Selbstfahrend-Betrug, Jahren

Selbstfahrend-Betrug: Bis zu zwei Jahren Haft für irreführendes Marketing

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 00:01 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die britische Regierung erlässt strenge Regeln gegen übertriebenes Marketing für Fahrerassistenzsysteme. Verstöße können mit bis zu zwei Jahren Haft geahndet werden.

Großbritannien: Haftstrafen für irreführende Werbung bei autonomen Autos
Selbstfahrend-Betrug - Futuristisches Lenkrad mit digitalen Anzeigen, überlagert von transparentem Rechtstext, der Vorschriften für automatisierte Fahrzeuge symbolisiert. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die britische Regierung hat am heutigen Dienstag scharfe Regeln gegen irreführende Marketing-Praktiken bei Fahrerassistenzsystemen erlassen.

Die neuen Vorschriften sind Teil des Automated Vehicles Act 2024 und sollen verhindern, dass Autofahrer die Fähigkeiten moderner Assistenzsysteme überschätzen. „Irreführendes Marketing ist eine direkte Gefahr für die Verkehrssicherheit", warnte Verkehrsminister Simon Lightwood.

Geschützte Begriffe unter Strafe

Sechs Begriffe sind nun gesetzlich für Fahrzeuge reserviert, die offiziell als vollautonom zugelassen sind: „automated", „automated driving", „autonomous", „autonomous driving", „driverless" und „self-driving". Auch Formulierungen wie „drive itself" oder „drive autonomously" fallen unter die Beschränkung.

Unternehmen, die diese Begriffe für nicht zugelassene Fahrzeuge verwenden, riskieren Geldstrafen oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Die Durchsetzung obliegt Behörden des britischen Verkehrsministeriums.

Internationale Standards im Gleichschritt

Die britischen Marketing-Regeln fügen sich in ein größeres Bild: Ende Juni 2026 verabschiedete die UN-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) die erste globale Verordnung für vollständig fahrerlose Fahrzeuge – sogenannte Automated Driving Systems (ADS). Der Rahmen umfasst Anforderungen an Sicherheitsmanagement, strenge Tests, Überwachung im Betrieb und Datenspeicherung.

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Neben Großbritannien unterstützen auch die USA, China, Japan, Kanada und die Europäische Union die neuen globalen Standards. Branchenberichten zufolge spielte China bei der Entwicklung eine maßgebliche Rolle.

Robotaxis in London – Skepsis in der Bevölkerung

Die Verschärfung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich Großbritannien auf eine Welle autonomer Transportdienste vorbereitet. Bereits Ende Dezember 2025 kündigten Uber und Lyft Pläne an, gemeinsam mit dem chinesischen Unternehmen Baidu noch 2026 Apollo-Go-Robotaxis in London zu testen. Verkehrsministerin Heidi Alexander begrüßt die technologischen Fortschritte.

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Doch die Bevölkerung ist skeptisch: Eine YouGov-Umfrage ergab, dass 60 Prozent der Briten sich nicht wohl dabei fühlen würden, in einem fahrerlosen Taxi mitzufahren. Die Sicherheitsbedenken werden durch aktuelle Vorfälle genährt. Am 27. Juni 2026 kollidierte ein Waymo-Fahrzeug im manuellen Modus mit einem Motorrad in London. Waymo betonte, der Unfall sei auf menschliches Versagen zurückzuführen – ein Argument, das Befürworter nutzen, um für streng regulierte autonome Fahrzeuge zu werben.

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