Sextortion-Welle, Erpresser

Sextortion-Welle: Erpresser nutzen Datenlecks für 2.000-Dollar-Betrug

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 22:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher decken großangelegte Betrugskampagnen auf, die auf historischen Datenlecks basieren und falsche Kompromittierungsbeweise nutzen.

Sextortion-Welle: Hacker nutzen gestohlene Daten für Erpressung
Ein beleuchteter Computerbildschirm mit abstraktem Programmcode und binären Daten in einer modernen Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher haben großangelegte Kampagnen aufgedeckt, die gestohlene E-Mail-Datenbanken für Sextortion-Versuche und Kalender-basierte Phishing-Angriffe nutzen. Die Täter greifen dabei auf Informationen aus historischen Datenlecks zurück, um ihre Opfer gezielt unter Druck zu setzen und finanzielle Forderungen in Kryptowährungen zu stellen.

Betrugsmasche mit gefälschten Beweisen

Die Bedrohungsakteure versenden E-Mails, in denen sie behaupten, das Endgerät des Empfängers kompromittiert zu haben. In den Nachrichten wird fälschlicherweise angeben, dass mittels der Webcam kompromittierende Aufnahmen angefertigt worden seien. Um eine Veröffentlichung dieses Materials zu verhindern, fordern die Erpresser eine Zahlung in Höhe von 2.000 $ in Bitcoin.

Analysen von IT-Sicherheitsexperten ergaben jedoch, dass es keine Anzeichen für eine tatsächliche Kompromittierung der betroffenen Geräte gibt. Es wurden keine Beweise für installierte Malware gefunden. Die Forscher bestätigten, dass die in den E-Mails aufgestellten Behauptungen rein betrügerischer Natur sind und lediglich der Einschüchterung dienen.

Nutzung historischer Datenlecks

Die für die Angriffe verwendeten E-Mail-Adressen stammen laut Fachberichten aus umfangreichen Datenlecks, die ursprünglich der Gruppierung ShinyHunters zugeschrieben wurden. Betroffen sind Datensätze von Kunden und Nutzern zahlreicher Unternehmen, darunter Amtrak, Hallmark, Substack, Betterment, CarGurus, ADT, Panera Bread sowie McGraw Hill.

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Obwohl die Angreifer in ihren Schreiben fälschlicherweise behaupten, Teil der ShinyHunters-Gruppe zu sein, deuten die Untersuchungen darauf hin, dass andere Akteure die öffentlich verfügbaren oder gestohlenen Daten für ihre eigenen Zwecke missbrauchen. Die Gruppe ShinyHunters selbst bestritt eine Beteiligung an dieser Erpressungswelle. Stichprobenartige Überprüfungen bestätigten jedoch, dass die gezielten Adressen exakt mit den Daten aus den besagten Unternehmensverstößen übereinstimmen.

Reaktionen und zeitliche Einordnung

Die aktuelle Sextortion-Kampagne nahm ihren Anfang bereits im Frühjahr, etwa im April dieses Jahres. Neben den direkten Erpressungsversuchen beobachten Experten auch Taktiken wie das Kalender-basierte Callback-Phishing, bei dem Termineinladungen genutzt werden, um eine Interaktion der Opfer zu erzwingen.

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Erste betroffene Unternehmen haben bereits reagiert. Der Finanzdienstleister Betterment riet seinen Kunden ausdrücklich dazu, nicht auf die Forderungen einzugehen und keine Zahlungen an die genannten Bitcoin-Adressen zu leisten. Experten betonen, dass solche Kampagnen darauf basieren, durch den Bezug auf reale, früher geleakte Daten eine falsche Glaubwürdigkeit zu erzeugen. Das Fehlen technischer Belege für eine Infektion unterstreicht jedoch den rein psychologischen Charakter der Erpressungsversuche.

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