Signal-Phishing: BfV warnt vor 300 kompromittierten Konten
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 23:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) hat eine Warnung vor einer koordinierten Kampagne staatlich gelenkter Phishing-Angriffe herausgegeben. Die Attacken richten sich gezielt gegen Konten des Messenger-Dienstes Signal von Personen aus dem politischen, journalistischen und militĂ€rischen Umfeld. Nach Angaben der Behörden sind neben Betroffenen in Deutschland auch Nutzer in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern im Visier der Angreifer.
Die Bundesregierung vermutet hinter den Angriffen staatliche Akteure aus Russland. Die Kampagne ist demnach prÀzise auf hochrangige EntscheidungstrÀger zugeschnitten, wobei insbesondere Minister, militÀrisches Personal sowie Medienvertreter als PrimÀrziele identifiziert wurden. Aufgrund der Schwere der VorfÀlle hat die Bundesanwaltschaft bereits Ermittlungen aufgenommen. Diese Untersuchungen im Zusammenhang mit den Phishing-AktivitÀten laufen bereits seit Februar 2026.
Taktik der Angreifer setzt auf Social Engineering
Die unbekannten TĂ€ter nutzen fĂŒr ihre Angriffe Methoden des sogenannten Social Engineering. Dabei geben sie sich gegenĂŒber den Opfern als offizieller Support-Mitarbeiter von Signal oder als automatisierter Chatbot aus. Ein zentrales Instrument dieser Kampagne ist ein gefĂ€lschter âSignal-Sicherheits-Chatbotâ. Ziel dieser TĂ€uschung ist es, die Nutzer dazu zu bewegen, ihre persönliche Identifikationsnummer (PIN) preiszugeben oder manipulierte QR-Codes zu scannen.
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Sobald die Angreifer in den Besitz dieser Zugangsdaten gelangen, können sie die Kontrolle ĂŒber das betroffene Signal-Konto ĂŒbernehmen. Aktuellen Erkenntnissen zufolge wurden im Rahmen dieser laufenden Kampagne bereits etwa 300 Signal-Konten kompromittiert. Die Behörden betonen, dass durch die Ăbernahme der Konten potenziell sensible Informationen abflieĂen können, was die nationale und europĂ€ische Sicherheit gefĂ€hrdet.
Reaktionen von Behörden und Diensteanbieter
Die deutschen Behörden untersuchen die technischen HintergrĂŒnde der VorfĂ€lle weiterhin intensiv. In diesem Zuge werden Betroffene ausdrĂŒcklich dazu aufgefordert, verdĂ€chtige Nachrichten oder erfolgreiche KontenĂŒbernahmen umgehend zu melden, um das Lagebild weiter zu vervollstĂ€ndigen.
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Auch der Betreiber des Messenger-Dienstes selbst hat auf die Bedrohungslage reagiert. Signal gab Anfang August eine offizielle Betrugswarnung an seine Nutzerschaft heraus. Dieser Schritt erfolgte, nachdem bekannt geworden war, dass Hacker gezielt Beamte und Personen im öffentlichen Dienst ins Visier genommen hatten. Experten raten Nutzern grundsĂ€tzlich zur Wachsamkeit bei unaufgeforderten Nachrichten, die zur Eingabe von Sicherheitsdaten oder zum Scannen von Codes auffordern, da offizielle Support-Dienste solche Informationen in der Regel nicht ĂŒber Chat-Funktionen abfragen.
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