Sicherheits-Rekord: Microsoft rollt 570 Fixes in einer Woche aus
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 12:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Software-Riese adressiert gezielt Schwachstellen und Pannen der vergangenen Woche.
Microsoft hat am heutigen Samstag die Version 2607 seiner 365-Apps für Windows ausgerollt. Das Update kommt zu einem Zeitpunkt, der für das Unternehmen alles andere als ruhig verlief: Ein Rekord-Sicherheitsupdate und ein schwerer Serviceausfall prägten die Woche.
Gezielte Reparaturen für die wichtigsten Programme
Die neue Version behebt spezifische Fehler in mehreren Kernanwendungen. In Microsoft Access wurden Probleme beim Kopieren von Text und der Positionierung von Formularen gelöst. Outlook-Nutzer profitieren von Korrekturen am Copilot-Seitenbereich sowie an den DLP-Benachrichtigungen (Data Loss Prevention). PowerPoint wiederum erhielt eine verbesserte Konvertierung von MathType-Inhalten.
Das Update läuft auf Systemen mit Windows 10 und neuer. Administratoren und Nutzer können es manuell über die Kontoeinstellungen der Anwendungen anstoßen. Parallel dazu veröffentlichte Microsoft am 23. Juli die Azure-Local-Version 2607 (Build 26100.33158), die 13 dokumentierte Probleme behebt – darunter Fehler beim Löschen virtueller Maschinen und Ausfälle der Management-Komponenten.
Rekordverdächtige Sicherheitsoffensive mit KI
Die Auslieferung folgt auf den Juli-Patch-Tuesday, der mit 570 Sicherheitskorrekturen einen neuen Rekord aufstellte. Zum Vergleich: Im Juli 2025 waren es gerade einmal 137 Fixes. Der drastische Anstieg ist auf ein neues KI-gestütztes System namens MDASH (Multi-Model Agentic Scanning Harness) zurückzuführen, das Software-Schwachstellen automatisiert aufspürt.
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Sicherheitsforscher identifizierten im Juli drei Zero-Day-Lücken, von denen zwei aktiv ausgenutzt wurden. Besonders kritisch ist ein Deserialisierungsfehler in Microsoft SharePoint (CVE-2026-50522) mit einem CVSS-Score von 9,8. Die Schwachstelle ermöglicht Angreifern, Maschinenschlüssel zu stehlen und Code aus der Ferne auszuführen. Die US-Behörde CISA stufte den Fehler am 24. Juli als „bekannt ausgenutzt“ ein und ordnete Bundesbehörden an, den Patch bis zum heutigen Samstag zu installieren.
Netzwerk-Panne legte Dienste lahm
Den Software-Updates vorausgegangen war ein schwerer Ausfall von Microsoft 365 und Azure am 23. Juli. Ab 16:44 Uhr MESZ waren Nutzer in Nordamerika von Störungen bei Teams, OneDrive, SharePoint und dem Admin Center betroffen. Auch Xbox-Netzwerkdienste sowie Azure-Dienste wie Kubernetes und Cosmos DB fielen aus.
Die Ursache: Ein Fehler in einem automatisierten Netzwerk-Wartungssystem. Dieser führte dazu, dass IP-Routen fälschlicherweise von einer übermäßigen Anzahl von Geräten entfernt wurden. Die Dienste waren gegen 20:26 Uhr MESZ weitgehend wiederhergestellt – Microsoft hatte den Datenverkehr umgeleitet, um die beeinträchtigten Pfade zu umgehen.
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Neue Verwaltungsfunktionen und Ausblick
Mit den Juli-Updates hielten auch neue administrative Features Einzug. Nach der Auslieferung des Windows-11-Kumulativupdates KB5101650 können IT-Administratoren nun über eine neue Registry-Richtlinie SSO-Berechtigungsabfragen auf verwalteten Geräten automatisch akzeptieren lassen. Die Funktion ist auf Entra-ID-Konten in verwalteten Organisationen beschränkt.
Seit dem 24. Juli haben Microsoft-365-Administratoren zudem die Möglichkeit, People-Skills-Daten endgültig zu löschen. Das Tool erlaubt die irreversible Entfernung von Skill-Bibliotheken und KI-abgeleiteten Daten aus Viva Learning und Benutzerprofilen. Für September 2026 kündigte Microsoft eine grundlegende Überarbeitung der Viva-Engage-Feeds an – mit neuen Triage- und Vollprüfungsfunktionen für Community-Manager und Unternehmenskommunikationsteams.
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