Schmerztherapie, Wandel

Schmerztherapie im Wandel: 800 Jahre altes Qi Gong überzeugt in Studie

21.05.2026 - 05:05:40 | boerse-global.de

Studie belegt blutdrucksenkende Wirkung von Baduanjin. Faszien als Schmerzauslöser und Hightech-Therapien gegen Arthrose und Bluthochdruck im Fokus.

Schmerztherapie im Wandel: 800 Jahre altes Qi Gong überzeugt in Studie - Foto: über boerse-global.de
Schmerztherapie im Wandel: 800 Jahre altes Qi Gong überzeugt in Studie - Foto: über boerse-global.de

Eine aktuelle Studie zeigt: Die 800 Jahre alte chinesische Bewegungskunst Baduanjin senkt den Blutdruck nachhaltig. Gleichzeitig rückt das Bindegewebe als zentraler Schmerzauslöser in den Fokus der Medizin.

Blutdruck senken mit uralter Bewegungskunst

Die traditionelle chinesische Übungsreihe Baduanjin, eine Form des Qi Gong, hat in einer klinischen Studie ihre Wirksamkeit bei Bluthochdruck belegt. Veröffentlicht im renommierten Journal of the American College of Cardiology (JACC), untersuchte die Studie 216 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 57 Jahren und leicht erhöhten Blutdruckwerten.

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Während Studien die Wirkung von Bewegungskünsten wie Baduanjin bestätigen, suchen viele Betroffene nach weiteren natürlichen Wegen zur Blutdruckregulierung. Dieser Gratis-Report erklärt, wie Bluthochdruck-Betroffene ihre Werte ganz ohne Medikamente durch gezielte Atem- und Entspannungstechniken verbessern können. 3 Minuten Atemübung soll den Blutdruck spürbar senken

Die Probanden trainierten ein Jahr lang regelmäßig. Bereits nach zwölf Wochen sank der systolische 24-Stunden-Blutdruck in der aktiven Gruppe um 3,1 mmHg stärker als in der Kontrollgruppe. Nach 52 Wochen betrug die Reduktion sogar 3,3 mmHg. Ein Beleg dafür, dass traditionelle Bewegungsformen als medikamentenfreie Ergänzung zur Herz-Kreislauf-Therapie taugen.

Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist die Ursache vieler Schmerzen die Stagnation von „Qi“ und Blut. Die Therapie zielt darauf ab, den freien Fluss wiederherzustellen. Schmerzqualitäten werden dabei genau unterschieden: stechende Schmerzen deuten auf „Fülle“ hin, dumpfe auf „Leere“. Wärme oder Druck lindern je nach Muster die Beschwerden.

Faszien: Das unterschätzte Schmerzorgan

Das Verständnis der Faszien – des körpereigenen Bindegewebsnetzwerks – hat sich grundlegend gewandelt. Galt es lange nur als Verpackungsmaterial, erkennen Forscher es heute als sensorisches Organ mit dichter Nervenversorgung. Viele chronische Rückenschmerzen, so aktuelle Berichte aus dem Frühjahr 2026, gehen auf Faszienprobleme zurück – nicht auf Bandscheibenschäden.

Bewegungsmangel oder einseitige Belastung führen zur Fibrose, einer Verhärtung des Gewebes, die Bewegung einschränkt und Schmerzsignale auslöst. Yoga, Qi Gong und gezieltes Dehnen halten die Faszien elastisch. In Fachkreisen wird zudem der Einsatz von Hyaluronsäure-Injektionen zur Verbesserung der Gleitfähigkeit diskutiert – allerdings befindet sich diese Behandlung noch in der Testphase.

Die Faszien beeinflussen womöglich mehr als nur Muskelschmerzen. Die Biologin und Sportwissenschaftlerin Dr. Gunda Slomka, seit 15 Jahren Faszien-Forscherin, sieht einen Zusammenhang mit Allergien. Ein gut hydriertes und flexibles Bindegewebe könne die Verarbeitung von Allergenen beeinflussen und Reaktionen wie Heuschnupfen abmildern.

Hightech gegen Arthrose und Bluthochdruck

Während Bewegungstherapien boomen, treibt die Industrie parallel technische und pharmazeutische Lösungen voran. Bei Arthrose, von der weltweit rund 600 Millionen Menschen betroffen sind, rücken sogenannte Abnehmspritzen (GLP-1-Analoga) als mögliche Therapie in den Fokus.

Das Unternehmen 4Moving Biotech startete im Juli 2025 eine Phase-2a-Studie zu den regenerativen und entzündungshemmenden Effekten dieser Substanzen. Ziel ist es, den Knorpelverschleiß zu verlangsamen und Gelenkersatz hinauszuzögern. Nach einer Finanzierungsrunde im Februar 2026, die über 12 Millionen Euro einbrachte, erhielt die Firma die FDA-Zulassung für eine klinische Studie in den USA. Die Markteinführung wird vor 2030 angestrebt.

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Für Patienten mit behandlungsresistentem Bluthochdruck bietet die Ultraschall-Technologie einen neuen Weg. Das Paradise™-System von Recor Medical, mit CE-Kennzeichnung und FDA-Zulassung, nutzt die renale Denervation (uRDN). Dabei werden überaktive Nervenfasern an den Nieren mittels Katheter und Ultraschall deaktiviert. Der Eingriff dauert weniger als eine Stunde, die Erholungszeit etwa zwei Tage.

Fachkongresse und öffentliche Aktionstage

Die Zunahme chronischer Erkrankungen – allein in Deutschland leben 6,3 Millionen Menschen mit Autoimmunerkrankungen – treibt die Spezialisierung voran. Besonders betroffen sind Frauen, die knapp 64 Prozent der Neudiagnosen stellen.

Mehrere Fortbildungen stehen in den kommenden Wochen an:
- 26. Mai 2026: Online-Seminar zur Lebergesundheit
- 28. Mai 2026: Kurs zur manuellen Therapie der Schulter
- 29. Mai 2026: Behandlungskonzepte für die rheumatische Hand (Leipzig)
- 3. Juni 2026: Langzeit-Zertifikatsprogramm Manuelle Therapie (bis Mitte 2028)

Die Fachklinik 360° in Ratingen lädt am 2. Juni 2026 zum „Aktionstag gegen Schmerz“. Von 14 bis 18 Uhr erwarten die Besucher Vorträge zu Migräne, Psychotherapie und Naturheilkunde. Praktische Einheiten wie „Bewegung trotz Schmerz“ und Stuhlgymnastik zeigen: Körperliche Aktivität bleibt auch bei chronischen Einschränkungen der Schlüssel zur Besserung.

Ausblick: Die Zukunft der Schmerztherapie

Die Kombination aus traditioneller Bewegung und moderner Diagnostik wird zum Standard in Schmerzkliniken. Praktiker wie Roland Liebscher-Bracht betonen, dass gezieltes Dehnen der Gesäß- und Hüftbeugemuskulatur akute Blockaden – etwa im Iliosakralgelenk – oft binnen Minuten lösen kann.

Dennoch warnen Mediziner vor voreiligen Selbstdiagnosen. Anhaltende Rückenschmerzen über mehrere Monate können ein Frühwarnsignal für ernste Erkrankungen wie Nierenkrebs sein. Die Früherkennung per Ultraschall ist besonders für Patienten über 55 Jahre sowie Raucher und Bluthochdruck-Patienten entscheidend.

Der Blick auf das Jahr 2030 zeigt: Die Zukunft der Schmerztherapie ist multimodal. Hightech-Verfahren wie renale Denervation und GLP-1-Analoga verbinden sich mit Jahrtausende alten Praktiken wie Baduanjin und Qi Gong. Der Fokus verschiebt sich von der bloßen Symptomunterdrückung hin zur Behandlung der Gewebebiologie und der Überaktivität des Nervensystems. Die Ausbildung in manueller Therapie und Thai-Massage – neue Grundkurse starten im September 2026 – wächst, um dem Bedarf einer zunehmend von stress- und altersbedingten Schmerzen geplagten Bevölkerung gerecht zu werden.

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