Silverfort + Copilot: Microsoft sichert KI-Agenten in Echtzeit
Veröffentlicht am: 08.06.2026 um 17:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
IdentitĂ€tssicherung fĂŒr autonome KI-Assistenten wird zum Milliardenmarkt.
Das israelische Unternehmen Silverfort hat heute eine native Integration mit Microsoft Copilot Studio vorgestellt. Die Lösung zielt darauf ab, autonome KI-Agenten gegen unbefugte Zugriffe zu schĂŒtzen. Im Kern geht es um Laufzeitkontrollen, die in Echtzeit ĂŒberwachen, wie KI-Assistenten mit Unternehmensdaten interagieren.
Echtzeit-Schutz fĂŒr jede Agentenaktion
Das neue System bewertet jeden Zugriffsversuch eines Copilot-Agenten sofort. Silverfort zufolge blockiert die Lösung nicht autorisierte Aktionen noch vor ihrer AusfĂŒhrung. So sollen Rechteausweitungen oder unerlaubte Datenzugriffe verhindert werden. Die Integration ist zunĂ€chst im Rahmen eines Early-Access-Programms verfĂŒgbar.
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Das Sicherheitsframework ruht auf drei SĂ€ulen. Erstens: vollstĂ€ndige Transparenz mit sogenannter radikaler Personen-Zuordnung â jede automatisierte Aktion bleibt zu einem konkreten Nutzer rĂŒckverfolgbar. Zweitens: ein KI-Sicherheits-Posture-Management (AI-SPM), das ĂŒberprivilegierte Agenten identifiziert. Drittens: Zugriffsschutz mit direkter Durchsetzung, der Organisationen erlaubt, AgentenaktivitĂ€ten in Echtzeit zuzulassen, zu blockieren oder eine zusĂ€tzliche Authentifizierung zu verlangen.
Silverfort, ein ehemaliger âMicrosoft Partner of the Year", verarbeitet tĂ€glich mehr als zehn Milliarden Authentifizierungen. Ăber 1.000 Organisationen nutzen die Plattform, darunter mehrere Fortune-50-Unternehmen.
SicherheitslĂŒcken im KI-Agenten-Boom
Die Integration kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Unternehmen rasant auf Low-Code- und No-Code-KI-Tools setzen. Laut Microsoft nutzen inzwischen ĂŒber 80 Prozent der Fortune-500-Firmen solche Agenten. Doch das Wachstum hat gravierende SicherheitslĂŒcken geschaffen: Rund 29 Prozent der Mitarbeiter setzen Berichten zufolge nicht autorisierte KI-Agenten in ihrer Arbeitsumgebung ein.
Aktuelle Branchenforschung unterstreicht die Schwierigkeit, diese autonomen Systeme zu sichern. Ein Report von Cyera aus dem Jahr 2025 ergab, dass 76 Prozent der befragten Fachleute autonome KI-Agenten als die am schwierigsten zu sichernden Assets betrachten. Experten fordern, KI-Agenten als nicht-menschliche IdentitĂ€ten (NHIs) zu behandeln. Die VerknĂŒpfung von IdentitĂ€t und Daten zur Laufzeit sei fĂŒr moderne Sicherheitsarchitekturen unerlĂ€sslich.
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Auch die Sicherheitsorganisation OWASP warnte Anfang Juni 2026 vor den architektonischen Herausforderungen groĂer Sprachmodelle (LLMs). Da diese Modelle Eingaben als eine einzige Token-Sequenz verarbeiten, gibt es derzeit keinen zuverlĂ€ssigen Mechanismus, um Berechtigungen zwischen System-Prompts, Nutzeranfragen und abgerufenen Inhalten durchzusetzen. In agentischen Workflows könnte eine erfolgreiche Prompt-Injection eine Kette realer Aktionen mit schwerwiegenden Folgen auslösen.
Branche rĂŒstet sich fĂŒr die IdentitĂ€ts-Revolution
Der Fokus auf KI-Agenten-Sicherheit ist Teil eines gröĂeren Trends: dem Management nicht-menschlicher IdentitĂ€ten. Organisationen wie CIS, Astrix Security und Cequence Security haben sich kĂŒrzlich zusammengeschlossen, um Governance-Richtlinien fĂŒr KI-Agenten und Machine-Control-Plane-Umgebungen (MCP) zu entwickeln. Ihre Ergebnisse zeigen: Nicht-menschliche IdentitĂ€ten ĂŒbersteigen menschliche inzwischen im VerhĂ€ltnis 100 zu 1. Dennoch sind nur 52 Prozent der Unternehmen derzeit in der Lage, den Datenzugriff ihrer KI-Agenten nachzuverfolgen und zu prĂŒfen.
Auch andere Technologiegiganten passen ihre Sicherheitsrahmenwerke an. Auf dem Snowflake Summit am 7. Juni 2026 betonten FĂŒhrungskrĂ€fte, dass KI-Agenten unter expliziten IdentitĂ€ten agieren und innerhalb etablierter Governance-Strukturen bleiben mĂŒssen. Snowflake fĂŒhrte eine eigene Agent-Identity-Funktion ein und erweiterte eine Partnerschaft mit Anthropic, um Claude-Modelle nativ auszufĂŒhren.
Der Sektor zieht zudem Investitionen an: Opal Security sicherte sich kĂŒrzlich 23 Millionen Euro, um seine Plattform auszubauen. Das Unternehmen will menschliche, nicht-menschliche und agentische KI-IdentitĂ€ten unter einem einheitlichen Governance-Rahmen vereinen â Kunden sind unter anderem Cloudflare und Databricks.
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