Schwarz-Gruppe, Mrd

Schwarz-Gruppe: 5,6 Mrd. Euro für Mega-Rechenzentrum bei Rostock

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In Dummerstorf soll ein Rechenzentrum der Schwarz-Gruppe entstehen. Bis 2045 ist ein Ausbau auf bis zu 1 GW Leistung vorgesehen.

Schwarz-Gruppe plant Rechenzentrum bei Rostock für 5,6 Milliarden
Modernes Rechenzentrum in einer norddeutschen Landschaft mit Windkraftanlagen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Schwarz-Gruppe treibt den Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur massiv voran und plant eine bedeutende Investition im Norden Deutschlands. Wie das Unternehmen am 27. August 2026 bekannt gab, soll in Dummerstorf bei Rostock ein neues Rechenzentrum entstehen.

Das Investitionsvolumen für dieses Vorhaben beläuft sich auf bis zu 5,6 Mrd. Euro. Mit diesem Projekt festigt die Unternehmensgruppe ihre Position im Markt für Cloud- und IT-Dienstleistungen und setzt zugleich auf eine enge Verzahnung mit regionalen Infrastrukturen.

Kapazitäten und technischer Ausbau bis 2045

Das geplante Rechenzentrum in Mecklenburg-Vorpommern ist auf eine langfristige Skalierung ausgelegt. Bis zum Jahr 2033 soll der Standort über eine Kapazität von 240 MW verfügen. Die Planungen sehen vor, dass diese Leistung bis zum Jahr 2045 auf bis zu 1 GW erweitert werden kann. Ein Baubeginn auf dem Gelände in Dummerstorf ist nach derzeitigen Prognosen bereits im Jahr 2027 möglich.

Das technische Konzept des Standorts setzt auf moderne Kühl- und Energieversorgungslösungen. Für den Betrieb soll Windstrom aus erneuerbaren Energien genutzt werden, wofür ein Anschluss an das 380-kV-Netz vorgesehen ist. Zur Kühlung der Serveranlagen wird auf Luftkühlung gesetzt.

Ein wesentlicher Bestandteil der Standortplanung ist zudem die Nachhaltigkeit: Die entstehende Abwärme des Rechenzentrums soll für das Fernwärmenetz der Stadt Rostock nutzbar gemacht werden. Diesbezüglich fänden bereits Gespräche zwischen der Landesregierung und der Stadtverwaltung statt.

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Strategische Partnerschaft mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern

Parallel zur Standortentscheidung haben die Schwarz-Gruppe und das Land Mecklenburg-Vorpommern eine weitreichende Kooperation vereinbart. Diese Partnerschaft zielt darauf ab, die digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung und im Bildungswesen zu beschleunigen. Als erste konkrete Projekte ist die Abwicklung digitaler Baugenehmigungen über die STACKIT-Cloud der Schwarz-Gruppe vorgesehen.

Zudem soll die Software-Lösung OpenDesk im Bildungsbereich des Bundeslandes zum Einsatz kommen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Zusammenarbeit für die regionale Wirtschaft und die digitale Souveränität. Durch den Betrieb des Rechenzentrums sollen zudem 120 Dauerarbeitsplätze in der Region entstehen.

Wirtschaftlicher Hintergrund und Wachstum der Digitalsparte

Die Investition in Dummerstorf reiht sich in die Expansionsstrategie der Schwarz-Gruppe ein, die bereits sieben Rechenzentren betreibt. Ein weiteres Großprojekt wird derzeit in Lübbenau realisiert, wobei dort ein Investitionsvolumen von 11 Mrd. Euro genannt wird.

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Die wirtschaftliche Relevanz der IT-Aktivitäten spiegelt sich in den Geschäftszahlen der Sparte Schwarz Digits wider. Im Geschäftsjahr, das Ende Februar 2026 endete, erwirtschaftete dieser Bereich einen Umsatz von 2,2 Mrd. Euro, was einer Steigerung von 16 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Die gesamte Schwarz-Gruppe, zu der auch die Handelsketten Lidl und Kaufland gehören, erzielte im Jahr 2025 einen Gesamtumsatz von 185,6 Mrd. Euro. Mit dem neuen Großprojekt bei Rostock unterstreicht das Unternehmen sein Bestreben, neben dem Kerngeschäft im Handel eine führende Rolle als europäischer IT-Dienstleister einzunehmen.

Mehr zum Thema bei FAZ: „Schwarz-Gruppe plant Rechenzentrum bei Rostock für 5,6 Mrd.“

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