Nachsorge gelten als entscheidend für den weiteren Genesungsverlauf.

Schnelle Erkennung durch etablierte Tests

Für die akute Erkennung von Symptomen wird häufig der sogenannte BEFAST-Test herangezogen. Das Akronym steht für die Überprüfung von Gleichgewicht (Balance), Sehvermögen (Eyes), Gesichtssymmetrie (Face), Armbeweglichkeit (Arm) und Sprache (Speech) sowie für den Faktor Zeit (Time). Beim Auftreten derartiger Warnzeichen muss unverzüglich der Notruf 112 gewählt werden.

Auch plötzliche Wortfindungsstörungen, akute Verwirrung, Schwindel oder einseitige Schwächegefühle können Vorboten sein, wie medizinische Fallberichte belegen. In der Praxis können Durchblutungsanomalien in den hirnversorgenden Arterien bereits vor dem Auftreten dauerhafter Gewebsschäden erkannt werden.

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Neben einer medikamentösen Therapie zur Risikosenkung spielen in solchen Fällen Lebensstilmaßnahmen wie Herz-Kreislauf-Training und eine angepasste Ernährung mit weniger frittierten Speisen eine wichtige Rolle.

Langfristige Folgen für das Gehirn

Die Erfassung des Schweregrads akuter Ereignisse erfolgt in der klinischen Praxis häufig über die NIH-Schlaganfall-Skala (NIHSS). Dabei stehen ischämische Schlaganfälle und deren Einfluss auf kognitive Bereiche wie Gedächtnis und Exekutivfunktionen im Mittelpunkt der Forschung.

Die Wechselwirkung zwischen Hirndurchblutung und Kognition ist dabei keine Einbahnstraße: Eine Untersuchung von über 42.000 Erwachsenen in drei US-Kohorten über mehrere Jahrzehnte hinweg zeigte, dass Patienten mit mittelschweren bis schweren Schlaganfällen ein fünffach erhöhtes Demenzrisiko aufwiesen.

Vor diesem Hintergrund fordern Experten eine verstärkte Prävention sowie eine engmaschige kognitive Überwachung von Betroffenen im Anschluss an einen Schlaganfall.

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