Secondhand-Falle, ZollgebĂŒhren

Secondhand-Falle: Neue ZollgebĂŒhren verteuern KĂ€ufe ab Juli

06.06.2026 - 10:43:05 | boerse-global.de

Gebrauchtwaren boomen, doch Experten warnen vor versteckten Kosten, neuen EU-Zöllen und kriminellen Risiken fĂŒr KĂ€ufer.

Secondhand-KĂ€ufe: Kostenfallen und neue Zollregeln im Überblick
Secondhand-Falle - Eine Hand hĂ€lt ein Smartphone mit einer Secondhand-Shopping-App. Im Hintergrund unscharfe gebrauchte GegenstĂ€nde, die Risiken andeuten. 06.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Branchenexperten warnen vor psychologischen Fallen, neuen Zollregeln und kriminellen Machenschaften.

Warum gĂŒnstige Preise nicht immer sparen

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Secondhand-KĂ€ufe folgen oft denselben problematischen Mustern wie Fast-Fashion-Konsum. Die Spar-Expertin Lissy Clow warnte Anfang Juni: Konsumenten kaufen hĂ€ufig Waren ohne konkreten Bedarf – nur weil sie gĂŒnstig erscheinen. Der Fokus liegt auf dem Preis, nicht auf der tatsĂ€chlichen Nutzung. Die Folge: Ungetragene Kleidung oder ungenutzte GegenstĂ€nde belasten die Haushaltskasse, statt sie zu entlasten.

Von bestimmten Produkten raten Experten grundsĂ€tzlich ab. Bei Matratzen, Teppichen oder Helmen ĂŒberwiegen hygienische und sicherheitstechnische Risiken den finanziellen Vorteil.

Generation Z treibt das Wachstum

Junge KĂ€ufer pushen den Secondhand-Markt. Eine US-Studie des Unternehmens Seel mit 1.100 Befragten zeigt: 57,4 Prozent der Generation Z kauften im vergangenen Jahr gebrauchte Waren online. Hauptmotiv: niedrigere Preise (54,8 Prozent). Marktbeobachter erwarten fĂŒr den US-Markt bis 2030 ein Volumen von 78,8 Milliarden US-Dollar.

Doch die Toleranz gegenĂŒber Fehlern ist gering: Über 57 Prozent der jungen Konsumenten kaufen nach einer negativen Retouren-Erfahrung nicht mehr bei derselben Marke. Die Abwicklung von RĂŒcksendungen wird damit zum entscheidenden Faktor fĂŒr Kundenbindung.

Neue Zollregeln verteuern Kleinsendungen

Ab dem 1. Juli 2026 fĂ€llt die Zollfreigrenze fĂŒr Sendungen bis 150 Euro aus Nicht-EU-LĂ€ndern. Stattdessen erhebt die EU eine pauschale GebĂŒhr von drei Euro pro Warenkategorie – plus die regulĂ€re Einfuhrumsatzsteuer von 19 oder 7 Prozent.

Ein Beispiel: Ein Artikel fĂŒr 12 Euro kostet nach den neuen GebĂŒhren und Steuern ĂŒber 17 Euro. Die Regelung gilt als Übergangslösung bis Sommer 2028. Danach sind regulĂ€re Zölle bereits ab dem ersten Euro Warenwert geplant.

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Fakeshops und EinbrĂŒche: Die Schattenseite des Booms

Mit der steigenden Nachfrage nach hochwertigen Gebrauchtwaren nehmen auch kriminelle AktivitĂ€ten zu. In der Schweiz hĂ€uften sich zuletzt EinbrĂŒche in Luxus-SecondhandlĂ€den – etwa in ZĂŒrich Anfang Juni oder in Wil, wo Diebe Luxustaschen im sechsstelligen Wert stahlen. Grund: Die Beute lĂ€sst sich leicht weiterverkaufen.

Ein weiteres Risiko: gefĂ€lschte Ware. Vor allem bei sportlichen Großereignissen warnen VerbraucherschĂŒtzer vor Fakeshops mit Trikot-FĂ€lschungen. Laut EU-Amt fĂŒr geistiges Eigentum (EUIPO) verursachen gefĂ€lschte Sportartikel in der EU jĂ€hrlich einen Schaden von 850 Millionen Euro. Laut YouGov haben bereits 19 Prozent der Deutschen unwissentlich oder bewusst gefĂ€lschte Sportbekleidung gekauft.

Die Risiken fĂŒr KĂ€ufer: Geldverlust durch Vorkasse ohne Lieferung, gesundheitliche Gefahren durch Schadstoffe in Textilien – und die Gefahr, dass der Zoll die Sendung beschlagnahmt. Dann ist das Geld endgĂŒltig weg.

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