Schleswig-Holstein: Linux-Migration fĂŒr rund 30.000 PC-Clients geplant
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 03:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Land Schleswig-Holstein forciert seine BemĂŒhungen um digitale SouverĂ€nitĂ€t in der öffentlichen Verwaltung und plant die Migration von rund 30.000 PC-Clients auf das Open-Source-Betriebssystem Linux.
Mit diesem groà angelegten Vorhaben strebt die Landesregierung an, zentrale IT-Infrastrukturen schrittweise von proprietÀrer Software zu entkoppeln und die UnabhÀngigkeit von einzelnen IT-Konzernen wie Microsoft zu stÀrken. Das Vorhaben unterstreicht die Strategie des Bundeslandes, quelloffene Software als festen Standard im staatlichen Sektor zu etablieren.
Die anstehende Umstellung der Arbeitsplatzrechner auf ein Linux-Betriebssystem folgt auf bereits umgesetzte Schritte bei den Anwendungsprogrammen. Auf dieser Ebene wurden nach entsprechenden Berichten bereits spĂŒrbare VerĂ€nderungen erreicht: Fast 80 Prozent der ArbeitsplĂ€tze der Landesregierung wurden inzwischen von Microsoft-Produkten weg migriert.
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Der Wechsel bei Softwareanwendungen und BĂŒroprogrammen bildet die Grundlage fĂŒr den nun vorbereiteten Schritt auf Betriebssystemebene. IT-Experten weisen darauf hin, dass eine Migration des Basissystems fĂŒr rund 30.000 ArbeitsplĂ€tze zusĂ€tzliche technische PrĂŒfungen erfordert, um die reibungslose KompatibilitĂ€t mit spezialisierten behördlichen Fachverfahren dauerhaft zu sichern.
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Auch bei Cloud- und Kollaborationsdiensten setzt Schleswig-Holstein auf eine klar definierte Open-Source-Architektur. Das Land nutzt seit rund zwei Jahren eigenstĂ€ndig die Cloud-Lösung Nextcloud fĂŒr Datenaustausch und interne Zusammenarbeit.
Bei dieser Implementierung schlĂ€gt das Bundesland einen eigenverantwortlichen Pfad ein: Es ist nicht Teil des lĂ€nderĂŒbergreifenden Nextcloud-Schulpakets, an dem sich mehrere andere BundeslĂ€nder beteiligen. Durch den getrennten Betrieb behĂ€lt die Landesverwaltung die direkte Kontrolle ĂŒber Konfigurationen, Sicherheitsvorgaben und datenschutzrechtliche Richtlinien der eingesetzten Infrastruktur.
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Diese UnabhĂ€ngigkeit setzt sich auch in den ĂŒberregionalen Kooperationsstrukturen fort. Schleswig-Holstein betreibt eine eigene Zusammenarbeit mit Mecklenburg-Vorpommern, die unabhĂ€ngig von dem Rahmenvertrag ausgestaltet ist, den sechs andere LĂ€nder geschlossen haben.
Die Partnerschaft der beiden norddeutschen LĂ€nder zielt darauf ab, Erfahrungen bei der EinfĂŒhrung offener Standards auszutauschen, EntwicklungsaufwĂ€nde zu koordinieren und praxistaugliche Open-Source-Lösungen fĂŒr Behörden voranzutreiben.
Der Umstieg einer Landesverwaltung auf quelloffene Systeme gilt in der IT-Branche als anspruchsvolles Langzeitprojekt. Neben technischen Herausforderungen bei Treibern und Fachanwendungen mĂŒssen ArbeitsablĂ€ufe angepasst und die BeschĂ€ftigten geschult werden. Die Digitalisierungsstrategie Schleswig-Holsteins gilt bundesweit als wichtiges Referenzprojekt, das von anderen öffentlichen Verwaltungen aufmerksam verfolgt wird.
