Schulbarometer, Schüler

Schulbarometer: Jeder vierte Schüler psychisch stark belastet

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 05:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Schulbarometer zeigt: Jeder vierte Schüler fühlt sich psychisch belastet. Videosprechstunden und sozial-emotionale Förderung gewinnen an Bedeutung.

Elterntalk und Schulbarometer: Familienberatung im Wandel
Moderner Laptop auf einem Holztisch in einer hellen, freundlichen Wohnumgebung als Symbol für digitale Elternberatung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Immer mehr Familien suchen Unterstützung – und das über klassische Erziehungstipps hinaus. Medienkompetenz, psychische Gesundheit und Leistungsdruck stehen dabei im Fokus. Aktuelle Daten zeigen: Der Bedarf an Beratungsangeboten wächst.

Zehn Jahre „Elterntalk“: Ein Erfolgsmodell wird erwachsen

Das Projekt „Elterntalk“ feierte im Sommer 2026 sein zehnjähriges Bestehen in Bonn. Was 2016 als Pilot in Bonn, Gütersloh und Warendorf startete, umfasst heute 22 Standorte in Nordrhein-Westfalen. Seit 2023 finanziert das Amt für Kinder, Jugend und Familie das Angebot regulär.

Die Themen haben sich erweitert. Neben klassischen Erziehungsfragen geht es heute um den Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Familienalltag, die Begleitung der Pubertät und gesundes Aufwachsen. Mona Kheir El Din koordiniert als Regionalbeauftragte die Zusammenarbeit zwischen der Aktion Jugendschutz (AJS) und dem Verein Familien im Blick (FiBB).

Schulbarometer: Jeder vierte Schüler fühlt sich belastet

Die Zahlen sind alarmierend. Laut Schulbarometer fühlt sich etwa ein Viertel der Schüler psychisch belastet. Rund 60 Prozent der Eltern berichten von Einsamkeitsgefühlen bei ihren Kindern. Die Wartezeiten für Therapieplätze betragen derzeit bis zu acht Monate.

Pädagogin Sandra Weckert fordert einen Perspektivwechsel: „Bindung muss als zentrale Bildungsaufgabe verstanden werden.“ Besonders in Zeiten der Zeugnisvergabe steigt der Druck. Die Telefonseelsorge in Wuppertal verzeichnet dann mehr Anfragen von Eltern und Jugendlichen ab 14 Jahren. Ihr Ziel: Leistungsdruck reduzieren und gemeinsame Bewältigungsstrategien entwickeln. Von Nachhilfe während der Ferien raten Experten ab.

Soziale Fähigkeiten vor Lesen und Rechnen

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Die aktuellen Zahlen des Schulbarometers sind alarmierend: Jeder vierte Schüler fühlt sich psychisch belastet, und die Wartezeiten auf Therapieplätze betragen bis zu acht Monate. In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihrem Kind mit 5 konkreten Tipps den Leistungsdruck nehmen und psychische Belastung früh erkennen – plus digitale Soforthilfe per Videosprechstunde. Jetzt kostenlosen Eltern-Ratgeber anfordern

In der frühkindlichen Bildung gewinnen sozial-emotionale Kompetenzen an Bedeutung. Kjell Prange, Vorschulerzieher bei den Hamburger Einrichtungen „KMK kinderzimmer“, betont: „Frustrationstoleranz, Gefühlsregulation und Konfliktfähigkeit sind entscheidend für einen gelingenden Schulstart.“

Auch OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher sieht in sozialen Fähigkeiten einen wesentlichen Hebel für Schulerfolg. Die KiGGS-Studie untermauert die Relevanz: 17 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren zeigen psychische Auffälligkeiten.

Eine Studie aus dem Fachjournal eNeuro (2025) zeigt zudem: Kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeitskontrolle sind trainierbar. 69 Erwachsene verbesserten ihre Konzentration nach 30 Tagen täglichem Achtsamkeitstraining per App.

Videosprechstunden entlasten das System

Digitale Angebote gewinnen an Bedeutung. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen meldet: Seit Oktober 2025 wurden rund 5.000 Videosprechstunden für Kinder durchgeführt. In 86 Prozent der Fälle reichte die digitale Beratung aus – kein Arztbesuch nötig. 89 Prozent der Eltern würden das Angebot erneut nutzen.

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Wussten Sie, dass 60 Prozent der Eltern Einsamkeitsgefühle bei ihren Kindern beobachten? Und dass Videosprechstunden in 86 Prozent der Fälle einen Arztbesuch ersetzen können? Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die sozial-emotionalen Fähigkeiten Ihres Kindes stärken und von digitalen Angeboten profitieren – ohne lange Wartezeiten. Ratgeber für starke Kinder jetzt sichern

In Wiesbaden entstand parallel die Selbsthilfegruppe „Ansage an die Traurigkeit“ – ein Angebot für Menschen mit Depressionen, Ängsten und Panikstörungen.

Jörg Kock von der AOK gibt praktische Tipps für den Familienalltag: Erwartungen reduzieren, klare Regeln vereinbaren und altersgerechte Aktivitäten fördern. „Eine gelassene Haltung der Eltern wirkt sich unmittelbar positiv auf das Wohlbefinden der Kinder aus“, so der Krankenkassenvertreter.

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