Seniorenküchen, DIN

Seniorenküchen: DIN 18040-2 sieht 90 Zentimeter breite Türen vor

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 15:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Landesinitiativen fördern bessere Speisenangebote, offene Mittagstische und Abfallmessung; ein Ratgeber erläutert barrierefreie Küchenstandards.

Seniorenverpflegung: Baden-Württemberg setzt auf Teilhabe und weniger Abfälle
Ein heller, freundlicher Speisesaal in einer Senioreneinrichtung mit leeren Tischen und Stühlen in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Verpflegung älterer Menschen gewinnt in der Seniorenarbeit und Pflegepolitik zunehmend an Bedeutung. Bei der Fachtagung „Gut versorgt im Alter – Impulse für eine gelungene Seniorenverpflegung“ in Stuttgart thematisierten das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg und das Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg die Anforderungen an zeitgemäße Speisenangebote.

Ministerin Marion Gentges hob hervor, dass eine ausgewogene Verpflegung in Senioreneinrichtungen ein wesentlicher Bestandteil für Lebensqualität und Vitalität im Alter sei.

Strategien für Gemeinschaftsverpflegung und Quartiersöffnung

Die baden-württembergischen Maßnahmen sind Teil der Dachmarke „Das ganze Land zu Tisch. Gute Ernährung für Baden-Württemberg“. Zudem ist das Vorhaben in der landesweiten Ernährungsstrategie verankert, die unter dem Leitsatz „Gutes Essen außer Haus voranbringen“ steht. Das zuständige Ministerium setzt dabei auf Coaching-Angebote und Informationsveranstaltungen, um Verpflegungsangebote gezielt zu optimieren.

Ergänzend dazu öffnet das Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg mit dem Projekt „Gemeinsam essen und kochen – Offene Mittagstische und Kochaktionen für Seniorinnen und Senioren“ die Mittagsverpflegung auch für ältere Menschen aus dem umliegenden Quartier.

Die Verknüpfung von Ernährung und gesellschaftlicher Teilhabe steht auch in anderen Regionen im Fokus: In Flörsheim plant die dortige Seniorenberatungsstelle für den 3. November 2026 eine kostenfreie Informationsveranstaltung mit Referentin Sandra Stählin von der Vernetzungsstelle Seniorenernährung in Hessen, bei der praktische Hinweise zur Nährstoffversorgung im Alter vermittelt werden sollen.

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Nachhaltigkeit und Abfallvermeidung in Großküchen

Neben der Nährstoffzusammensetzung rückt das Ressourcenmanagement in den Vordergrund der Großküchenpraxis. Das Pflege- und Betreuungszentrum Berndorf in Niederösterreich beteiligt sich an einer landesweiten Initiative zur Reduktion von Lebensmittelabfällen.

Über die Plattform „United Against Waste“ wird das Ziel verfolgt, vermeidbare Speiseabfälle in Großküchen, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung deutlich zu senken und langfristig zu halbieren.

Im Rahmen des Programms „MONEYTOR“ erfasst das Zentrum in Berndorf Speiseabfälle regelmäßig und stellt sie den produzierten Mengen gegenüber. Zudem wurden Mitarbeitende zu Abfallvermeidungscoaches weitergebildet. Der kaufmännische Direktor Stephan Duursma sprach dem Küchenteam dafür am 8. Oktober 2026 seinen Dank aus.

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Anforderungen an barrierefreie Kücheninfrastruktur

Damit Verpflegungs- und Teilhabekonzepte in Senioreneinrichtungen gelingen, müssen auch bauliche Voraussetzungen erfüllt sein. Ein Branchenratgeber verweist auf die baulichen und ergonomischen kriterien nach DIN 18040-2 für Küchen in Pflegeheimen, Seniorenresidenzen und Einrichtungen des betreuten Wohnens.

Hierbei wird zwischen drei Küchentypen unterschieden: der zentralen Versorgungsküche nach den lebensmittelrechtlichen Vorgaben der EG-Verordnung 852/2004 und dem HACCP-Konzept, barrierefreien Wohnbereichsküchen sowie Bewohner- und Therapieküchen.

Für Barrierefreiheit nach DIN 18040-2 gelten spezifische Vorgaben, darunter unterfahrbare Arbeitsflächen in einer Höhe von rund 82 Zentimetern sowie Kniefreiheiten von mindestens 30 Zentimetern Tiefe und 67 Zentimetern Höhe.

Bewegungsflächen vor Geräten erfordern mindestens 150 mal 150 Zentimeter, Türen eine Mindestbreite von 90 Zentimetern. Während für gewerbliche Versorgungsküchen Edelstahl als Standard gilt, eignen sich für Bewohnerküchen Materialien wie Hochdrucklaminat oder Mineralwerkstoffe, wohingegen Naturstein als ungeeignet eingestuft wird.

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