Schweizer Sportlandschaft: Krafttraining und Yoga ersetzen Wettkampf
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Bundesamt für Sport (BASPO) hat am 18. August 2026 die Ergebnisse der umfassenden Untersuchung «Sport Schweiz 2026» vorgelegt. Die Daten zeichnen ein detailliertes Bild des Bewegungsverhaltens der Schweizer Bevölkerung und zeigen eine weitgehend stabile, aber im Detail veränderte Sportlandschaft auf. Laut der Erhebung betätigen sich fünf von sechs Einwohnern in der Schweiz sportlich, was die hohe Bedeutung von Bewegung im Alltag unterstreicht.
Stagnierendes Aktivitätsniveau bei hoher Beteiligung
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung betrifft die Intensität der körperlichen Betätigung innerhalb der Bevölkerung. Den Angaben des Bundesamtes für Sport zufolge gelten 52 % der Menschen in der Schweiz als sehr aktiv.
Diese Gruppe zeichnet sich dadurch aus, dass sie mehrmals pro Woche Sport treibt und dabei auf eine Gesamtdauer von mindestens drei Stunden kommt. Demgegenüber steht ein Anteil von 17 %, der als inaktiv eingestuft wird und somit keinerlei regelmäßige sportliche Aktivität ausübt.
Trotz der insgesamt hohen Beteiligungsquote stellen die Autoren der Studie fest, dass die allgemeine Sportaktivität im Zeitraum zwischen 2020 und 2026 stagniert habe. Ein signifikanter Anstieg des sportlichen Engagements über das bereits etablierte Niveau hinaus konnte in den vergangenen Jahren nicht beobachtet werden. Die Schweiz verharrt damit auf einem stabilen Plateau, was die Verbreitung von Sport in der Breite angeht.
Klassische Disziplinen und wachsende Trends
Die Rangliste der bevorzugten Sportarten wird weiterhin von klassischen Outdoor- und Breitensportaktivitäten angeführt. Wandern bleibt laut der Studie mit einer Beteiligungsquote von 49 % die mit Abstand populärste Disziplin in der Schweizer Bevölkerung.
Auf den weiteren Plätzen folgen Radfahren mit 34 % sowie Schwimmen mit einem Anteil von 25 %. Den vierten Platz teilen sich Skifahren und Joggen, die jeweils von 23 % der Befragten ausgeübt werden.
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Innerhalb dieser Präferenzen sind jedoch deutliche Verschiebungen erkennbar, die auf einen Wandel der Trainingsgewohnheiten hindeuten. Insbesondere das Krafttraining hat an Beliebtheit gewonnen und erreicht im Jahr 2026 einen Wert von 20 %.
Auch Yoga verzeichnete in den vergangenen Jahren Zuwächse und wird nun von 16 % der Bevölkerung praktiziert. Diese Entwicklungen belegen ein wachsendes Interesse an individuellen und gesundheitsorientierten Trainingsformen, die oft unabhängig von festen Vereinsstrukturen durchgeführt werden können.
Rückgang der Wettkampfkultur
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Parallel zur Zunahme von Individualsportarten wie Yoga oder Krafttraining zeigt die Untersuchung des BASPO eine nachlassende Relevanz des organisierten Wettkampfsports. Die Teilnahme an sportlichen Wettbewerben sank im Zeitraum von 2020 bis 2026 spürbar. Während im Jahr 2020 noch 20 % der Bevölkerung angaben, an Wettkämpfen teilzunehmen, reduzierte sich dieser Anteil bis zum Jahr 2026 auf 16 %.
Dieser Trend unterstreicht eine Entwicklung weg vom leistungsorientierten Vergleich im Rahmen von Veranstaltungen hin zu einer eher freizeitorientierten Ausübung von Sport.
Die Motivation der Schweizer Bevölkerung scheint sich damit stärker in Richtung persönlicher Fitness und Wohlbefinden zu verschieben, während der klassische Wettkampfgedanke in den Hintergrund tritt. Die Studie «Sport Schweiz 2026» liefert mit diesen Daten eine wichtige Grundlage für die künftige Ausrichtung der Sportförderung und die Planung von Infrastrukturen.
