Sinopac-Bank, Kunden

Sinopac-Bank: 427 unautorisierte Überweisungen bei 419 Kunden

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 16:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Fehler im neuen Online-Banking belastete 419 Kundenkonten; Sinopac erstattete die Beträge, während Behörden den Vorfall untersuchen.
Die Fassade eines modernen Bankgebäudes in der Dämmerung mit klaren architektonischen Linien und Glasflächen. Illustration mit AI erstellt.

Eine schwerwiegende Systemstörung im neuen Online-Banking-System der taiwanischen Sinopac-Bank hat zu massenhaften unautorisierten Abbuchungen geführt. Bei 419 Kunden wurden insgesamt 427 Transfers ohne vorherigen Login ausgelöst, wie aus Berichten vom 3. November 2026 hervorgeht. Die betroffenen Summen beliefen sich auf jeweils rund NT$100.000 (3.050 US-Dollar), wodurch ein Gesamtschaden von mehr als NT$40 Mio. (1,21 Mio. US-Dollar) entstand.

Zielkonto eingefroren und Gelder erstattet

Sämtliche unberechtigten Überweisungen flossen auf ein einzelnes Konto bei einer anderen Bank. Dieses Empfängerkonto wurde vorläufig eingefroren. Die zuständige Taipei Fubon Bank belegte das Konto nach Eingang der Meldung mit einer Auszahlungssperre, stellte den entsprechenden Handel ein und schaltete die Polizei ein. Die dorthin transferierten Beträge waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht weitergeleitet worden.

Die Sinopac-Bank führte den Vorfall auf einen Softwarefehler im Transaktionssystem des neuen Online-Bankings zurück. Nach Angaben des Instituts sei die Ursache identifiziert und der betroffene Dienst gestoppt worden. Weitere gleichartige Fälle traten in der Folge nicht auf.

Die Bank entschuldigte sich bei ihrer Kundschaft und erstattete alle abgebuchten Beträge einschließlich der Gebühren per Vorauszahlung aus eigenen Mitteln. Die neue App, die erst im September 2026 eingeführt worden war, wurde vollständig offline genommen. Betroffene Kunden wurden angewiesen, vorübergehend die alte Anwendung sowie Geldautomaten zu nutzen.

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Aufsichtsbehörden und Ermittler schalten sich ein

Die taiwanische Finanzaufsichtsbehörde FSC bestätigte das Ausmaß von 427 Transaktionen und 419 Geschädigten mit einem Gesamtwert von über NT$40 Mio. Wang Yun-chung, stellvertretender Leiter des Bankenbüros der FSC, erklärte, dass die genauen Hintergründe noch untersucht würden.

Oberste Priorität hätten der Schutz der Kunden sowie die lückenlose Aufklärung des Geschehens; die Bank sei zu einer ordnungsgemäßen Abwicklung verpflichtet worden. Die Sinopac-Bank muss der Aufsichtsbehörde einen ersten Bericht und bis zum 12. November 2026 einen detaillierten Bericht zu dem schwerwiegenden Vorfall vorlegen.

Eine Entscheidung über mögliche Geldstrafen steht noch aus und soll von der Schwere sowie den ermittelten Ursachen abhängen. Nach Angaben der FSC hat bislang kein anderes Finanzinstitut ähnliche Probleme gemeldet.

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Parallel dazu nahmen die Ermittlungsbehörden Untersuchungen auf. Beim Criminal Investigation Bureau gingen bis zum Mittag 68 Meldungen über eine Betrugs-Hotline ein.

Die registrierten Geschädigten sind überwiegend männliche Personen mit Bezug zur Grafschaft Yunlin, erkennbar am Buchstaben P in ihren Ausweisnummern. Das Büro forderte in Absprache mit dem Geldinstitut eine Prüfung zur Aufklärung sowie Unterstützung für die Betroffenen bei der Erstattung von Strafanzeigen.

Ungeklärte Fragen zur Autorisierung

Nutzerberichten auf der Plattform Threads zufolge hatten Betroffene die application zum Zeitpunkt der Überweisungen weder geöffnet noch entsprechende Empfängerkonten eingerichtet. Systemprotokolle wiesen demnach darauf hin, dass die Transaktionen über einen Gesichtsscan autorisiert worden seien.

Zu diesen technischen Details und dem Zustandekommen der biometrischen Freigabe äußerte sich die Sinopac-Bank nicht. Der Abgeordnete Kuo Kuo-wen forderte angesichts der Vorfälle, die Cybersicherheit im Finanzsektor an den strengsten Maßstäben auszurichten.

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