Schloss, Bellevue

Schloss Bellevue: Generalsanierung kostet 600 Millionen Euro

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 02:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Bundespräsident Steinmeier bezieht modulares Holzhaus als Übergangsdomizil. Die 600-Millionen-Euro-Sanierung von Schloss Bellevue stößt auf Kritik.

Schloss Bellevue-Sanierung: Steinmeier bezieht Interimsquartier
Modernes modulares Holzgebäude am Spreebogen in Berlin, mit deutscher Präsidentenflagge im Vordergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Frank-Walter Steinmeier hat seinen Amtssitz gewechselt – Schloss Bellevue wird generalsaniert. Die Kosten: rund 600 Millionen Euro.

Am Morgen des 10. Juli 2026 war es offiziell: Punkt 9:30 Uhr wurde die Präsidentenstandarte am Schloss Bellevue eingeholt. Eine Stunde später wehte sie bereits am neuen Dienstsitz in der Elisabeth-Abegg-Straße – der Umzug des Bundespräsidenten in das Interimsquartier war vollzogen.

Das traditionsreiche Schloss Bellevue steht vor seiner ersten grundlegenden Renovierung seit drei Jahrzehnten. Die Arbeiten sollen bis zu acht Jahre dauern. Da Steinmeiers Amtszeit planmäßig im März 2027 endet, wird er wohl nicht mehr in das historische Gebäude zurückkehren.

Nachhaltige Architektur statt Kronleuchter

Die Übergangslösung im Spreebogen ist ein modulares Holzhaus des Architekturbüros Sauerbruch Hutton – nachhaltig, funktional und ökologisch. Wer hier Kronleuchter oder Prunktreppen erwartet, wird enttäuscht. Stattdessen setzt das Gebäude auf moderne Büroästhetik und eine „Blaue Halle" mit geodätischer Akustikdecke.

Der Clou: Der Neubau ist keine reine Übergangslösung. Nach der Rückkehr des Präsidenten in Schloss Bellevue soll das Gebäude von anderen Bundesministerien und Behörden weitergenutzt werden.

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Kritik an den Kosten

Die hohen Ausgaben für die Sanierung haben den Bund der Steuerzahler auf den Plan gerufen. Der Verband übt scharfe Kritik an den geschätzten 600 Millionen Euro für das Jahrhundertprojekt.

Steinmeiers letzte Amtshandlung vor dem Umzug

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Einen Tag vor dem Umzug war der Bundespräsident noch in Bonn unterwegs. Am 9. Juli 2026 übergab er das letzte in Deutschland geförderte Stück Steinkohle an das Haus der Geschichte. Das sieben Kilogramm schwere Exemplar stammt aus der Zeche Prosper-Haniel und war Ende 2018 zutage gefördert worden. Es wird künftig Teil der Dauerausstellung sein.

Der Umzug des Präsidialamtes fällt in eine politisch bewegte Woche: Das Bundesverfassungsgericht wies am 9. Juli Eilanträge gegen Gesundheits- und Heizungsgesetze ab, und die Bundesregierung gab grünes Licht für die Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern aus US-Produktion in Deutschland.

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