Schwarzer Reis: Spezielle Fette bremsen Blutzuckerspitzen effektiv
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 18:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Untersuchungen der Universität Hokkaido unter der Leitung von Siddabasave Gowda liefern detaillierte Erkenntnisse darüber, wie bestimmte Inhaltsstoffe in schwarzem Reis die Regulierung des Blutzuckerspiegels beeinflussen können.
Im Zentrum der Analyse stehen spezifische Fette, die den Abbau von Stärke im Körper verlangsamen und damit Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten entgegenwirken. Diese Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift Food Research International veröffentlicht wurden, bieten neue Ansätze für die Prävention von Stoffwechselerkrankungen.
Identifikation spezifischer Lipide im Reiskorn
Im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit untersuchten die Forscher der Universität Hokkaido insgesamt 56 verschiedene Reissorten aus Japan. Das Spektrum der Proben umfasste neben dem weit verbreiteten Japonica-Reis auch braune, rote, grüne und schwarze Varietäten. Dabei wurden insgesamt 196 Lipidmoleküle identifiziert, die sich in fünf übergeordnete Gruppen einteilen lassen.
Ein wesentliches Ergebnis der Analyse ist der erstmalige Nachweis bestimmter Fettsäuren, der sogenannten FAHMFAs (Fatty Acid Esters of Hydroxy Fatty Acids), direkt in den Reiskörnern. Diese Entdeckung betrifft insbesondere schwarzen und grünen Reis.
Neben den FAHMFAs identifizierten die Wissenschaftler in diesen Sorten auch LNAPEs (N-acylphosphatidylethanolamines mit Linolsäure), denen eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben wird. Die Forscher betonten, dass diese spezifischen Lipidprofile in weißem Reis in dieser Form nicht nachgewiesen wurden.
Einfluss auf den Glukosestoffwechsel und Entzündungswerte
Die Analysen im Labor zeigten deutliche Unterschiede im Stärkeabbau zwischen den verschiedenen Reissorten. Während die Stärke in herkömmlichem weißem Reis vergleichsweise schnell in Zucker umgewandelt wird, verlief dieser Prozess bei schwarzem und grünem Reis signifikant langsamer. Die Forscher führen dies auf die besondere Zusammensetzung der enthaltenen Fette zurück, welche die Verdauungsenzyme hemmen oder deren Aktivität modulieren können.
Wenn Sie nach dem Essen regelmäßig ein Zuckertief spüren, könnte die Reissorte auf Ihrem Teller eine Rolle spielen: Forschende der Universität Hokkaido haben in schwarzem und grünem Reis Fette nachgewiesen, die den Stärkeabbau verlangsamen – der Zucker gelangt dadurch langsamer ins Blut. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Sorten sich lohnen und wie Sie sie in Ihre Küche integrieren. Jetzt kostenlosen Reis-Ratgeber anfordern
Durch den verzögerten Abbau gelangt der Zucker langsamer in die Blutbahn. Diese kontrollierte Freisetzung verhindert ein abruptes Ansteigen des Blutzuckerspiegels. Den Untersuchungen zufolge senkt eine solche langsamere Stärkeverdauung langfristig das Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes.
Zudem deuten die Daten darauf hin, dass die Inhaltsstoffe positive Effekte auf die Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben könnten, da sie chronischen Entzündungsprozessen entgegenwirken.
Bedeutung für die globale Gesundheitsvorsorge
Die Relevanz dieser Erkenntnisse wird durch die marktstrategische Bedeutung von Reis unterstrichen. Die untersuchte Gruppe des Japonica-Reises macht laut den vorliegenden Daten etwa 15 % des weltweiten Reisverbrauchs aus.
Da Reis ein Grundnahrungsmittel für einen großen Teil der Weltbevölkerung darstellt, könnten bereits geringfügige Verschiebungen in den Verzehrgewohnheiten – weg von poliertem weißen Reis hin zu pigmentierten Sorten wie schwarzem Reis – erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben.
Weißer Reis gehört für viele einfach dazu – doch genau er wird besonders schnell in Zucker umgewandelt. Die Untersuchung von 56 Reissorten zeigt: Schon der Wechsel zu pigmentierten Varianten wie schwarzem Reis könnte Ihren Blutzucker nach der Mahlzeit spürbar sanfter verlaufen lassen. Unser Leitfaden begleitet Sie Schritt für Schritt durch die Umstellung – von der ersten Tüte schwarzem Reis bis zum eingespielten Wochenplan. Schritt für Schritt zur blutzuckerfreundlichen Küche
Strukturell setzt sich ein Reiskorn zu mehr als 85 % aus Stärke zusammen, während Proteine etwa 10 % und Fette lediglich rund 2 % ausmachen. Trotz des geringen Anteils der Lipidfraktion zeigen die Ergebnisse aus Hokkaido, dass gerade diese zwei Prozent eine entscheidende Rolle für die physiologische Wirkung des Getreides spielen.
Die Identifikation der 196 Lipidmoleküle ermöglicht es nun, gezieltere Ernährungsempfehlungen auszusprechen und die Züchtung von Reissorten mit besonders vorteilhaften Lipidprofilen voranzutreiben.
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