Schulessen, Kinder

Schulessen: Nur 37 Prozent der berechtigten Kinder nutzen Angebot

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

NRW setzt Härtefallfonds für Schulessen fort, während eine Studie zeigt, dass nur 37 Prozent der Berechtigten das Angebot nutzen.

NRW verlängert Schulessen-Fonds: 1.080 Euro pro Kind
SchĂĽlerinnen und SchĂĽler in einer modernen Schulkantine beim gemeinsamen Mittagessen. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Das Land Nordrhein-Westfalen setzt sein Programm „Alle Kinder essen mit“ für zwei weitere Schuljahre fort. Sozialminister Karl-Josef Laumann betonte die Bedeutung des Härtefallfonds, der jährlich mit einer Million Euro ausgestattet ist. Er richtet sich an Kinder aus einkommensschwachen Haushalten, die keinen Anspruch auf das reguläre Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) haben. Pro Kind und Schuljahr werden bis zu 1.080 Euro für das gemeinsame Mittagessen sowie 150 Euro für Klassenfahrten übernommen.

Nur jedes dritte berechtigte Kind isst mit

Die Bertelsmann Stiftung veröffentlichte am 20. Juli 2026 eine Studie mit ernüchternden Zahlen. Lediglich 18 Prozent der 6- bis 14-Jährigen und 12 Prozent der 15- bis 17-Jährigen mit SGB-II-Bezug nutzen den monatlichen Teilhabebetrag von 15 Euro. Beim gemeinschaftlichen Mittagessen liegt die Quote bei 37 Prozent – zum Vergleich: 78 Prozent der berechtigten Kinder erhalten Unterstützung für den Schulbedarf. Als Hauptgrund nennen die Forscher bürokratische Hürden. Die regionalen Unterschiede sind enorm: Schleswig-Holstein erreicht 59 Prozent, während Berlin, Hamburg und Rheinland-Pfalz unter 10 Prozent liegen.

Von der Theorie in die Praxis

Neben der finanziellen Seite setzen Schulen zunehmend auf praktische Ernährungserziehung. In Bonn gewann eine achte Klasse des Beethoven-Gymnasiums einen Kochkurs-Wettbewerb und bereitete am 20. Juli 2026 ein Drei-Gänge-Menü zu. An der Janusz-Korczak-Schule in Berlin arbeitete eine Abschlussklasse mit einem französischen Koch zusammen – gesundheitliche Aspekte trafen hier auf kulturellen Austausch.

In Solingen startete am selben Tag das Projekt „Ernährungspiraten“ an zwei Grundschulen. Erstklässler lernen dort spielerisch die „5-am-Tag-Regel“ und gesunde Durstlöscher kennen. Unterstützt von den Stadtwerken Solingen und regionalen Vereinen bereiten die Kinder ein gesundes Pausenfrühstück zu.

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Nur jedes dritte berechtigte Kind nutzt das Schulessen – oft wegen bürokratischer Hürden. Dabei gibt es den Härtefallfonds NRW: Bis zu 1.080 Euro pro Kind und Jahr fürs Mittagessen, ohne Eigenanteil. Jetzt Checkliste zum Härtefallfonds sichern

Nachhaltigkeit als Bildungsauftrag

Der Frankfurter Bildungsraum GrünGürtel erhielt am 20. Juli 2026 die „Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ von der UNESCO-Kommission und dem Bundesfamilienministerium. Mit über 80 Veranstaltungen jährlich erreicht das Programm mehr als 24.000 Lernende. In Stuttgart wurden am selben Tag 31 Organisationen ausgezeichnet, darunter die Universität Tübingen und der Zoologische Garten Augsburg.

Internationale Impulse kommen aus Brasilien: Im Juni 2026 eröffnete die „Cozinha Experimental Baru“ im Bundesstaat Tocantins. Das Experimentallabor nutzt lokale Früchte der Cerrado-Region, um Schülern den Wert der regionalen Biodiversität zu vermitteln. Das Projekt wird unter anderem durch den BNDES finanziert.

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Auch wenn Ihr Kind kein reguläres Schulessen bekommt: Mit einem gesunden Pausenfrühstück starten Kinder besser in den Tag. Die „Ernährungspiraten“ zeigen, wie's geht – mit der 5-am-Tag-Regel und selbst zubereiteten Snacks. 5 Tipps fürs gesunde Pausenfrühstück herunterladen

Lidl setzt auf strenge Kinderwerbung

Der Lebensmitteleinzelhandel reagiert auf die wachsende Sensibilität beim Kindermarketing. Lidl kündigte im Juli 2026 eine Kooperation mit der Marke „PAW Patrol“ an, die in 30 Ländern startet. Die Eigenmarken-Produkte müssen die Nährwertkriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie zusätzliche firmeninterne Vorgaben erfüllen. Betroffen sind 13 Lebensmittel und zehn Obst- und Gemüsesorten. Das Unternehmen folgt damit einer Selbstverpflichtung aus dem Jahr 2023, keine Kinderwerbung mehr für ungesunde Produkte zu schalten.

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