Schreibtischarbeit: Regelmäßige Dehnübungen reduzieren Verspannungen
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 12:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Gestaltung moderner Arbeitsplätze steht zunehmend im Fokus der betrieblichen Gesundheitsprävention. Angesichts der hohen Anzahl an Erwerbstätigen, die ihre Arbeitszeit überwiegend im Sitzen verbringen, gewinnen wissenschaftlich fundierte Bewegungsempfehlungen an Bedeutung.
Astrid Zech, Leiterin der Bewegungs- und Trainingswissenschaft an der Universität Hamburg, rückt in diesem Zusammenhang die Relevanz von regelmäßigen Dehnübungen in den Vordergrund der Diskussion um ergonomische Arbeitsplatzgestaltung.
Wissenschaftliche Grundlagen und das Konsenspapier von 2025
Die fachliche Einordnung von Dehntechniken hat in den vergangenen Jahren eine Präzisierung erfahren. Im Jahr 2025 war Astrid Zech Teil eines Expertenteams, das ein spezielles Konsenspapier mit Praxisempfehlungen zum Dehnen entwickelte.
Solche Papiere dienen in der Fachwelt als Orientierungshilfe, um verschiedene wissenschaftliche Erkenntnisse zu bündeln und für die praktische Anwendung, etwa in der Physiotherapie oder im Betriebssport, zugänglich zu machen.
Das Ziel dieser Initiative war es, klare Richtlinien zu schaffen, wie und in welchem Umfang Dehnübungen eingesetzt werden sollten, um einen positiven Effekt auf den Bewegungsapparat zu erzielen.
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In der Bewegungs- und Trainingswissenschaft wird dabei untersucht, wie sich regelmäßige Unterbrechungen statischer Sitzphasen auf die Muskulatur und das allgemeine Wohlbefinden auswirken. Die Beteiligung der Universität Hamburg an diesem Prozess unterstreicht die wissenschaftliche Relevanz, die dem Thema Dehnen heute beigemessen wird.
Empfehlungen für die tägliche Schreibtischarbeit
Für Personen mit klassischer Schreibtischarbeit sieht die Expertin in gezielten Dehneinheiten ein wichtiges Werkzeug zur Kompensation einseitiger Belastungen. Zech rät dazu, diese Übungen konsequent in den Arbeitsalltag zu integrieren. Das regelmäßige Dehnen bei sitzender Tätigkeit könne dabei helfen, die physischen Herausforderungen, die mit langem Verharren in einer Position einhergehen, abzumildern.
Experten für Ergonomie und Bewegung beobachten, dass statische Sitzhaltungen oft zu einer Verkürzung bestimmter Muskelgruppen und zu Verspannungen führen können.
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Die Empfehlungen der Hamburger Wissenschaftlerin zielen darauf ab, durch Bewegungsimpulse die Flexibilität zu erhalten und die muskuläre Balance zu fördern. Dabei sei nicht nur die Ausführung der Übung selbst entscheidend, sondern vor allem die Regelmäßigkeit, mit der diese Pausen vom Sitzen eingelegt werden.
Bedeutung für das betriebliche Gesundheitsmanagement
Die Erkenntnisse aus der Bewegungs- und Trainingswissenschaft sowie die daraus resultierenden Praxisempfehlungen haben unmittelbare Auswirkungen auf die Strategien des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Arbeitsumgebungen zu schaffen, die nicht nur ergonomisches Mobiliar bieten, sondern auch eine Kultur der aktiven Pause fördern.
Das Konsenspapier aus dem Jahr 2025 bietet hierfür eine evidenzbasierte Grundlage. Fachleute weisen darauf hin, dass präventive Maßnahmen wie angeleitete Dehnübungen dazu beitragen können, langfristige Ausfallzeiten durch Beschwerden am Bewegungsapparat zu reduzieren.
Die Arbeit von Wissenschaftlern wie Astrid Zech verdeutlicht, dass bereits kleine, aber fachlich fundierte Änderungen im Arbeitsverhalten einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Arbeitskraft und zur Steigerung der Lebensqualität im beruflichen Kontext leisten können.
In der Fachwelt wird erwartet, dass solche konsensbasierten Empfehlungen künftig noch stärker in digitale Gesundheitsanwendungen oder betriebliche Schulungsprogramme einfließen werden. Damit wird die Brücke zwischen akademischer Forschung und der praktischen Anwendung im Büroalltag weiter gefestigt.
