Sitzen, Krebsrisiko

Sitzen erhöht Krebsrisiko: Jede Stunde +9–10 Prozent

Veröffentlicht am: 04.07.2026 um 16:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studie belegt: Jede Stunde Sitzen erhöht Krebsrisiko um bis zu zehn Prozent. Experten setzen auf angepasste Bewegungsformen für Ältere.

Stuhl-Yoga und Pilates: Neue Wege gegen Bewegungsmangel bei Senioren
Eine ältere Frau macht Stuhl-Yoga, sanfte Bewegung und Flexibilität in einem hellen, gemütlichen Zuhause. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Immer mehr Experten setzen deshalb auf angepasste Bewegungsformen wie Stuhl-Yoga oder modifiziertes Pilates.

Jede Stunde Sitzen erhöht das Krebsrisiko

Die Zahlen sind alarmierend: Eine 2026 in PLOS Medicine veröffentlichte Studie mit rund 91.000 Erwachsenen zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Bewegungsmangel und Krebssterberisiko. Jede weitere Stunde ununterbrochenen Sitzens erhöht das Risiko, an Krebs zu versterben, um etwa 9 bis 10 Prozent.

Die gute Nachricht: Bereits leichte Aktivität kann das Sterberisiko um 12 Prozent senken. 30 Minuten moderate Bewegung reduzieren es um 8 Prozent, fünf Minuten intensive Aktivität sogar um 22 Prozent. Das untermauert das WHO-Ziel, körperliche Inaktivität bis 2030 weltweit um 15 Prozent zu senken.

Weltweit verbringen Menschen rund 55 Prozent ihrer Wachzeit im Sitzen. Angebote, die direkt am Platz oder mit einer Sitzgelegenheit funktionieren, bieten hier einen praktikablen Ausweg.

Muskelschwund beginnt ab 50

Am Welt-Sarkopenie-Tag am 4. Juli 2026 wiesen Experten der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG) auf ein weiteres Problem hin: Der natürliche Muskelschwund setzt bereits ab dem 50. Lebensjahr ein. Während etwa 10 Prozent der 60-Jährigen betroffen sind, steigt der Anteil bei den über 80-Jährigen auf rund 50 Prozent.

„Krafttraining und eiweißreiche Ernährung sind die Grundpfeiler der Prävention“, sagt Prim. Univ. Prof. Dr. Marcus Köller, Präsident der ÖGGG. Regelmäßiges Training verbessere nicht nur Kraft und Koordination, sondern senke auch das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer. Die Diagnose erfolgt über standardisierte Tests von Muskelmasse und Funktionskraft.

Anzeige

Jede Stunde Sitzen erhöht Ihr Krebsrisiko um 9–10 Prozent – doch schon 30 Minuten moderate Bewegung senken es um 8 Prozent. Entdecken Sie in unserem kostenlosen Ratgeber, wie Stuhl-Yoga und Pilates Ihnen helfen, fit und gesund zu bleiben. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

Yoga und Pilates fĂĽr jedes Level

Im Juli 2026 starten mehrere Angebote, die Senioren den Einstieg erleichtern sollen:

  • Kombinationskurse: Mitte Juli beginnt auf dem Heimathof Lembeck ein Schnupperkurs, der Yoga und Pilates verbindet. Unter Anleitung von Fachkräften wie Heinz Gladen sind sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene willkommen.
  • Online-Programme: Ein zertifizierter achtwöchiger Yoga-Kurs startet Ende Juli. Er legt Wert auf individuelle Beweglichkeitsanalysen zu Beginn und am Ende.
  • Fachliteratur: Das Buch „Pilates – die 50 besten Ăśbungen“ von Stefanie Rahn (Präsidentin des Deutschen Pilates Verbandes) und Christian Lutz sortiert Ăśbungen nach Schwierigkeitsgraden.

Yoga wird zudem im Rahmen der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (MBSR) eingesetzt. Eine 2026 in JAMA Internal Medicine veröffentlichte Studie untersuchte die Wirkung auf chronische Kreuzschmerzen. Die Ergebnisse blieben hinter den Erwartungen zurück, dennoch fördern Krankenkassen die Methode weiterhin als ergänzende Maßnahme.

Digitaler Aktivierungstisch für Bettlägerige

Anzeige

Muskelschwund ab 50 betrifft jeden Zweiten über 80 – doch mit gezieltem Training können Sie gegensteuern. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen einfache Übungen für zu Hause, die Kraft und Koordination verbessern. Bewegungs-Ratgeber jetzt sichern

Auch Menschen mit stark eingeschränkter Mobilität sollen nicht außen vor bleiben. Im Seniorenzentrum Henriettenstift in Kirchheim kommt seit Anfang 2026 ein digitaler Aktivierungstisch zum Einsatz. Das mobile Gerät, unter anderem finanziert von der AOK, fördert Koordination und Erinnerungsarbeit. Es lässt sich direkt ans Bett bringen – ein entscheidender Vorteil für die Inklusion schwer pflegebedürftiger Personen.

Die Notwendigkeit solcher Angebote zeigte sich zuletzt während der Hitzewelle im Juni 2026. Besonders alleinlebende ältere Menschen waren gesundheitlich gefährdet. Präventive Bewegungsprogramme und regelmäßige soziale Kontakte durch Quartierszentren oder Nachbarschaftshilfen gelten als essenziell, um die Widerstandsfähigkeit dieser Gruppe zu stärken.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69689480 |