Schulen als Klimavorreiter: 157 Millionen für Berufsschulzentrum bis 2029
Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Projekte von Freiburg bis Münster zeigen: Energetische Autarkie, entsiegelte Schulhöfe und Umweltbildung gehen Hand in Hand.
Photovoltaik und Millionen-Investitionen
Am Friedrich-Gymnasium in Freiburg ist Mitte Juli eine neue Photovoltaik-Anlage ans Netz gegangen. 144 Module mit 65 kWp Leistung decken künftig rund ein Drittel des Stromverbrauchs. Die Kosten: 190.000 Euro.
Deutlich größer plant der Landkreis Freising. Bis 2029 entsteht dort ein neues Berufsschulzentrum für 157 Millionen Euro. Das Herzstück eines künftigen Lernviertels mit vier Schulen und 4.500 Schülern. Neben Solaranlagen sind Flächenentsiegelung, ein zentraler Bushub sowie Radwege und Tempo-30-Zonen geplant.
Vom Asphalt zur Blühwiese
Die Anpassung an den Klimawandel beginnt auf dem Schulhof. In Bottrop-Feldhausen wird die Marienschule für 1,34 Millionen Euro umgestaltet. Das Geld kommt größtenteils aus Fördertöpfen wie „Klimaanpassung.Kommunen.NRW“ und dem Just Transition Fund. Die Stadt steuert 130.000 Euro bei. Gebaut werden Baumrigolen und Systeme zur Regenwasserversickerung.
Ähnlich macht es das Gymnasium Frechen. 20.000 Euro Wettbewerbsprämie fließen in die Umwandlung eines asphaltierten Schulhofs in eine Grünfläche mit Blühwiese und grünem Klassenzimmer. In Soest sammelt die Hannah-Arendt-Gesamtschule Regenwasser in 1.000-Liter-Tanks – zur Bewässerung von Stadtbäumen.
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Digitale Token für saubere Toiletten
Auch die Digitalisierung hält Einzug. An der GGS Heyden in Mönchengladbach startete das Pilotprojekt „KloMotion“. Ein System mit digitalen NFC-Token soll die Sauberkeit der Sanitäranlagen verbessern. Kombiniert mit einer Toiletten-AG und einem Schülerparlament setzt die Schule auf Eigenverantwortung.
Nachhaltigkeit wird pädagogisch verankert. Am 15. Juli wurden drei Grundschulen in der Region Schwalm-Nette als offizielle Naturpark-Schulen ausgezeichnet. Die Zertifizierung gilt fünf Jahre und verankert Naturthemen fest im Lehrplan – ergänzt durch Exkursionen.
In Münster startete am selben Tag die Suche nach 13 Grundschulen für die vierte Runde eines Nachhaltigkeitsprojekts. Kinder lernen dort die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele an außerschulischen Lernorten kennen. Einen Tag zuvor nahmen 680 Jugendliche an einem Erlebnistag für Geodäsie teil – mit Satellitendaten und Drohnen.
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Schulgärten und Stadtgestaltung
Gesundheit und Soziales kommen nicht zu kurz. Das Gesundheitsamt Münster bereitet für September die Schuleingangsuntersuchungen für das Schuljahr 2027/28 vor. Rund 2.700 Kinder sind betroffen. Für den 17. Juli ist eine Veranstaltung auf dem Domplatz geplant – Jugendliche werden zu ihren Wünschen für die Stadtgestaltung befragt.
Selbstversorgung wird großgeschrieben. Am Gymnasium Horkesgath in Krefeld entstand ein Schulgarten mit über 20 Gemüsesorten. Das Budget: 12.000 Euro, gefördert von einer Sparkassenstiftung. Die Anlage dient der ökologischen Bildung und der praktischen Nahrungsmittelproduktion.
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