Selbsthilfe-Boom: Rotenburg verdoppelt Gruppen auf 100 bis 2026
Veröffentlicht: 04.06.2026 um 14:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Im Juni 2026 zeigen Projekte von Ridderkerk bis Rotenburg, wie Informationsmärkte, Beratungsangebote und niedrigschwellige Kontaktpunkte die Versorgung im häuslichen Umfeld stabilisieren sollen.
Informationsmarkt in Ridderkerk: Hilfe an einem Abend
Am 8. Juni lädt das Wijkcentrum West in Ridderkerk zum Demenz-Informationsmarkt. Von 19:30 bis 21:00 Uhr stellen dort verschiedene Organisationen ihre Unterstützungsangebote vor. Ziel ist es, Betroffenen und Pflegenden den Zugang zu professioneller Hilfe zu erleichtern.
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Parallel dazu fördert die Organisation Facet Ridderkerk die Mobilität älterer Menschen. Sie bietet Schulungen für Elektromobile an – inklusive Verkehrssicherheit, Manövrieren und richtiger Auswahl der Hilfsmittel. Ein Kinonachmittag für Senioren am 5. Juni rundet das soziale Programm ab.
Pflegende Angehörige: Von der Woche bis zum Museum
Die erste Juniwoche steht ganz im Zeichen der „Woche der jungen Pflegenden“. Sie macht auf Kinder und Jugendliche aufmerksam, die Familienmitglieder mit chronischen Erkrankungen oder Demenz unterstützen.
In Rhoon fand Anfang Juni bereits ein Austauschtreffen für pflegende Angehörige statt. Für den 9. Juni ist in Dieren ein Beratungsnachmittag zum Thema nicht-angeborene Hirnverletzungen geplant. Sogar kulturelle Einrichtungen ziehen mit: Das Kunstmuseum Den Haag bietet am 25. Juni eine Abendveranstaltung für Demenzbetroffene und ihre Begleiter an – mit Essen und speziellen Führungen. In Helmond zeigt am 23. Juni ein Theaterstück die Auswirkungen der Krankheit auf zwischenmenschliche Beziehungen.
Selbsthilfe boomen: Verdoppelung in Rotenburg
Die Selbsthilfekontaktstelle Ziss in Rotenburg verzeichnet einen rasanten Anstieg. 2026 betreut sie rund 100 Gruppen – fast doppelt so viele wie 2019. Die Schwerpunkte liegen auf Suchterkrankungen und psychischen Belastungen.
Bereits 2025 suchten 314 Personen Anschluss an eine Selbsthilfegruppe. Die Finanzierung läuft über eine Kooperation von Land, Krankenkassen und Caritas. Am 12. Juni feiert die Kontaktstelle ihr Jubiläum mit einer öffentlichen Veranstaltung, die die Vielfalt der 38 betreuten Themenbereiche zeigt.
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Aufsuchende Hilfe: Gespräche im Supermarkt
Der Märkische Kreis erprobt einen radikal neuen Ansatz gegen soziale Isolation. Statt auf Institutionen zu warten, sollen Gespräche in Alltagssituationen entstehen – im Supermarkt, auf dem Marktplatz. Ärzte, Apotheker und Friseure werden als Multiplikatoren geschult, um den Zugang zu isolierten Senioren zu finden.
Ein Workshop am 4. Juni im Kreishaus Altena koordinierte die Zusammenarbeit von acht beteiligten Kommunen. Ein Folgetreffen im Spätsommer soll die Strategien vertiefen. Der Trend ist klar: Weg von rein institutionellen Strukturen, hin zur aktiven Aufsucharbeit im öffentlichen Raum.
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