SharePoint-Lücken, CISA

SharePoint-Lücken: CISA warnt vor CVE mit Schweregrad 9,8

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 17:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

GoDaddy und AWS veröffentlichen aktualisierte Workflows zur Passwortverwaltung für Microsoft 365 vor dem Hintergrund kritischer Sicherheitsfristen.

GoDaddy und AWS: Neue Passwort-Anleitungen für Microsoft 365
Stilisiertes, leuchtendes Vorhängeschloss vor verschwommenem Code- und Netzwerkhintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Angesichts kritischer Sicherheitsfristen und dem Ende des Supports für mehrere Microsoft-Serverprodukte haben GoDaddy und Amazon Web Services (AWS) aktualisierte Anleitungen zur Verwaltung von Microsoft-365-Identitäten und Passwörtern veröffentlicht.

Neue Passwort-Workflows bei GoDaddy

Am 19. Juli veröffentlichte GoDaddy eine überarbeitete Anleitung für Kunden, die Microsoft 365 über das firmeneigene E-Mail- und Office-Dashboard verwalten. Der neue Workflow ermöglicht es Nutzern, Passwörter direkt über das zentrale Dashboard zurückzusetzen – durch Anmeldung, Auswahl einer Wiederherstellungs-E-Mail und Bestätigung der neuen Zugangsdaten. Die Synchronisation der Passwortänderungen kann laut Anleitung bis zu 30 Minuten dauern.

Auch bei der Benutzerlizenzierung gibt es Klarstellungen: Für von GoDaddy verwaltete Mandanten benötigt jeder Nutzer in der Regel eine eigene Lizenz. Organisationen, die Nutzer ohne Lizenzen hinzufügen möchten, müssen ihren Mandanten zunächst von GoDaddy entflechten – ein Prozess, der den direkten Wechsel zum Microsoft-365-Admin-Center erfordert. GoDaddy wies darauf hin, dass dieser Übergang zu vorübergehenden Unterbrechungen des E-Mail-Dienstes führen kann.

Dringende Sicherheitsfristen der US-Behörde CISA

Der Fokus auf Passwortverwaltung kommt nicht von ungefähr. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat vier kritische Sicherheitslücken in Microsoft SharePoint identifiziert, die im Juli aktiv ausgenutzt wurden. Eine dieser Schwachstellen – CVE-2026-58644 – erreicht einen CVSS-Schweregrad von 9,8 und musste von Bundesbehörden bis zum 19. Juli gepatcht werden.

Sicherheitsforscher beobachten, wie Angreifer Authentifizierungsumgehungen mit Codeausführung kombinieren, um Webshells auf betroffenen Systemen zu installieren. Die Sicherheitslücken betreffen die SharePoint Subscription Edition sowie die Versionen 2016 und 2019. Diese angespannte Bedrohungslage folgt auf einen Patch Day am 14. Juli, bei dem Microsoft insgesamt 722 Schwachstellen schloss – darunter zwei aktiv ausgenutzte Zero-Day-Lücken.

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Identitätsmanagement bleibt die wichtigste Verteidigung gegen solche Angriffe. Branchendaten zeigen, dass Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) 99 Prozent aller automatisierten Angriffe blockieren kann. Microsoft Entra ID – Mitte 2023 aus Azure AD hervorgegangen – bietet diese Sicherheitsebenen durch zentrales Management und Self-Service-Passwortzurücksetzung für kleine und mittlere Unternehmen.

Technische Integrationen und Infrastruktur-Updates

Über die allgemeine Benutzerverwaltung hinaus haben die Anbieter spezifische Identitätskonfigurationen für integrierte Umgebungen detailliert beschrieben. Am 18. Juli erschienen technische Leitfäden zur Integration von Entra ID mit SQL*Plus, die TLS-Verbindungen und spezifische Token-Authentifizierungsparameter erfordern.

Für Nutzer von AWS Managed Microsoft AD gibt es neue Verfahren zum Zurücksetzen von Benutzerpasswörtern über die AWS Management Console, die Kommandozeile oder PowerShell. AWS wies jedoch auf Einschränkungen hin: Passwörter für Nutzer außerhalb bestimmter Organisationseinheiten – etwa der AWS Reserved OU – können nicht zurückgesetzt werden.

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Auch die Infrastrukturlandschaft verändert sich. Der Support für SharePoint Server 2016, SharePoint Server 2019 und SQL Server 2016 endete offiziell am 14. Juli. Zudem bestätigte Microsoft die Einstellung bestimmter Legacy-Integrationen: Die OneDrive-Synchronisation für ältere Windows-10-Versionen endet Mitte August, Outlook Meeting Insights soll Anfang September eingestellt werden.

Finanzielle Entwicklungen bei GoDaddy

Die administrativen Aktualisierungen fallen in eine phase veränderten institutionellen Engagements bei GoDaddy. Wealthfront Advisers LLC stockte seinen Anteil an GoDaddy im ersten Quartal 2026 um 111,2 Prozent auf insgesamt 63.123 Aktien auf.

Das Unternehmen selbst erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 1,27 Milliarden Euro – ein Plus von 6,1 Prozent im Jahresvergleich. Der Gewinn pro Aktie lag bei 1,60 Euro und übertraf damit die Markterwartungen. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens betrug am 19. Juli rund 12,5 Milliarden Euro. Aus internen Unterlagen geht zudem hervor, dass Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand Anfang Juni Teile ihrer Anteile veräußerten.

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