Schleswig-Holstein: 60.000 Verwaltungs-PCs wechseln zu Linux
10.06.2026 - 03:50:22 | boerse-global.de
EuropĂ€ischer Rahmen fĂŒr technologische SouverĂ€nitĂ€t
Am 3. Juni 2026 veröffentlichte die EuropĂ€ische Kommission ihr Tech-SouverĂ€nitĂ€tspaket â ein Gesetzes- und Strategierahmen zur StĂ€rkung der digitalen Wertschöpfungskette innerhalb der EU. Das Paket umfasst den Cloud- und KI-Entwicklungsgesetz (CADA) sowie eine zweite Version des Chips Acts.
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Die finanziellen Mittel sind beachtlich: 38 Millionen Euro flieĂen in OpenEuroLLM, 50 Millionen Euro in GenAI4EU und 156 Millionen Euro in die SIMPL-Plattform. Der Cloud- und KI-Entwicklungsgesetz fĂŒhrt vier Sicherheitsstufen ein â die höchsten sind speziell fĂŒr Regierungsdaten reserviert, um Schutz vor auslĂ€ndischen Zugriffsgesetzen zu gewĂ€hrleisten.
Branchenvertreter wie Bitkom-PrĂ€sident Dr. Ralf Wintergerst betonen: Der Fokus auf die gesamte Wertschöpfungskette sei ein notwendiger Schritt fĂŒr die WettbewerbsfĂ€higkeit der Region.
Schleswig-Holstein: Pilotprojekt fĂŒr die Verwaltung der Zukunft
Schleswig-Holstein setzt derzeit eine der weltweit gröĂten IT-Migrationen im öffentlichen Sektor um. Das Projekt umfasst den Umzug von 60.000 ArbeitsplĂ€tzen von Microsoft-basierten Systemen auf Open-Source-Alternativen.
Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei, bezeichnet die Umstellung als essenziell fĂŒr die digitale SouverĂ€nitĂ€t â und als Schutz vor dem US-amerikanischen Cloud Act.
Der technische Umfang der Migration im Detail:
- 60.000 PCs werden auf das Linux-Betriebssystem umgestellt
- BĂŒrosoftware wird durch LibreOffice ersetzt
- 44.000 Mailboxen und 110 Millionen KalendereintrÀge wandern zu Open-Xchange
Die Stadt Kiel diente als Vorreiter. Nach einem einstimmigen Beschluss im Jahr 2020 setzten die lokalen Behörden auf Open-Source-Technologie. Die schrittweise Ablösung tief verwurzelter AbhĂ€ngigkeiten â insbesondere von US-Tech-Konzernen â soll ĂŒber einen Zeitraum von drei Jahren erfolgen.
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Nationale Modernisierung und Infrastrukturpakte
Am 8. Juni 2026 trafen sich Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und mehrere Landeschefs, um die Modernisierung der Verwaltung voranzutreiben. Wildberger hob einen deutlichen Anstieg der digitalen Nutzung hervor: 60 Millionen Menschen nutzen inzwischen Online-Registrierungen.
Um Verwaltungsprozesse weiter zu beschleunigen, wurde ein âEffizienzgesetzâ vorgeschlagen. Kernidee: eine Beweislastumkehr bei bĂŒrokratischen Anforderungen.
Parallel dazu unterzeichneten Bund, LĂ€nder und die Telekommunikationsbranche am 8. Juni 2026 eine AbsichtserklĂ€rung mit dem Titel âBestes Netz fĂŒr Deutschlandâ. Ziel ist der beschleunigte Ausbau von Glasfaser und Mobilfunknetzen.
FĂŒr 2026 haben die Unternehmen Investitionen zugesagt:
- 8,5 Milliarden Euro in Glasfaserinfrastruktur
- 2,4 Milliarden Euro in den Mobilfunkausbau
Das Vorhaben soll 3,2 Millionen âHomes Connectedâ und 2,5 Millionen âHomes Passedâ erreichen. Fortschrittskontrollen sind alle sechs Monate vorgesehen.
SouverÀnitÀt als Wettbewerbsfaktor
Die Bedeutung digitaler SouverĂ€nitĂ€t reicht weit ĂŒber die öffentliche Verwaltung hinaus. WĂ€hrend der âWoche der digitalen SouverĂ€nitĂ€tâ vom 8. bis 12. Juni 2026 betonten BranchenverbĂ€nde: EuropĂ€ische Prozesslösungen werden fĂŒr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zunehmend zum entscheidenden Faktor.
Das Beschleunigungsgesetz fĂŒr öffentliche AuftrĂ€ge vom April 2026 untermauert diesen Trend: Digitale SouverĂ€nitĂ€t ist nun ein Kriterium bei der Vergabe öffentlicher AuftrĂ€ge.
Andere BundeslĂ€nder ziehen nach. Im Juni 2026 startete Bayern ein Pilotprojekt fĂŒr einen âSouverĂ€nen Arbeitsplatzâ â zunĂ€chst mit 40 Positionen. Hintergrund war ein Streit ĂŒber Lizenzvereinbarungen mit groĂen US-Softwareanbietern. Bayerns bestehende RahmenvertrĂ€ge laufen zwar bis Ende 2027, doch das Land hat sich der Bundesagenda angeschlossen: Bis zum 31. MĂ€rz 2027 sollen souverĂ€ne Alternativen stehen.
Kommunale WĂ€rmeplanung digital gesteuert
Schleswig-Holstein integriert digitale Strategien auch in die lokale Versorgungswirtschaft. Anfang Juni 2026 erhielt die Stadt Kiel rund 198.000 Euro aus einem Landesförderprogramm fĂŒr quartiersbezogenes WĂ€rmemanagement. Das Programm ĂŒbernimmt bis zu 90 Prozent der förderfĂ€higen Kosten fĂŒr kommunale WĂ€rmeplanung.
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