SharePoint-Lücke, CVE-2026-45659

SharePoint-Lücke CVE-2026-45659: CISA warnt vor aktiven Ransomware-Angriffen

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 16:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

US-Behörde bestätigt aktive Angriffe auf SharePoint-Sicherheitslücke CVE-2026-45659. Betroffene Systeme müssen binnen drei Tagen gepatcht werden.

CISA warnt: Kritische SharePoint-Lücke aktiv von Ransomware-Banden ausgenutzt
Ein moderner Serverraum mit blinkender roter Warnleuchte an einem Serverschrank, die eine Sicherheitsbedrohung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat offiziell bestätigt, dass Ransomware-Gruppierungen eine kritische Sicherheitslücke in der Kollaborationssoftware Microsoft SharePoint aktiv für Angriffe ausnutzen. Bei der Schwachstelle mit der Bezeichnung CVE-2026-45659 handelt es sich um einen Deserialisierungsfehler, der es Angreifern ermöglicht, mit geringem Aufwand und niedrigen Privilegien Schadcode auszuführen. Die Lücke wurde mit einem CVSS-Score von 8.8 als hochriskant eingestuft.

Aufgrund der akuten Bedrohungslage hat die CISA die Schwachstelle bereits Anfang Juli in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Sicherheitslücken (Known Exploited Vulnerabilities, KEV) aufgenommen. In einer aktuellen Anweisung hat die Behörde nun für alle US-Bundesbehörden eine strikte Frist von drei Tagen festgelegt, um die betroffenen SharePoint-Systeme durch entsprechende Patches abzusichern.

Hohes Gefahrenpotenzial durch Ransomware-Bezug

Analysen des IT-Sicherheitsdienstes Shadowserver verdeutlichen das Ausmaß der potenziellen Angriffsfläche. Den Experten zufolge sind derzeit mehr als 8.500 SharePoint-Server über das Internet erreichbar, von denen über 200 nachweislich noch nicht gegen die spezifische Schwachstelle abgesichert wurden. Die CISA markierte den Fehler ausdrücklich als ein Werkzeug, das im Rahmen von Ransomware-Kampagnen zum Einsatz kommt.

Diese Entwicklung reiht sich in einen längerfristigen Trend ein. Seit November 2021 wurden insgesamt 14 Sicherheitslücken in Microsoft SharePoint in den KEV-Katalog der US-Behörden aufgenommen. Acht dieser Schwachstellen weisen einen direkten Bezug zu Ransomware-Aktivitäten auf, was die Software zu einem bevorzugten Ziel für Cyberkriminelle macht, die auf Erpressung spezialisiert sind.

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Vorfall bei Schweizer Bundesbehörde

Wie gefährlich die Ausnutzung solcher Schwachstellen in der Praxis ist, zeigt ein aktueller Vorfall in Europa. Das Schweizer Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) bestätigte vor wenigen Tagen die Kompromittierung von rund 200 Benutzerkonten. Vorausgegangen war eine Anomalie, die bereits Ende Juli festgestellt wurde. In diesem Zusammenhang besteht der dringende Verdacht, dass ein Exploit für SharePoint genutzt wurde, um Zugriff auf die Systeme zu erlangen.

Nach Angaben des BIT habe jedoch keine Datenexfiltration stattgefunden, da auf der betroffenen Plattform keine sensiblen Informationen gespeichert gewesen seien. Als Reaktion auf den Vorfall wurden die Server neu aufgesetzt, Passwörter zurückgesetzt und der Internetzugang vorübergehend blockiert. Obwohl eine eindeutige Zuordnung zu einer spezifischen CVE-Nummer in diesem Fall noch nicht offiziell bestätigt wurde, verwies das Bundesamt darauf, dass die Bereitstellung von Microsoft-Patches derzeit noch laufe.

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Experten raten Administratoren dringend dazu, die verfügbaren Sicherheitsupdates für SharePoint umgehend einzuspielen, da die Kombination aus geringer Komplexität des Angriffs und der hohen Reichweite der Software ein erhebliches Risiko für die IT-Infrastruktur von Unternehmen und Behörden darstellt.

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