SharePoint-Lücke, CVE-2026-58644

SharePoint-Lücke CVE-2026-58644: Microsoft warnt vor aktiven Angriffen

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 04:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine kritische SharePoint-Sicherheitslücke mit CVSS 9,8 wird bereits von Hackern ausgenutzt. US-Behörden mussten bis zum 19. Juli patchen.

CISA warnt vor aktiv ausgenutzter Zero-Day-Lücke in SharePoint
Leuchtende Platine mit digitalem Code-Overlay, dezentem Vorhängeschloss-Symbol und bedrohlicher rot-blauer Beleuchtung, symbolisiert Cybersicherheits-Schwachstelle. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine schwerwiegende Sicherheitslücke in Microsoft SharePoint Server zwingt US-Behörden zum sofortigen Handeln. Hacker nutzen den Fehler bereits aktiv aus.

Die US-Cybersecurity-Behörde CISA hat eine als CVE-2026-58644 bekannte Schwachstelle in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Sicherheitslücken aufgenommen. Der Grund: Angreifer hatten den Fehler bereits vor Verfügbarkeit eines Sicherheitspatches ausgenutzt. Die als Zero-Day eingestufte Lücke ermöglicht eine Remote-Code-Ausführung (RCE) – und das ohne Benutzerinteraktion.

Schwerwiegender Deserialisierungsfehler

Mit einem CVSS-Score von 9,8 von 10 möglichen Punkten gilt die Schwachstelle als kritisch. Sie beruht auf einem Deserialisierungsfehler, der es nicht authentifizierten Angreifern erlaubt, Code über das Netzwerk auszuführen. Microsoft hatte zwar bereits am 14. Juli 2026 einen Patch veröffentlicht, doch die Dringlichkeit der CISA-Warnung unterstreicht die akute Gefahr für staatliche und private Infrastruktur.

Die Frist für Bundesbehörden zur Behebung der Lücke endete am 19. Juli 2026 – ein Zeitplan, der viele IT-Abteilungen unter Druck setzte.

Rekordverdächtiger Patch-Tuesday

Die SharePoint-Lücke war Teil des Microsoft-Patch-Tuesdays im Juli 2026, der mit 622 behobenen Schwachstellen einen neuen Rekord aufstellte. Sicherheitsforscher identifizierten zwei weitere aktiv ausgenutzte Zero-Days: CVE-2026-56164, ein SharePoint-Fehler mit fehlender Authentifizierung, der eine Privilegienausweitung ermöglicht, sowie CVE-2026-56155, eine Sicherheitslücke in den Active Directory Federation Services (AD FS).

Die Angriffswelle fällt mit einem bedeutenden Einschnitt zusammen: Am 14. Juli 2026 endete der erweiterte Support für SharePoint Server 2016 und 2019. Zwar schützten die Juli-Updates auch diese Versionen, doch Branchenexperten warnen: Die Übergangsphase macht diese Plattformen zu attraktiven Zielen für Angreifer, die ungepatchte Systeme suchen.

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Kettenangriffe und anhaltende Gefahr

Sicherheitsfirmen wie Resecurity und Aardwolf Security beobachten, dass Angreifer nicht auf eine einzelne Schwachstelle setzen. Sie verketten CVE-2026-58644 mit weiteren Lücken wie CVE-2026-32201, CVE-2026-45659 und CVE-2026-56164, um Authentifizierungen zu umgehen und tief in Netzwerke einzudringen.

Ein Hauptziel: der Diebstahl von IIS-Maschinenschlüsseln (Internet Information Services). Mit diesen Schlüsseln können Angreifer selbst nach dem Einspielen des Patches weiterhin Zugriff behalten. Sicherheitsexperten betonen: Das bloße Aufspielen des Microsoft-Updates reicht für bereits kompromittierte Systeme nicht aus. Administratoren müssen Maschinenschlüssel rotieren und systematisch nach Web-Shells oder anderen Spuren früherer Einbrüche suchen. Die Angriffsketten wurden bereits genutzt, um Schadsoftware zu installieren und sich lateral durch betroffene Umgebungen zu bewegen – bis hin zur vollständigen Übernahme ganzer Domänen.

Kollidierende Fristen und wachsende Bedrohung

Die SharePoint-Krise ist Teil einer breiteren Angriffswelle auf Unternehmensinfrastruktur. Mitte Juli 2026 nahm CISA zwei weitere kritische Schwachstellen in Fortinet FortiSandbox (CVE-2026-25089 und CVE-2026-39808) in den KEV-Katalog auf. Auch diese Lücken haben CVSS-Werte von 9,8 und ermöglichen eine nicht authentifizierte OS-Befehlseinschleusung. Sicherheitsmonitore von Defused Cyber berichten, dass die aktive Ausnutzung der Fortinet-Lücken innerhalb von 24 Stunden nach ihrer Offenlegung beobachtet wurde.

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Die Häufung schwerwiegender Sicherheitslücken führte zu dem, was Technikexperten als Kollision von Patch-Fristen beschreiben. Behörden mussten bis zum 18. Juli eine Oracle E-Business-Suite-Lücke (CVE-2026-46817) schließen, bis zum 19. Juli die SharePoint-RCE-Lücke und bis zum 20. Juli die Fortinet-Schwachstellen. Diese überlappenden Fristen spiegeln eine zunehmend aggressive Bedrohungslandschaft wider, in der mehrere kritische Plattformen gleichzeitig von hochentwickelten Akteuren angegriffen werden.

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