Schneider Electric kauft Cognite für 2,9 Milliarden Euro
01.07.2026 - 16:33:02 | boerse-global.de
Der französische Energietechnikkonzern kauft den norwegischen Industrie-KI-Spezialisten Cognite in einer Milliarden-Transaktion. Das Unternehmen will damit seine Software-Sparte entscheidend stärken.
Schneider Electric hat die Übernahme von Cognite für umgerechnet rund 2,9 Milliarden Euro bekannt gegeben. Die Transaktion erfolgt vollständig in bar, der Kaufpreis fließt an den norwegischen Großaktionär Aker ASA sowie weitere Anteilseigner. Cognite, 2017 gegründet und mit über 800 Mitarbeitern, liefert KI-Software für die Industrie – etwa für Fabriken, Kraftwerke und Rechenzentren.
Integration in die AVEVA-Plattform
Cognite wird künftig in AVEVA eingegliedert, eine bereits zu Schneider Electric gehörende Software-Tochter. Ziel ist es, industrielle Daten besser nutzbar zu machen. „Wir arbeiten seit Jahren auf diesen Deal hin", sagte Caspar Herzberg, Chef von AVEVA. Die Übernahme helfe Kunden, Datensilos aufzubrechen und den Betrieb von Stromnetzen sowie Produktionsanlagen stärker zu automatisieren.
Olivier Blum, CEO von Schneider Electric, bezeichnete Cognites Technologie als „hochwertige, industrietaugliche KI-Plattform". Der Markt für solche Lösungen wächst rasant – Hersteller suchen händeringend nach Software, die Prozesse beschleunigt und Kosten senkt.
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Zahlen, Daten, Bewertung
Cognite erzielte 2025 einen Jahresumsatz von über 160 Millionen Euro. Besonders beeindruckend: Die jährlich wiederkehrenden Umsätze stiegen um 36 Prozent. Der Kaufpreis entspricht damit etwa dem 18-Fachen des Jahresumsatzes – ein stolzer Multiplikator. Zum Vergleich: Schneider Electric selbst wird an der Börse nur mit dem 4,5-Fachen des Umsatzes bewertet.
Börse reagiert gespalten
Die Ankündigung sorgte für gegenläufige Kursbewegungen. Die Aktie von Aker ASA legte rund sieben Prozent zu – der norwegische Konzern erhält aus dem Verkauf voraussichtlich 1,4 Milliarden Euro in bar. Schneider Electric hingegen verlor an der Pariser Börse zeitweise bis zu 2,9 Prozent und notierte bei rund 278,50 Euro.
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Um die Finanzierung zu stemmen, begab Schneider Electric eine Anleihe über 1,5 Milliarden Euro. Große Investmentbanken wie JPMorgan, Bank of America und Bernstein bleiben dennoch optimistisch: Ihre Kursziele für die Aktie liegen zwischen 310 und 335 Euro.
Die Integration von Cognite soll in den kommenden Quartalen schrittweise erfolgen. Schneider Electric will die Datenkompetenz der Norweger quer durch sein gesamtes Industrie-Software-Portfolio nutzen.
