Schwere Hypertonie: Ohrenstimulation senkt Blutdruck in kleiner Subgruppe
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deNichtmedikamentöse AnsÀtze zur Regulierung des Blutdrucks gewinnen in der kardiovaskulÀren Forschung zunehmend an Aufmerksamkeit. Die Queen Mary University of London hat die Ergebnisse der SCRATCH-HTN-Studie im Fachjournal Hypertension der American Heart Association publiziert.
Die Untersuchung widmete sich der transkutanen Ohrennervenstimulation bei Betroffenen, deren Blutdruckwerte trotz medikamentöser Therapie unzureichend kontrolliert blieben.
Klinischer Aufbau und Ablauf der SCRATCH-HTN-Studie
In die wissenschaftliche Untersuchung der Queen Mary University of London wurden 63 Patientinnen und Patienten einbezogen. Alle Teilnehmenden wiesen eine unkontrollierte Hypertonie auf, obwohl sie bereits mindestens ein Blutdruckmedikament einnahmen. Im Rahmen der Studie erfolgte eine Randomisierung der Probanden in zwei Gruppen, bei denen entweder eine aktive Nervenstimulation oder eine Scheinbehandlung verabreicht wurde.
Zum Einsatz kam dabei ein tragbares HandgerĂ€t des Herstellers Afferent Medical Solutions. Das System arbeitet mit zwei Clips, die direkt am Tragus des Ohrs angebracht werden, um eine transkutane autonome Neuromodulation durchzufĂŒhren.
Die Queen Mary University of London legte fĂŒr den Behandlungsverlauf ein festes Schema fest: In den ersten zwei Wochen wandten die Studienteilnehmenden das GerĂ€t tĂ€glich fĂŒr 30 Minuten an. In den darauffolgenden zehn Wochen reduzierte sich die Frequenz auf eine Sitzung pro Woche.
Wer sich mit nichtmedikamentösen AnsĂ€tzen zur Blutdruckregulierung befasst, findet in diesem kostenlosen Ratgeber acht weitere natĂŒrliche Methoden fĂŒr den Alltag. 8 MaĂnahmen zur natĂŒrlichen Blutdrucksenkung entdecken
Ergebnisse zur Wirksamkeit und PraktikabilitÀt im Alltag
Hinsichtlich der Handhabung und VertrĂ€glichkeit zog die Queen Mary University of London eine positive Bilanz. Das eingesetzte StimulationsgerĂ€t erwies sich als sicher, zeigte eine gute VertrĂ€glichkeit und erwies sich als praktikabel fĂŒr die eigenstĂ€ndige Anwendung im hĂ€uslichen Umfeld.
Beim primÀren Ziel der Blutdrucksenkung ergab sich ein differenziertes Bild. In der Gesamtpopulation der 63 Teilnehmenden konnte keine signifikante Absenkung des Blutdrucks im Vergleich zur Kontrollgruppe festgestellt werden.
Allerdings wies eine vorab definierte Subgruppenanalyse der Queen Mary University of London andere Tendenzen auf: Bei jenen Probanden, die unter einer schweren Hypertonie litten, zeigte sich unter der aktiven Stimulation eine stÀrkere Blutdruckabsenkung als unter der Scheinbehandlung.
Eine gezielte UnterstĂŒtzung des Nervensystems kann fĂŒr die Regulierung der Blutwerte eine entscheidende Rolle spielen, wie dieser kostenlose Leitfaden zur Aktivierung der körpereigenen SelbstheilungskrĂ€fte erlĂ€utert. Kostenlosen Vagus-Ratgeber hier anfordern
Bedeutung fĂŒr kĂŒnftige BehandlungsansĂ€tze
Finanziert wurde die Forschungsarbeit der Queen Mary University of London durch das National Institute for Health and Care Research. Ajay Gupta von der Queen Mary University und dem Barts Health NHS Trust erklĂ€rte, dass diese Technologie das Potenzial habe, sich zu einer kostengĂŒnstigen und skalierbaren Behandlungsoption zu entwickeln.
Zugleich verwies Gupta darauf, dass die beobachteten Resultate aus der Subgruppe zwingend in weiteren, gröĂeren Untersuchungen ĂŒberprĂŒft werden mĂŒssten.
Auch das beteiligte Forschungsteam der Queen Mary University of London hob hervor, dass weitere Studien mit höheren Teilnehmerzahlen notwendig seien. Diese seien erforderlich, um den klinischen Nutzen verlÀsslich abzusichern und gezielt festzustellen, welche Patientengruppen von dieser Form der Neuromodulation am stÀrksten profitieren können.
