Schulhunde: Zertifizierter Begleithund Benni unterstützt den Unterricht
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 17:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Integration von Hunden in pädagogische und therapeutische Konzepte gewinnt zunehmend an Bedeutung und erfährt eine fortschreitende Professionalisierung. Aktuelle Entwicklungen im Bildungssektor sowie im Gesundheitswesen verdeutlichen, dass der Einsatz von Tieren nicht mehr nur als ergänzendes Angebot, sondern als strukturierter Bestandteil von Förderkonzepten wahrgenommen wird.
Ein zentraler Aspekt ist dabei die qualifizierte Ausbildung der beteiligten Mensch-Hund-Teams, wie die jüngste Zertifizierung an der Kardinal-von-Galen-Schule in Emsdetten unterstreicht.
Professionalisierung in der schulischen Ausbildung
An der Kardinal-von-Galen-Schule hat das Team bestehend aus dem Hund Benni und seiner Halterin Julia Elpers die Weiterbildung zum Begleithund für tiergestützte Therapie und Pädagogik erfolgreich abgeschlossen. Als zertifizierter Pädagogikbegleithund unterstützt Benni fortan den Unterricht. Solche Qualifizierungen stellen sicher, dass die Einsätze fachgerecht und zum Wohle der Lernenden erfolgen.
Auch an anderen Bildungseinrichtungen sind ähnliche Modelle etabliert. An der Jacob-Curio-Realschule in Hofheim bereichern die Havaneser-Hündin Selma und der Jack-Russell-Mix Fritz den Schulalltag. Selma ist dort bereits seit Anfang 2021 im Einsatz. International zeigen Organisationen wie „My Canine Companion“, dass dieser Trend weitreichend ist; laut deren Angaben sind landesweit mehr als 60 Hunde in Schulprogrammen aktiv.
Ein Beispiel für die langfristige Integration und die damit verbundene Finanzierung liefert die Ballyfeeney National School in Irland. Dort begleitet der Shepadoodle Winston seit drei Jahren den Unterricht von 95 Schülern.
Die monatlichen Unterhaltskosten von etwa 200 bis 250 Euro – aufgeteilt in 100 Euro für Pflege, 100 Euro für Futter und 50 Euro für tierärztliche Versorgung – werden durch Elternbeiträge von wöchentlich 2,50 Euro oder monatlich 10 Euro getragen.
Therapeutische Anwendungen und staatliche Integration
Über den schulischen Bereich hinaus findet die tiergestützte Arbeit verstärkt Eingang in das Gesundheitswesen. Im Metaxa-Krebskrankenhaus in Piräus begleitet die Labradorhündin Dylan Patienten während der Chemotherapie. Dies stellt die erste offizielle Integration eines Therapiehundes in das staatliche Gesundheitssystem Griechenlands dar.
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Die Ausbildung solcher Hunde durch Organisationen wie „Companions with Tails“ dauert rund 18 Monate. Die griechische Regierung plant Berichten zufolge, diesen Einsatz bis Ende 2027 auf alle onkologischen Krankenhäuser und später auf weitere Kliniken auszuweiten.
In Deutschland setzen Kliniken wie das AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg auf neue Trainingsformate. Im Rahmen des Angebots „Reha mit Hund“ können Rehabilitanden ihre eigenen Tiere mitbringen, um in speziellen Trainings die Kommunikation, Orientierung und Zusammenarbeit zu stärken. Übungsschwerpunkte liegen hierbei auf der Leinenführigkeit, dem Rückruf und dem Umgang mit Ablenkungen.
Anerkennung und Qualitätssicherung durch Auszeichnungen
Die gesellschaftliche Relevanz der Mensch-Tier-Beziehung wird zudem durch staatliche Preise und Zertifizierungen gewürdigt. Am 22. September 2026 wurde in Wien der Bundestierschutzpreis verliehen. Dabei wurden in der Kategorie für Schulklassen die Volksschule Langau und das BG Tanzenberg ausgezeichnet. Die Schüler der Volksschule Langau entwickelten unter anderem einen Kalender und ein Tierschutzlied, um Spenden für den Vogelschutz zu generieren.
Qualitätsstandards werden auch durch spezifische Zertifizierungen wie die „Green Care-Hoftafel“ gesichert. Mitte September 2026 erhielt der Pferde- und Ziegenhof der Familie Pühringer in Poysbrunn diese Auszeichnung für das Angebot „Lernen Natürlich Tierisch“. Die Zertifizierung prüft pädagogische und gesundheitsfördernde Angebote nach strengen Kriterien, um eine professionelle tiergestützte Lernförderung und Resilienzprogramme zu gewährleisten.
Ein Schulhund kostet monatlich rund 200 bis 250 Euro — für Pflege, Futter und tierärztliche Versorgung. Wer das vorher sauber kalkuliert und die Finanzierung klärt, vermeidet Streit im Kollegium und bei den Eltern. Der Leitfaden liefert Ihnen einen fertigen Kostenplan und eine Checkliste für die Umsetzung. Kostenplan und Checkliste jetzt sichern
Zusätzlich unterstützen zivilgesellschaftliche Akteure die Verbreitung dieser Therapieformen. Eine Spende des Lions Club Haltern ermöglicht im Ernst-Lossa-Haus in den kommenden Monaten eine kostenfreie hundegestützte Therapie mit dem Hund Yoshi für alle Bewohner, um Stress und Ängste zu reduzieren.
Der Verein TherapiehundeTeams Kärnten unterstützt zudem durch Spenden an Familien die Finanzierung von Schulbedarfen und plant Projekte zur Anschaffung von Assistenzhunden für Menschen aus dem Autismus-Spektrum.
