Senatsschreiben an Apple: Frist bis 21. August für chinesische Chip-Pläne
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 05:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine überparteiliche Gruppe von US-Senatoren hat Apple-Chef Tim Cook in einem Schreiben aufgefordert, verbindlich auf Speicherchips bestimmter chinesischer Hersteller zu verzichten. Die Forderung betrifft alle Apple-Produkte weltweit – und könnte auch für den deutschen Markt Folgen haben.
Pentagon-Liste sorgt für Alarm
Im Zentrum der Kritik stehen die beiden Unternehmen ChangXin Memory Technologies (CXMT) und Yangtze Memory Technologies Corp (YMTC). Beide stehen auf der sogenannten 1260H-Liste des US-Verteidigungsministeriums, die Unternehmen als militärisch verbundene chinesische Firmen einstuft. Die Senatoren um Mehrheitsführer Chuck Schumer und Senator Jim Banks warnen, dass eine Integration dieser Komponenten in die Lieferkette für Unterhaltungselektronik die nationale Sicherheit der USA untergraben würde.
Berichten zufolge hat Apple bereits CXMT-DRAM getestet und Gespräche mit YMTC geführt. Bereits 2022 hatte der Konzern einen möglichen Deal mit YMTC nach politischem Druck gestoppt. Nun soll Apple jedoch erneut bei der Regierung in Washington für eine Lockerung der Handelsbeschränkungen lobbyieren. Die Senatoren betonen, dass ein Einsatz dieser Chips den Zielen des CHIPS-and-Science-Gesetzes widersprechen würde.
KI-Boom setzt Apple unter Druck
Die Anfrage kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Der anhaltende KI-Boom hat weltweit zu einer Verknappung von Speicherchips geführt. Apple sieht sich mit deutlich steigenden Preisen für Speicherkomponenten konfrontiert. Branchenbeobachter vermuten, dass der Konzern nach günstigeren Alternativen sucht.
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Doch die Senatoren argumentieren, dass eine Zusammenarbeit mit CXMT oder YMTC die Investitionen einheimischer Hersteller wie Micron oder SK Hynix gefährden würde. Analysten zufolge hielt CXMT 2025 einen Marktanteil von 7,67 Prozent – für 2026 wird ein Anstieg auf zehn Prozent erwartet. Ob die chinesischen Chips tatsächlich günstiger sind, ist umstritten: Einige Berichte deuten darauf hin, dass CXMT-Preise mitunter sogar über denen der Konkurrenz liegen.
Die Nachricht vom Senatsschreiben ließ die Apple-Aktie am 30. Juli um 1,8 Prozent fallen.
Frist bis August gesetzt
Die Senatoren Jeanne Shaheen, Mike Crapo, Andy Kim, James Risch und Pete Ricketts haben Apple eine Frist bis zum 21. August 2026 gesetzt. Der Konzern soll detailliert Auskunft geben über laufende Tests chinesischer Speichertechnologie und mögliche Risiken eines Technologietransfers.
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Der zeitliche Druck wächst: Der National Defense Authorization Act für das Haushaltsjahr 2023 sieht vor, dass ab Dezember 2027 Bundesbehörden keine Produkte mehr beschaffen dürfen, die Chips von als militärisch eingestuften chinesischen Firmen enthalten. Die Senatoren warnen, dass Apples derzeitige Erkundung dieser Lieferanten künftige Compliance-Probleme heraufbeschwören und ein fatales Signal an die gesamte Technologiebranche senden könnte.
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