Siri, DMA

Siri AI und DMA: Apple beantragt 18 Monate Ausnahme in der EU

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 23:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DMA-Streit verzögert Apples mobile Siri-KI in der EU; ein möglicher Start wird frühestens für Mitte Februar 2027 abgeleitet.

Apple Siri AI: EU-Start auf iPhone und iPad bleibt vorerst offen
Ein minimalistischer, moderner Innenraum mit klaren architektonischen Linien und diffusem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Apples modernisierte KI-Funktionen für den Sprachassistenten Siri stehen Nutzern von iPhone und iPad in der Europäischen Union vorerst nicht zur Verfügung. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, könnte die Verzögerung mehrere Monate andauern. Der US-Technologiekonzern hat bislang keinen offiziellen Starttermin für die Bereitstellung von Siri AI auf diesen mobilen Geräten im EU-Raum genannt.

Uneinheitliche Verfügbarkeit auf den Plattformen

Die regionale Einschränkung betrifft nicht das gesamte Produktportfolio von Apple gleichermaßen. Während die Funktionen auf dem iPhone, dem iPad und der Apple Watch unter iOS 27, iPadOS 27 und watchOS 27 blockiert bleiben, haben Mac-Nutzer unter macOS 27 sowie Besitzer der Apple Vision Pro unter visionOS 27 innerhalb der EU Zugriff auf die Neuerung.

Auch in einzelnen Mitgliedstaaten wie Polen ist Siri AI auf mobilen Endgeräten nicht freigeschaltet, lässt sich auf Mac- und Vision-Pro-Geräten jedoch nutzen – dort zunächst ausschließlich auf Englisch.

Für kompatible Geräte außerhalb der Sperre läuft Siri AI derzeit als Beta-Version auf iOS 27 oder neuer. Voraussetzung sind unterstützte Sprachen sowie bestimmte Modelle wie das iPhone 15 Pro, das iPhone 15 Pro Max oder Geräte ab dem iPhone 16. Der Funktionsumfang des überarbeiteten Assistenten umfasst unter anderem das Durchsuchen persönlicher Inhalte in Fotos, Mail, Kalender und Nachrichten, die Einbindung des persönlichen Kontexts, eine Bildschirmerkennung sowie Unterstützung beim Verfassen und Überarbeiten von Texten.

Bestimmte serverbasierte Funktionen von Apple Intelligence unterliegen dabei täglichen Nutzungslimits; zudem soll ein erweiterter Zugriff künftig kostenpflichtig werden. Für Oktober kündigte Apple weitere Sprachunterstützungen an, darunter Französisch, Spanisch, Japanisch, Koreanisch und Portugiesisch.

Konflikt um Vorgaben des Digital Markets Act

Hintergrund der Nichtverfügbarkeit auf den mobilen Geräten ist ein regulatorischer Streit zwischen Apple und der EU-Kommission. Apple beruft sich auf den Digital Markets Act (DMA) und argumentiert, die darin enthaltenen Vorschriften verhinderten eine Veröffentlichung mit iOS 27 und iPadOS 27. Die Vorgaben verlangen unter anderem, dass auch konkurrierende Assistenten gleichberechtigten Zugang zu Gerätedaten und zentralen Systemfunktionen erhalten müssen.

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Die EU-Kommission widerspricht dieser Darstellung und betont, die Entscheidung gegen einen Start liege allein bei Apple. Nach Angaben der Behörde habe das Unternehmen keine Lösung vorgelegt, die den EU-Standards für Datenschutz und Systemsicherheit entspreche.

Stattdessen habe Apple eine Ausnahme von den DMA-Pflichten für einen Zeitraum von mindestens 18 Monaten beantragt. Ein von Apple vorgelegter Vorschlag unter der Bezeichnung „Trusted System Agent“, der eine gestaffelte Einführung über diesen Zeitraum vorsah, wurde von den Regulierungsbehörden abgelehnt.

Möglicher Marktstart frühestens Anfang 2027

Branchenbeobachter rechnen mit einer spürbaren Wartezeit für europäische Verbraucher. Nach Einschätzung des Bloomberg-Journalisten Mark Gurman stellt eine Verzögerung von rund fünf Monaten gegenüber dem weltweiten Rollout bereits den absolut günstigsten Fall dar.

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Würde sich der frühere Abstand ausgehend von der Veröffentlichung von iOS 27 am 14. September 2026 wiederholen, ergäbe sich Mitte Februar 2027 als frühestmögliches Zeitfenster für eine Freischaltung.

Gurman brachte zudem die Vermutung vor, Apple nutze das Zurückhalten der Funktionen als Druckmittel in den Verhandlungen mit den Brüsseler Wettbewerbshütern; eine Bestätigung für diese Deutung liegt jedoch nicht vor.

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