SimReady, Central

SimReady Central Library: Mehr als 2.000 Modelle für Robotersimulationen

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
NVIDIA ergänzt Isaac um einen geplanten Forschungsroboter, frei verfügbare Trainingssoftware und eine Hugging-Face-Bibliothek mit über 2.000 Simulationsmodellen.
Ein steriles Robotik-Labor mit einer hochmodernen technischen Ausstattung für Forschungszwecke. Illustration mit AI erstellt.

Auf der Entwicklerkonferenz GTC in Berlin hat NVIDIA einen umfangreichen Ausbau seiner Isaac-Robotikplattform angekündigt. Zu den Neuerungen gehören der Referenz-Humanoid Agile ONE SN, die neue Open-Source-Laufzeitumgebung Isaac OS sowie die allgemeine Verfügbarkeit der Trainingssoftware Isaac Lab 3.0. Ergänzt wird die Initiative durch Referenz-Workflows für die hauseigene DGX Station und erweiterte Kooperationen für Simulationsmodelle. Wie Berichte von der Konferenz verdeutlichen, nannte NVIDIA für die neuen Software-Komponenten bislang keine Preise.

Referenz-Roboter Agile ONE SN für Forschung und Entwicklung

Im Zentrum der Hardware-Vorstellungen steht der Referenz-Humanoid Agile ONE SN, der von Agile Robots auf Basis von NVIDIAs Isaac GR00T und dem Rechenmodul Jetson Thor entwickelt wurde. Die Markteinführung des Roboters ist für Anfang 2027 geplant. Der Agile ONE SN weist eine Körpergröße von 1,40 Metern bei einem Gewicht von 40 Kilogramm auf und verfügt über 31 Freiheitsgrade.

Die Arme bieten eine Nutzlast von jeweils 3 Kilogramm und sind mit zwei WUJI Hand 2 ausgestattet, die jeweils 20 Freiheitsgrade besitzen. Das System arbeitet mit einer 1-kHz-Kraftregelung. Geplant ist zudem die Integration des NVIDIA-Halos-Sicherheitssystems.

Das verbaute Jetson-Thor-Modul von NVIDIA liefert eine Rechenleistung von 2.070 FP4-Teraflops und verfügt über 128 GB Unified Memory. Als erste Interessenten und Zielkunden nannte Agile Robots renommierte Forschungseinrichtungen wie die Stanford University und die ETH Zürich.

Laut Spencer Huang von NVIDIA spare die standardisierte Konfiguration Forschern zwei bis drei Monate Entwicklungsarbeit. Für die Produktion setzt Agile Robots auf Skalierung: Zhaopeng Chen, CEO des Unternehmens, plant laut Medienberichten die Fertigung von 1.000 bis 2.000 Einheiten der Modelle Agile ONE S und ONE SN bis Ende 2026, bevor die Auslieferung Anfang 2027 starten soll.

Neue Laufzeitumgebung und Simulationsdaten via Hugging Face

Auf der Softwareseite führt NVIDIA mit Isaac OS eine neue quelloffene Laufzeitumgebung ein. Diese basiert auf Holoscan und verbindet künstliche Intelligenz, Sensorschnittstellen und Steuerungslogik für die Echtzeitausführung in Robotersystemen. Zeitgleich ist die Lernsoftware Isaac Lab 3.0 ab sofort allgemein verfügbar.

Das Open-Source-Framework unterstützt verteiltes Training über mehrere Grafikprozessoren hinweg und bindet die Physik-Engines Newton sowie PhysX ein. Darüber hinaus kündigte NVIDIA drei quelloffene Referenz-Workflows an, die speziell für die Workstation DGX Station optimiert sind.

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Zusammen mit der Plattform Hugging Face startete NVIDIA zudem die sogenannte SimReady Central Library. Diese umfasst mehr als 2.000 simulationsbereite Modelle im OpenUSD-Format, die physikalische Parameter wie Kollisionsgeometrien, Massen und Reibungseigenschaften abbilden.

Die Sammlung beinhaltet Modelle von Industrieherstellern wie Comau, FANUC, Franka Robotics, Robotiq, Universal Robots, LG Electronics und Vertiv. Externe Ausrüster können eigene Modelle über einen standardisierten Einreichungsprozess ergänzen, während eine Suchfunktion auf Basis von NVIDIA USD Search die Abfrage in natürlicher Sprache erlaubt.

Ebenfalls auf Hugging Face bereitgestellt wurde der Human-1M-Datensatz, der synchronisierte Videoaufnahmen aus drei Kameraperspektiven sowie 3D-Handtracking umfasst; der vollständige Zugriff bleibt Partnern der Cosmos Coalition vorbehalten.

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Breiter Einsatz bei europäischen Industriepartnern

Im Zuge der Konferenz betonte NVIDIA-Chef Jensen Huang das Potenzial der Technologie und erklärte, der Durchbruch für die Robotik stehe unmittelbar bevor. Er bezeichnete die humanoide Robotik als die nächste große Industrie und hob hervor, dass Europa dank seiner ausgeprägten Fertigungstradition eine starke Ausgangsposition innehabe.

Tatsächlich greifen zahlreiche europäische Industrie- und Automatisierungsunternehmen bereits auf die Isaac-Plattform zurück, darunter ABB Robotics, KUKA, NEURA Robotics, Universal Robots, Humanoid, Flexion, Hexagon Robotics und Sereact.

Dass sich der Einsatz von Simulationswerkzeugen auch in bestehenden Logistikabläufen niederschlägt, zeigen Erfahrungen aus der Praxis: Toyota Material Handling Europe und das IT-Unternehmen SoftServe meldeten eine Verkürzung der Bereitstellungszeit für autonome Transportlösungen um bis zu 50 Prozent durch den Einsatz der Simulationsumgebungen Omniverse und Isaac Sim.

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