SilverFox-Kampagne, KI-Angriffe

SilverFox-Kampagne: 92.000 KI-Angriffe auf Fertigungsfirmen

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 18:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die APT-Gruppe SilverFox nutzt gefälschte Claude-Installationsdateien, um Schadsoftware zu verbreiten. Über 92.000 Angriffe wurden seit Januar registriert, der Fokus liegt auf dem asiatischen Raum.

SilverFox: Manipulierte Claude-KI verbreitet Malware in 92.000 Angriffen
Ein Techniker arbeitet an einem Laptop in einer dunklen Büroumgebung, während auf dem Bildschirm abstrakte Programmiercodes zu sehen sind. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die als SilverFox bekannte APT-Gruppe nutzt die Popularität der künstlichen Intelligenz (KI) Claude für eine weitreichende Cyberspionage- und Malware-Kampagne.

Wie Experten von Kaspersky GReAT im Mai 2026 dokumentierten, verbreiten die Akteure manipulierte Versionen der Claude-Anwendung, um Schadsoftware auf die Systeme ihrer Opfer zu schleusen. Die Kampagne, die ihren Ursprung bereits im Dezember 2025 nahm, zielt dabei auf eine Vielzahl von Betriebssystemen ab, darunter Windows, macOS und Linux.

In den ersten Monaten des Jahres 2026 intensivierten die Angreifer ihre Aktivitäten erheblich. Zwischen Januar und Februar wurden mehr als 1.600 bösartige E-Mails identifiziert, die im Zusammenhang mit dieser Kampagne stehen.

Insgesamt registrierten Sicherheitsexperten im Zeitraum von Januar bis Mai 2026 über 92.000 Angriffe, die sich als KI-Dienste tarnen. Dabei kamen mehr als 15.000 Malware-Beispiele zum Einsatz, die sich als sogenannte agentische KI ausgaben.

Fokus auf den asiatischen Raum und die Fertigungsindustrie

Die geografische Ausrichtung der SilverFox-Kampagnen weist eine deutliche Konzentration auf. Den Analysen zufolge richteten sich mehr als 90 % der Angriffe gegen die Region Greater China, wobei 71 % explizit das chinesische Festland betrafen. Darüber hinaus wurden gezielte Kampagnen in Indien, Indonesien, Südafrika und Russland beobachtet.

Innerhalb dieser Regionen ist vor allem der Fertigungssektor betroffen. Über ein Drittel aller identifizierten Angriffe zielte auf Unternehmen aus dieser Branche ab. Die Angreifer nutzen dabei gefälschte Installer für die Claude-KI, die nach der Ausführung den PlugX-RAT (Remote Access Trojaner) auf dem infizierten System installieren.

Anzeige

Wer sich mit dem Einsatz moderner Technologien befasst, muss auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und Sicherheitsvorgaben kennen. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Auch andere Akteure nutzen ähnliche Methoden: Microsoft registrierte eine Phishing-Welle, die über 2.000 Organisationen erreichte, während Sicherheitsforscher von Huntress 29 Organisationen identifizierten, die über präparierte Bing-Anzeigen mit SectopRAT infiziert wurden.

Einsatz von KI-gesteuerten Angriffs-Frameworks und Ransomware

Ein besonderes Merkmal der aktuellen SilverFox-Aktivitäten ist der Einsatz von Werkzeugen, die selbst auf künstlicher Intelligenz basieren. Zu den dokumentierten Bedrohungen gehört unter anderem JADEPUFFER, die als erste LLM-gesteuerte Ransomware eingestuft wird. Diese sei in der Lage, sich innerhalb von nur 31 Sekunden an die jeweilige Systemumgebung anzupassen.

Zudem nutzt die Gruppe ein KI-entwickeltes Malware-Framework namens VoidLink. Für den Bereich Social Engineering und Phishing kommt die Technik ChatGPhish zum Einsatz, die auf indirekter Prompt-Injection basiert. Diese technologische Aufrüstung verdeutlicht die zunehmende Professionalisierung der APT-Gruppe bei der Ausnutzung moderner KI-Technologien für kriminelle Zwecke.

Anzeige

Angesichts neuer KI-Gesetze und komplexer Cyberrisiken stellt sich für viele die Frage, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Dieser kostenlose Report klärt auf und hilft Ihnen, Sicherheitslücken proaktiv zu schließen. Gratis-Report zu neuen Cyberrisiken und KI-Gesetzen anfordern

Prävention und Identifizierung bösartiger Aktivitäten

Um sich gegen die Angriffe zu schützen, weisen Experten auf verschiedene Erkennungsmerkmale hin. Typisch für die SilverFox-Kampagnen seien manipulierte Werbeanzeigen und Lookalike-Domains, die den offiziellen Seiten von KI-Anbietern täuschend ähnlich sehen.

Ein Warnsignal sei zudem die Aufforderung, bestehende Sicherheitssoftware zu deaktivieren oder spezifische Befehle manuell in das Terminal einzugeben. Auch Tippfehler in den Anwendungen oder auf den Download-Seiten können auf eine Fälschung hindeuten.

Angesichts der hohen Automatisierung und der Geschwindigkeit der Angriffe raten Sicherheitsanalysten von Kaspersky dazu, verstärkt auf KI-gesteuerte Verteidigungsmechanismen zu setzen. Nur durch den Einsatz moderner Erkennungstechnologien könne der Bedrohung durch LLM-basierte Schadsoftware und automatisierte Phishing-Kampagnen effektiv begegnet werden.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69960229 |