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Schwarz Gruppe: Elf Milliarden für europäisches Rechenzentrum

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 13:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Handelskonzern investiert elf Milliarden Euro in ein neues Rechenzentrum und treibt den Ausbau seiner IT-Sparte Schwarz Digits voran.

Schwarz Gruppe: 11 Milliarden für Cloud-Alternative zu US-Giganten
Reihen von hochmodernen Server-Racks in einem Rechenzentrum mit blauer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Schwarz Gruppe treibt ihre digitale Expansion massiv voran und investiert elf Milliarden Euro in den Bau eines neuen Rechenzentrums in Lübbenau. Mit diesem Vorhaben, das als die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Konzerns gilt, beabsichtigt das Unternehmen, eine leistungsfähige europäische Alternative zu global agierenden Cloud-Anbietern zu etablieren.

Massive Rechenleistung für digitale Souveränität

Das geplante Rechenzentrum in Lübbenau soll nach Fertigstellung über eine Leistung von 200 Megawatt verfügen. Für die Verarbeitung großer Datenmengen und Anwendungen im Bereich der künstlichen Intelligenz ist die Installation von bis zu 100.000 Grafikprozessoren (GPUs) vorgesehen. Der Zeitplan des Konzerns sieht vor, den ersten Bauabschnitt des Großprojekts bis Ende 2027 abzuschließen.

Hintergrund dieser Milliardeninvestition ist das strategische Ziel, die Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Giganten wie Amazon Web Services (AWS) zu verringern und die digitale Souveränität Europas zu stärken. Dass dieser Kurs bereits wirtschaftliche Früchte trägt, zeigen die Geschäftszahlen der IT-Sparte Schwarz Digits. Die Cloud-Plattform STACKIT konnte ihren Umsatz im Jahr 2025 auf 2,2 Milliarden Euro steigern, was einem Zuwachs von 15,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zum Kundenkreis zählen mittlerweile namhafte Institutionen wie die niederländische Regierung, diverse deutsche Ministerien sowie der Deutsche Fußball-Bund (DFB).

Eröffnung des Digital-Campus in Bad Friedrichshall

Parallel zum Großprojekt in Lübbenau hat die Schwarz Gruppe ihre physische Infrastruktur für digitale Innovationen erweitert. Vor wenigen Tagen wurde in Bad Friedrichshall ein neuer Campus für die Sparte Schwarz Digits eröffnet. Auf einer Fläche von 15,5 Hektar umfasst der Komplex fünf Gebäude, die zunächst für 3.500 Mitarbeiter ausgelegt sind, perspektivisch jedoch Kapazitäten für bis zu 5.500 Arbeitsplätze bieten.

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Die Ausstattung des Standorts unterstreicht den technologischen Anspruch: Ein 680 Quadratmeter großer Mediensaal bietet Platz für 500 Personen und verfügt über eine 60 Quadratmeter große LED-Wand. Insgesamt wurden auf dem Campus 1.400 Kilometer Netzwerkkabel verlegt und 35.000 Ports installiert. Neben 500 Besprechungsräumen und einer Kindertagesstätte mit 280 Plätzen verfügt das Areal über eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 540 Kilowatt-Peak. Zur ökologischen Gestaltung wurden 3.000 Bäume gepflanzt und die neue Bahnstation „Bad Friedrichshall Süd“ in Betrieb genommen. An der feierlichen Eröffnung nahmen unter anderem Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und die Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut teil.

Strategische Herausforderungen und personeller Wechsel

Trotz der massiven Investitionen steht die Schwarz Gruppe vor komplexen Integrationsaufgaben. Berichten zufolge verzögert sich der Umzug der Lidl-Warenwirtschaft in die hauseigene STACKIT-Cloud. Zudem sei eine Migration von SAP-Systemen auf STACKIT derzeit noch nicht realisierbar. Auch die vollständige Unabhängigkeit von US-Technologien bleibt eine Herausforderung: So basiert das Produkt „Workspace by STACKIT“ weiterhin auf Technologie von Google. Zudem veräußerte die zur Gruppe gehörende Cybersicherheitsfirma XM Cyber geistiges Eigentum an den US-Konzern CrowdStrike.

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In der Führungsebene von Schwarz Digits gibt es zeitgleich Veränderungen. Co-CEO Rolf Schumann verlässt das Unternehmen, womit Christian Müller die alleinige Leitung der Digitalsparte übernimmt.

Der Gesamtkonzern, der im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 185 Milliarden Euro erzielte, bleibt eng mit der Region Heilbronn und seinem Gründer Dieter Schwarz verbunden. Dessen Stiftung fördert neben Bildungsinitiativen auch den KI-Innovationspark IPAI, dessen Eröffnung für das Jahr 2027 geplant ist.

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